Das iPhone ist schwul

Louis Carbonnel - Apples (Quelle: Wikimedia Commons)

Das iPhone ist schwul und das ist auch gut so!

Jahrelang mußte sich das beliebte Smartphone verstecken. Es fürchtete den Zorn seiner Mitbewerber. Diskriminierung ist Smartphonebereich leider kein Einzelfall. Besonders Android-Telefone machten immer wieder mit asexuellen Ausfällen von sich reden. Deshalb hielt das iPhone jahrelang seiner sexuelle Orientierung geheim. Selbst enge Mitarbeiter des iPhones wie das Ladekabel und andere Mitglieder der iFamilie (iPod, iMac,…) erfuhren davon nichts. Damit ist es nun vorbei: Die ganze Welt hat die Botschaft des iPhones gehört.

Gleichstellungsbeauftragte und Vertreter von Minderheiten begrüßten den Schritt des iPhone: “Es ist ein Signal an die ganze Welt. Es ist okay ein Smartphone und schwul zu sein,” sagt etwa Helga Lindström, Vorsitzende des Verbandes gegen die Diskriminierung von Technik (VDT). “Wir hatten lange darauf gehofft, dass eines der Smartphones sich offenbart und damit eine gesamt-gesellschaftliche Diskussion anstößt.”

Doch vor allem rechts-konservative Gruppierung sparen nicht an Kritik und sprechen von einer “Sexualisierung der Technik”, die Kinder gefährden könnten, wenn diese in Kontakt mit den Touchscreens offen homosexuell lebender Geräte kommen. Es wird bereits von ersten Boykotten gesprochen. So rief etwa die Vereinigung “Gesunde Familien – Reines Silizium” dazu auf iPhones nicht mehr anzurufen.

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EU sei dank: Crystal Pepsi kehrt zurück

Anonymous - Pepsi Ad,, 1919 (Quelle: Wikimedia Commons)

Lange haben die Fans des Softdrinks auf seine Rückkehr gewartet. Nun ist es endlich soweit: Crystal Pepsi kehrt zurück. Was für viele überraschend kommen mag, war von Kennern der EU bereits seit langem erwartet worden. Jedes Produkt oder jede Maßnahme, die nach Regeln der Vernunft auf nationaler Ebene als begraben gelten muß, wird durch intensive Lobbyarbeit auf EU-Ebene wiederbelebt. Ein aktuelles Beispiel ist dafür auch das Deutsche Leistungsschutzrecht, dass auf nationaler Ebene gescheitert ist, nur um nun von EU-Kommissar Oettinger aus der Gruft gehoben zu werden.

Doch im Gegensatz zu Presseverlagen und ihren Vertretern ist Crystal Pepsi wesentlich beliebter. Mit der kommenden Direktive EU 614/2015 soll deswegen der 1993 vom Verkauf zurückgezogenen Limonade wieder Leben eingehaucht werden, auch wenn sich ihr Absatz sicherlich in Grenzen halten wird. Finanzielle Gesichtspunkte spielen dabei auch eher eine untergeordnete Rolle, es geht der EU um “Strukturförderung”.

Wie die neu aufgelegte Crystal Pepsi schmecken wird ist dabei derzeit noch unklar. Derzeit arbeitet ein Fachausschuss aller 18 EU-Staaten an einer gemeinsamen Grundlage, die dann bis spätestens zwischen 2016 und 2021 (abhängig vom Lobbying-Aufwand) abschließend behandelt werden soll. Es gilt bereits als vereinbartes Ziel, dass die EU-Kommission einen Geschmack festlegen wird, der allen EU-Bürgern gleichermaßen mundet.

