Fitness

Peter Paul Rubens - Old woman with coals (Quelle: Wikimedia Commons)

“Frau Hermann, wie schön wieder von Ihnen zu hören,” rief Bastian ins sein Headset und schlug dabei bereits jetzt schon seine Hände über dem Kopf zusammen, obwohl das Telefongespräch doch kaum begonnen hatte.

“Ja, Herr Bastian. Schön Sie wieder einmal zu sprechen. Sie… ich habe da mal eine Frage…”

“Ja, Frau Hermann, natürlich. Natürlich haben Sie eine Frage…”

“Also… Ich habe ja jetzt dieses Smartphone mit der Äpp von Ihrer Versicherung.”

“Ja, unsere Generali-Fitness-App genau. Wie man die installiert habe ich ja in unseren letzten 7 Gesprächen erklärt. Sie ist doch noch installiert?” Er versuchte ein leichtes panisches Zittern seiner Stimme zu unterdrücken.

“Aber selbstverständlich, Herr Bastian. Ich möchte doch so gerne den Rabatt haben…”

“Ja, unseren Fitness-Rabatt.”

“Richtig, den Fitness-Rabatt. Und ab wieviel Punkte gab es noch einmal das Meißen-Service?”

“Ab 5000 Punkte, Frau Hermann. Aber Sie rufen bestimmt nicht an, weil Sie schon 5000 Punkte haben. Oder sind sie über das Wochenende mehr als 5 Marathons gelaufen?” Er wollte schon lachen, als sie antwortete…

“Herr Bastian, woher wissen Sie das?”

“Wie bitte?”

“Haben Sie mit meiner Tochter gesprochen?”

“Ich verstehe nicht ganz. Moment, lassen Sie mich…” Er rief hastig auf seinem Monitor die Kundendaten auf. Dann starrte er einfach nur sprachlos auf den Bildschirm.

“Herr Bastian? Herr Bastian, sind Sie noch dran…?”

“Frau Hermann, Sie haben… Wie haben Sie das? Also Sie müssen… Das ist doch ein Messfehler, oder?”

“Herr Bastian, ich bin immer wieder von Ihnen begeistert. Wirklich! Wie Sie das immer erraten! Sehen Sie diese Äpp hat einfach nicht registriert, dass der Triathlon nach dem Laufen ja noch nicht zuende war. Da kam ja noch die Fahrradstrecke…”

“Frau Hermann, Sie sind 83!”

“…Was wollen Sie mir damit sagen, Herr Bastian?”

“Ich…” Er schluckte. “Ich bin begeistert von Ihrer Ausdauer.”

“Haha, das sagen Georg, Heinz und Waldemar ja auch immer. Sehen Sie, seitdem ich mit dem Yoga angefangen habe, habe ich ein ganz neues Körpergefühl. Registriert die Äpp eigentlich auch den Tantrakurs?”

“Frau Hermann, ich…”

“Ich finde das ist durchaus eine berechtigte Frage.”

“Ja, Frau Hermann. Wir sind bloß…”

“Funktioniert diese Äpp eigentlich auch in Jamaica. Ich wollte dort einige Freunde von mir treffen und dachte mir, dass ich das auch als Sport…”

Reflexhaft schlug Bastians Hand auf den “Anruf beenden”-Knopf. Die Bewegung war so laut und heftig, dass sie durch das ganze Großraumbüro knallte. Seine Mitarbeiter sahen mit ihren blutunterlaufenen, halb geöffneten Augen zu wie Bastian aus dem Raum lief. Dann ergaben sie sich wieder ihrem Schicksal.

Veröffentlicht unter Gesellschaft, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Beziehungsstatus: Unbekannt

Lawrence Alma-Tadema - Vain courtship (Quelle: Wikiart)

Kilian sah etwas verwirrt auf den Bildschirm, auf das Profil von L. bei diesem großen sozialen Netzwerk. Er war verwirrt.

Schon seit langer Zeit war es eine Gewohnheit von ihm gewesen, L.s Profil immer wieder anzusehen. Er mochte L. Er mochte sie mehr als er ihr gegenüber jemals zugegeben hätte. Irgendwie war nie der richtige Moment für die Aussprache gekommen. Deswegen beobachtete er ihr Profil und nahm die Veränderung von L.s Beziehungsstatus genau zur Kenntnis.

Vor etwas mehr als einem Jahr hatte sich der Beziehungsstatus zum ersten Mal verändert…

Beziehungsstatus: In einer Beziehung.

Kilian hatte bei dieser Beobachtung einen Stich verspürt. Er hatte ja eigentlich L. sagen wollen, wie gern er sie mochte, wie sehr er ihre gemeinsame Zeit schätzte, ihre langen, lustigen Gespräche. Doch nun stand dort, dass sie in einer Beziehung sei. Er tröstete sich mit dem Gedanken, dass nicht jede Beziehung von Dauer sein mußte.

Bis dann im März sich der Beziehungsstatus wieder änderte…

Beziehungsstatus: Verlobt

Damit hatte Kilian nicht gerechnet. Es überraschte, ja schockierte ihn sogar. In der darauffolgenden Zeit sah er sich L.s Profil noch viel öfter an als zuvor. Er wußte, dass das nicht gesund war. Er wußte, dass er eigentlich keine Änderung erwarten durfte. Doch er konnte sich nicht anders helfen. Es war ein unstillbares Verlangen für ihn L.s Profil zu besuchen und immer wieder “Verlobt” zu lesen, als ob die bloße Betrachtung des Wortes eine Veränderung herbeiführen würde.

Wenn er L. traf vermied er das Thema. Er fragte nicht einmal mit wem sie denn verlobt sei.

Und dann sah er vor einen Tage….

Beziehungsstatus: Unbekannt

Kilian war verblüfft. Er hatte nicht einmal gewußt, dass es so einen Beziehungsstatus gab und deswegen war er sich auch vollkommen unsicher, was er zu bedeuten hatte. Befand sich L.s Beziehung in einer Übergangsphase? Hatte L. eine Beziehung mit einem Unbekannten? Es schien alles keinen Sinn zu machen. Kilian verspürte das Verlangen L. anzurufen. Doch er zögerte. Er wollte L. nicht durch unsensible Fragen verletzten. Er entschied sich ein paar Tage zu warten.

Beziehungsstatus: Autobahn/Überholspur

Kilian hatte nur kurz über sein Smartphone L.s Profil aufgerufen. Es war fast wie ein Reflex. Er sah die neue Angabe und fragte sich was das nun schon wieder heißen sollte. Als er am Abend noch einmal genauer hinsah, hatte sich es schon wieder verändert…

Beziehungsstatus: Im Transit

Das machte für Kilian alles keinen Sinn mehr. Sollte er L. jetzt anrufen? Es erschien ihm unhöflich sie anzurufen und zu fragen, was es mit ihrem Beziehungsstatus auf sich hatte.

Beziehungsstatus: Astronautentraining

…war der nächste, der ihm auffiel. Jetzt war Kilian vollkommen verunsichert. Er rief L. an, allerdings ging nur ihre Mailbox ran und er zögerte und sprach nicht darauf. Vielleicht sollte er gemeinsame Freunde fragen. Aber was würden die sich dabei denken, wenn er sich so für L.s Beziehungsstatus interessiert. Sein Verhalten war ja bereits merkwürdig, es war…

Dann ging alles ganz schnell.

Beziehungsstatus: Raketenstart [Kilian war bleich geworden]
Beziehungsstatus: Im Orbit [Kilian machte sich ernsthafte Gedanken darüber, wohin seine Fantasie abdriftete.]
Beziehungsstatus: Beschleunigung
Beziehungsstatus: Hyperdrive
Beziehungsstatus: Orbitale Umlaufbahn
Beziehungsstatus: Sternenzerstörer
Beziehungsstatus: Laserschwertkampf
Beziehungsstatus:

Kilian löschte seinen Account bei dem großen sozialen Netzwerk. Es war Zeit, dass er mal etwas anderes machte.

Veröffentlicht unter Alltag, Gesellschaft, Netz | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 2 Kommentare

Die aufblasbare, messianische Palme™

Frederic Edwin Church - Tamaca Palms (Quelle: Wikiart)

Ganz neu! Und nur für kurze Zeit!