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SPD darf Ministerpräsident ablehnen

William Hogarth - Chairing the Member (Quelle: Wikimedia Commons)

Der SPD-Vorstand in Thürigen hat sich heute entschieden welchen Ministerpräsidenten die Parteimitglieder ablehnen dürfen. Als Kandidat hat sich Bodo Ramelow von der Linken angeboten. Jedes seiner Regierungsvorhaben werden in Zukunft auch einzelne Landtagsabgeordnete der SPD, die nur ihrem Gewissen und der Angst vor der politischen Bedeutungslosigkeit verpflichtet sind, ablehnen dürfen. Matthias Hey (44) wird für die SPD sich als deren Fraktionsvorsitzender auf eine politische Selbstmordmission begeben. Seine Überlebenschancen werden als gering eingeschätzt.

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ePoller in Deutschland

Paul Fuerst - Dr. Schnabel von Rom (Plague doctor) (Quelle: Wikimedia Commons)

Die Deutsche Unternehmerin Margret Käsbohrer hat ein Problem. Eigentlich ist ihr Familienunternehmen, das sie bereits in der vierten Generation leitet, als verläßlicher Partner des Straßenbaus bekannt. Die Käsbohrer Fundamente GmbH liefert seit vielen Jahren Maschinen und Material. Die Geschäfte liefen bisher gut und selbst das Problem, dass Käsbohrer nun plötzlich hat, klingt erst einmal nicht danach: Noch nie haben sich soviel Menschen für eines ihrer Produkte interessiert. Das Produkt um das es geht ist der “ePoller”.

“Ja, genau,” sagt Margret Käsbohrer mit einem Seufzen. “Sprechen sie es laut aus, dann wissen Sie welches Problem wir gerade haben.” Dabei ist die resolute 59jährige Geschäftsführerin voll von ihrem Produkt überzeugt: “Ein fantastischer Poller. Robust. Ausgelegt auf lange Haltbarkeit. Minimaler Reparaturaufwand, selbst wenn er häufig benutzt wird. Und natürlich elektronische Steuerung über passive Schlüssel, die sie überall anbringen können. Daher der Name.”

Während im fernen Afrika nun eine Seuche mit einem verblüffend ähnlichen Namen grassiert muß die rheinland-pfälzische Geschäftsfrau um ihr Unternehmen fürchten. “Das schlimmste sind die ganze Scherzbolde. Wissen Sie wieviele jeden Tag bei uns anrufen? Fast schlimmer sind noch die Oberlehrer, die unserer Verkaufsabteilung erzählen wollen, was für ein schamloses Unternehmen wir sein müssen, weil unser Produkt diesen Namen trägt. Die Scherzbolde sind ja meistens gleich wieder weg. Aber diese Oberlehrer…” Sie seufzt erneut und schüttelt den Kopf. Nachdem das Unternehmen inzwischen telefonisch kaum noch zu erreichen ist und auch die Käsbohrer-Website unter dem Ansturm der Neugierigen zusammengebrochen ist, sind die Bestellungen bei dem mittelständischen Unternehmen eingebrochen.

Unterstützung kommt inzwischen aus der Politik. Doch es gibt wenig was man tun kann, gibt Landrat Heuninger von der CSP zu. Obwohl der kleine Landkreis nicht mit irgendwelchen Katastrophen gerechnet hat, stellt Landrat Heuninger nüchtern fest: “So kommt die Seuche auch zu uns.” Angesichts der dramatischen Lage kann Käsbohrer auch Entlassungen nicht mehr ausschließen. “Ja, auch bei uns gibt es Opfer,” faßt es Margret Käsbohrer mit der Klarheit einer Frau zusammen, die sich auf das Schlimmste einstellen muß.

Selbst eine Umbenennung des ePollers hat bisher keine Besserung der Lage gebracht. Immer noch verbreitet sich die Nachricht von Käsbohrers Bauteil ungehemmt. “Gerade in diesen Zeiten kann es sich Deutschland nicht leisten, dass wir in Mitleidenschaft gezogen werden,” meint Landrat Heuninger. “Aber wir waren einfach nicht darauf vorbereitet.”