Aufblasbare, messianische Palme™

Ja, haben auch Sie schon den Drang verspürt zu predigen, aber niemand wollte ihnen zuhören? Dann benötigen Sie die aufblasbare messianische Palme™.

Einfach aufblasen, aufstellen und ungefragt ewige Weisheiten verbreiten!

Unter den dunkelgrünen Blättern der aufblasbaren Palmen, sowie ihrem eingebauten Heiligenscheinprojektor, können auch Sie sofort wie der unvermutet vom Himmel herabgestiegene Messias wirken. Die Aufmerksamkeit ihres Publikums ist Ihnen sofort sicher. Genießen Sie es, wie die Menschen an ihren Lippen hängen werden, ganz unabhängig davon was sie erzählen.

Ob auf einer Party, in der Öffentlichkeit oder am Arbeitsplatz, mit der aufblasbaren, messianischen Palme können sie jederzeit und an jedem Ort letztgültige Wahrheit verbreiten. Sie müssen nicht einmal Teil eines Gespräches sein! Ihre bloße Anwesenheit reicht völlig aus. Mit ihrer natürlichen Autorität und der aufblasbare, messianische Palme™ machen Sie selbst aus ihrem größten Kritiker umgehend einen ihrer Jünger, der sofort ihre Sichtweise übernehmen wird.

Bestellen Sie noch heute ihre aufblasbare, messianische Palme™ und erhalten sie kostenlos zwei unserer beliebten Apostel-Pappaufsteller dazu. Denn bedenken Sie – nichts überzeugt noch schneller und noch besser als eine überwältige Anzahl ihrer gedankenlose Anhänger.

Und immer noch erhältlich! Die Kanzel™, das Podium™ und das Blog™. Falls Sie einmal das Publikum wechseln möchten.

Hinweis: Das Mikrofon™ ist derzeit wegen großer Nachfrage vergriffen und wird in 15 Minuten wieder erhältlich sein.

Veröffentlicht unter Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Das Eis und die Dunkelheit

narbut_comet

“Philae, Philiae?” Langsam begann sich Rosetta Sorgen zu machen. “Philae, bist Du noch da?” Sorgfältig hörte Rosetta in den dunklen Weltraum hinein, während sie ihre Runden um 67P/Tschurjumow-Gerassimenko flog. Sie kannte den Kometen inzwischen gut. Seine hellen Hügel waren ihr ebenso vertraut wie seine dunklen Täler. Rosetta war ängstlich zusammengezuckt als sie gesehen hatte, wie der kleine, mutige Komentenlander Philae in solch einem dunklen Schatten verschwunden war. Doch vor allem hatte Rosetta sich Sorgen gemacht, weil sie gesehen hatte, wie Philae bei der Landung herumgetaumelt war. Rosetta war erleichtert gewesen, als Philae doch noch Halt gefunden hatte, erst dann hatte sie bemerkt, wie dunkel und kalt es an der Stelle war an der Philae zur Ruhe kam. “Paß auf!” hatte sie noch gerufen.

“Alles super! Alles super,” hatte Philae aufgeregt gezwitschert. “Ich stehe! Ich stehe!” Und dann hatte der kleine Landeroboter gelacht. “Ich bin auf einem Kometen gelandet.”

“Das hast Du super gemacht, Philae. Du bist wirklich gelandet.”

“Schau mich an! Ich wirklich auf einem Koment. Das hat vor mir noch keiner geschafft.”

“Super, Philae. Es ist bloß etwas dunkel, wo Du stehst.”

“Ach was, dass ist total einfach ab hier. Ich stehe ja.”

Rosetta hatte gelächelt und sich für eine weitere Runde in der Umlaufbahn um den Kometen verabschiedet. Sie winkte Philae zu, dann verschwand der kleine, winkende, stolze Roboter auf dem Kometen hinter dem Horizont.

Die ganze Umrundung lang hatte sich Rosetta Sorgen gemacht. Nun war sollte sie eigentlich Philea wieder hören können…

“Philae? Philae?” fragte sie vorsichtig. Sie versuchte die Angst in ihrer Stimme zu unterdrücken.

Doch die Antwort war nur Stille. Dann… ganz schwach, hörte sie Philae’s Stimme, sie war fast zu leise.

“Ich… bin hier. Etwas schwach…”

“Philae, das ist die Dunkelheit und die Kälte. Du solltest Deine Energiereserven schonen.”

“Ach was, Rosetta! Du machst Dir… zuviele Sorgen… Ich bin doch schließlich…”

Rossetta mußte sich anstrengen, um überhaupt noch etwas zu verstehen. Philaes Worte waren nur noch ein feines Wispern, irgendwo dort unten in der Dunkelheit von 67P/Tschurjumow-Gerassimenko…

“Ich bin doch schließlich auf einem Kometen gelandet…” flüsterte Philae.

“Ja, Philea,” sagte Rosetta und presste ihre Sonnensegel ganz eng zusammen. “Ja, Philea, Du bist auf einem Kometen gelandet!” Rosetta wollte etwas sagen, aber sie wußte nicht was. Als sie bemerkte, dass sie zu lange geschwiegen hatte, sagte sie schnell “Philea, bist Du noch da?”, bloß damit keine Stille herrschte. Die Stille war das schlimmste.

“Ja…” hauchte es von unten, dort wo dunkles Eis und Milliarden Jahre alter Staub das lebensspendende Licht der Sonne verschlangen. “Und Du?”

“Ich bin noch da, Philea. Ich bin doch immer für Dich da, Philea. Das weißt Du doch. Ich verlaß Dich nicht. Wir haben doch soviel zusammen durchgemacht. Sind so weit gereist.”

Und Rosetta drehte jeder ihrer Antennen in Richtung des Kometen, um auf das langsam ersterbende Funksignal zu achten, dass von unten kam. “Wir sind so weit gereist. Da werde ich Dich doch jetzt nicht alleine lassen. Den Rest werden wir auch noch zusammen schaffen…”

Veröffentlicht unter Wissenschaft | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

The Cure

John William Waterhouse - Saint Cecilia (Quelle: Wikimedia Commons)

Sie hatte ihn vollkommen richtig eingeschätzt. Ihr war sofort aufgefallen als “The Cure” zu spielen begann. Das paßte zu ihm. Sehr sogar. Das war so ungefähr nach 43 Minuten Musik gewesen. Die andere Musik, die er davor gespielt hatte… Die klang anders. Aber “The Cure” paßte zu ihm. Das sagte sie ihm auch.

Er sah sie etwas merkwürdig an.

Veröffentlicht unter Alltag | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Im Zeitzeugengespräch: Die Mauer

Bernardo Bellotto - The Ruins of the old Kreuzkirche, Dresden (Quelle: Wikiart)

25 Jahre hat sie geschwiegen. Doch nun spricht sie endlich. “Ich kann nicht länger schweigen,” sagt sie mit erstickter Stimme. “Es ist nicht einfach als Übeltäter in die Geschichte einzugehen, aber ich würde mir doch wünschen, das da etwas differenziert würde. Ich habe auch nur einen Job erledigt.” Das sagt heute, 25 Jahre nach dem Verlust ihres Postens, die Mauer.

Vor 25 Jahren hat sie diesen Job verloren. Über Nacht wurde sie vertrieben und dabei übel zugerichtet. Noch heute leidet die Mauer an diesen Erlebnissen, die sie immer noch verfolgen. “Es ist nicht so, dass ich nicht freiwillig gegangen wäre. Die DDR konnte ja kaum noch was für meine Instandhaltung tun und das wäre ja mal das Mindeste gewesen. Aber das es so stattfinden würde, das war dann doch ein harter Schlag,” sagt sie heute beim Gespräch in ihrem Exil. Sie spricht nicht gerne darüber, wo sie heute residiert. Aus politischen Gründen sagt sie. “Viele Leute mißverstehen das. Aber es gibt nicht viele Orte wo man eine Mauer von meiner Größe braucht…”

Dabei ist die Mauer durchaus selbstkritisch. Ihre Rolle an den Verbrechen der DDR erkennt sie durchaus an. Zumindest zum Teil. “Die Menschen, die von Grenzern erschossen wurden, bloß weil sie an mir vorbei wollten. Gräßlich. Das geht einem natürlich nach. Aber meine Rolle dabei wird immer wieder aufgebauscht. Als Mauer habe ich mich nur in den Weg gestellt. Mehr konnte ich garnicht tun. Für diese Verbrechen aber waren Grenzer und Minen verantwortlich. Wer redet heute noch von denen?”