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Die Sphären des Wahnsinns

Tony Robert-Fleury - Philippe Pinel à la Salpêtrière (Quelle: Wikimedia Commons)

Aus aktuellem Anlaß haben wir den bekannten Psychologen und Soziologen Dr. Eichhorn zu einer wissenschaftlichen Einschätzung der möglichen Präventionsmaßnahmen im Falle von Radikalisierung unter Deutschen Jugendlichen gebeten. Die Einleitung zu seinem beeindruckenden 1228seitigen Essay wollen wir hier in voller Länge wiedergeben:

Die postmoderne, monadische Präsenzwelt, Aufenthalts- und dichotomischer Lebensraum des illusorisch-aufgeklärten, biologisch teildeterminierten Individuums verlangt in seiner gesellschaftlich notwendigen sozialen Segmentierung, deren geographisch-politische Ausgestaltung wir ganzheitlich nur in in der Historiographie, ausgehend davon, dass eine perzeptive Darstellung überhaupt möglich ist, und somit in der retroaktiven Projektion wahrnehmen können, ein psychologisch-soziales Bewußtseinsschisma, das keinesfalls als Einengung, sondern vielmehr als adaptives Verhalten innerhalb der Gruppenbildung, ausgehend von der tribalistischen Zusammensetzung und aktiver, wie passiver adaptiver Transformation der hierarchischen Strukturen, denen eine soziologische Relevanz attestiert werden kann, bis hineingehend in die familiär-verwandschaftlichen Mikrostrukturen, betrachtet werden muß, das geradezu zwingend eine psychopatologische Dissonanz erfordert, deren Expression die Sphären des Wahnsinns sind.

Diese Sphären, vielfach auch als “Blasen” bezeichnet – wobei dieser in der Philosophie gewählte Begriff, der Komplexität des Themas nicht angemessen ist und damit nur die skeptizistische Analyse die Verwendung ermöglicht, soweit denn nicht proaktive Filter ausschließlich den emetischen Gebrauch zuläßt – begünstigen die kognitive Spaltung der mentalen Absorption des Individuums in diskrete Einheiten, deren interne Logik, offenbart in der semantischen Expression, sowie der Gebrauchsgrammatik, soweit dieser der Sozial-Linguistik überhaupt bekannt – was deren Signifikanz allerdings nicht falsifiziert, allerdings genauere Studien einfordert – einer schizoiden Störung nicht unähnlich, fordern eine psychopathologische Translokation ebenso ein, wie sie ermöglichen, unter der Vorraussetzung, dass das Individuum nicht einer autonomistischen-sozialen Störung unterliegt – deren graduelle Komponente hier ausdrücklich anerkannt sein soll.

Die soziale Gruppe an sich, als sozialer Ausdruck, wie auch als Element individualistischer Lebensgestaltung, wobei hierbei von der Annahme einer neutral-freiheitlichen, wobei dieser Begriff nicht im gleichen Kontext verwendet werden soll wie in der Politologie, Grundordnung ausgegangen werden soll, soll hierbei nicht – entgegen Vorhaltungen aus den Kreisen der Philosophie, deren Kompetenz in der neuropsychogisch-soziologischen Debatte kritische betrachtet werden muß – als exklusive Distinktionskriterium, sondern vielmehr als Teilaspekt, verstanden werden, das aber ebenso von Anforderungen der bloßen Geografie, wie etwa im Kontext der Urbanistik und der Arbeitsplatzsoziologie, wie auch der sozialer Exklusionsmechanismen und anderer Faktoren definiert wird, um somit einen Universalitätsanspruch zu erreichen, die eine annähernde Überlappung, Überschneidung, bis zur Synonymisierung der Begriffe “Sphäre” und “Gruppe” erreichen soll.

Die Relevanz der Sphären liegt hierbei in ihrer psychopathologischen Distinktion, also des beobachteten, Norm-abweichenden Verhaltens als Symptom eines regressiven, isolationistischen Kodex innerhalb einer geschlossenen sozialen Einheit, und in ihrer diagnostischen Relevanz vor allem in der möglichen Therapie, deren praktische situative Umsetzung hier als eine hypothetische Prämisse anzunehmen ist, um die weitere Fragmentierung der Gesellschaft anhand nicht in Bezug auf soziale Normen oder linguistische Abweichungen, sondern auch der psychologischen Muster, soweit dies politisch-kontextuell als wünschenswert betrachtet wird, aber hypothetisch angestrebt wird, so dass ein therapeutischer Ansatz in der Sozialisierung ermöglicht wird und es nicht zu einer Isolation von Gruppen beispielsweise hinter disruptiven kognitiv-linguistischen Formen,beobachtbar etwa in der Differentiation spezifischer Berufsgruppen, kommt.

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Vattenfall solidarisch

Honore Daumier - A famous cause (A famous trial) (Quelle: Wikiart)

Überraschenderweise hat sich der schwedische Energiekonzern Vattenfall heute der Koalition gegen die Freihandelsabkommen CETA (zwischen Kanada und der EU) und TTIP (zwischen den USA und der EU) angeschlossen. Die vor allem von Nichtregierungsorganisation wie den Gewerkschaften getragene Koalition richtet sich vor allem gegen die in CETA und TTIP verankerten Privilegien für Konzerne und das Aufweichen von gesetzlichen Mindeststandards.

Vattenfalls Engagement sich an der Koalition gegen die Freihandelsabkommen zu beteiligen kommt überraschend. Niemand hatte damit gerechnet, dass der Konzern sich dabei ausgerechnet auch noch eines der vielfach kritisierten extra-legalen Schiedsgerichte verwenden würde, die in den Freihandelsabkommen als besonders umstritten gelten. Die von Vattenfall initierte Kampagne soll weit mehr als 4,7 Milliaren Euro wert sein. Diese Summe entspricht rein rechnerisch 1,5 Millionen Kitaplätzen.

Die Nichtregierungsorganisationen wollen nun mit Vattenfalls Unterstützung ihren Einsatz gegen CETA und TTIP verstärken. Erste Überlegungen nach soll eine maßgeschneiderte Kampagne unter dem Titel “4,7 Milliarden Gründe gegen TTIP” entstehen.

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Türkei setzt auf Verwirrung

Alexey Bogolyubov - Mosque in Istanbul (Quelle: Wikipaintings)

Wie die türkische Regierung heute bekannt gegeben hat, wird sie sich weiter darum bemühen den Kampf gegen die Truppen des Islamischen Staates (IS) zu verkomplizieren. “Die Lage in Syrien und dem Irak ist einfach noch nicht unübersichtlich genug,” hieß es dazu aus Kreisen des türkischen Präsidenten Erdogan.

Bereits am Nachmittag war es der Türkei gelungen die USA öffentlich zu düpieren, indem ein von Washington bekannt gegebene Ankündigung zu einer Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten dementiert wurde. Die Motive hierfür sind unverständlich und sollen es nach Angaben der türkischen Regierung auch weiterhin bleiben. “Es ist nicht unser Ziel uns klar zu positionieren,” sagte ein Pressesprecher in der türkischen Hauptstadt Ankara. “Möglicherweise haben wir einen Plan, möglicherweise auch nicht. Möglicherweise ist er umsetzbar, möglicherweise auch nicht.”

Ob man weiterhin IS-Kämpfer nach Syrien und in den Irak ausreisen lassen wollen, wollte Ankara derweil ebenso wenig ausschließen, wie ein weiteres brutales Durchgreifen gegen die eigene kurdische Minderheit. Die Verbündeten der Türkei zeigten sich irritiert. Nur wenige gingen allerdings dabei soweit wie NATO-General van Rijsenkamp, der auf die Frage ob man die Türkei im Falle eines IS-Angriffes unterstützen wolle, antwortet: “Möglicherweise, möglicherweise auch nicht.”

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