Wirkliche Entschuldigungen hört man von der Mauer nicht. Gerüchte, dass sie auch jetzt wieder bei Grenzkonflikten eine zentrale Rolle spielt, sind beim Interview tabu. Doch zumindest in einem Punkt ist sie offen: “Natürlich würde ich nach Deutschland zurückkehren. Sofort! Es waren nicht die schlechtesten Jahre, da muß man nur die alten BRD-Spezies fragen. Und auch heute werden Mauern gebraucht. Von Überwachung oder Grenzsicherung verstehe ich was.” Sie seufzt etwas und sieht aus dem Fenster hinaus, wo Palmen und Wüstensand zu erkennen sind. “Deutschland muß mich nur anrufen. Ich komme gerne zurück.”

Veröffentlicht unter Gesellschaft, Politik | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Eine Wohnung in Berlin

Edmund Charles Tarbell - Across the room (Quelle: Wikiart)

Reinhard lebte seit mehreren Jahren in einem Berliner In-Viertel. Er dachte sich nicht viel dabei.

Dies änderte sich als er auf der Arbeit von einem Kollegen angesprochen wurde: “Mensch, Reinhard! Der Club in Deinem Keller ist ja echt der Hammer.”

Reinhard war verwirrt und sah nach.

Am Abend sagte er dann zu seiner Freundin Anja: “Wußtest Du das in unserem Keller ein Club ist?”

“Im Keller ist ein Club?”

“Nein, nicht im Keller. In unserem Keller.”

“Aber wir haben doch nur 4 Quadratmeter Abstellraum dort unten.”

“Ja, ich war auch total überrascht. Aber da waren vorhin 2 Kellnerinnen, 1 DJ und so ein Dutzend Leute und haben Party gemacht.”

Anja blinzelte, während sie die Information verarbeitete. “Ich hatte in den letzten Tagen irgendwoher Beats gehört. Das war sicherlich aus dem Club in unserem Keller.”

Wenige Tage später fragte eine andere Kollegin Reinhard, ob sie ihn in seinem Bistro treffen würde.

“Wie bitte?” erkundigte sich Reinhard.

“Na in Deinem Bistro…”

Reinhard mußte wieder erst einmal nachsehen: Tatsächlich war in seiner Küche ein Bistro eingezogen.

Es kam daraufhin zu Auseinandersetzungen mit Anja, die wenig Verständnis für die Existenz des Bistros in der Küche hatte. Sie war befangen, wenn sie zwischen den ganzen Gästen an den Kühlschrank wollte. Doch selbst Reinhard wurde es zuviel als dann auch noch in der Garderobe eine Bar namens “Umkleide” eröffnete.

Reinhard versuchte daraufhin die Lage zu klären, scheiterte allerdings daran die Besitzer des Clubs, des Bistros und der Bar ausfindig zu machen. Alleine die Bar wechselte innerhalb weniger Tage fünfmal den Besitzer und dreimal den Namen. Zwischenzeitlich kam auch noch eine Gallerie im Bad hinzu. Sie zog allerdings aus, nachdem beim Duschen die Bilder naß geworden waren. Die Galleriebetreiber drohten Reinhard und Anja mit einer Klage.

Reinhard und Anja sich gezwungen Maßnahmen zu ergreifen nachdem die ehemalige Kohlerutsche einen Ruf als einzigartige Konzertlocation machte und es bei dem Auftritt einer französischen Elektro-Chanson-Band zu einer Drogenrazzia kam. Daraufhin vermieteten Anja und Reinhard ihr Wohnzimmer als vierfache Ferienwohnung. Seit einigen Monaten hat sie in Berlin niemand mehr gesehen.

Veröffentlicht unter Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar