David Cameron verirrt sich in Schottland

Gustave Doré - The Scottish Highlands (Quelle: Wikimedia Commons)

In diesen tumultösen Zeiten wird selten bemerkt, wie im Europäischen Norden ein Überlebenskampf stattfindet: Das Vereinigte Königreich könnte nach einer Volksabstimmung in Schottland bald nicht mehr vereinigt sein.

Premierminister David Cameron ist sich dem Ernst der Lage bewußt und hat deswegen einmal den Norden des (noch bestehenden) Landes besucht. Von einem Podium aus, in sicherer Entfernung von £10.000 vom Rest der Bevölkerung, rief er den Schotten zu, dass es der schottischen Wirtschaft ohne die Union mit England, Wales und den anderen bald nicht mehr so gut gehen würde. “Uns ist die Wirtschaft aber ziemlich egal,” riefen die Schotten zurück. “Wir machen uns eher über den drohenden Austritt aus der EU Sorgen.”

David Cameron ließ sich davon nicht beeindrucken und zählte die möglichen Schäden für die schottische Finanzwirtschaft auf. “Okay, das mag so sein,” riefen die Schotten zurück. “Aber was ist mit dem Sozialkahlschlag?”

Cameron antwortete darauf mit Erläuterungen der britischen Freihandelszone, worauf die Schotten etwas irritiert ihre Unmut äußerten und sich fragten, ob er dieselbe Sprache wie sie sprechen würden. David Cameron bejahte dies, indem er abschließend erklärte, dass all die ökonomische Schwarzmalerei ein adäquater Ersatz für eine positive Vision für das Vereinigte Königreich darstellen würde.

Dann fuhr er zurück nach London und wart in Schottland nicht mehr gesehen.

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Ukrainische Fakten

Peter Paul Rubens - The Battle of the Amazons (Quelle: Wikipaintings)

Als am Dienstag der ukrainische Präsident Poroschenko und Vladimir Putin in Minsk zusammentrafen waren ihre Gesichter während des Blitzlichtgewitters wie erstarrt. Wie sie sich dann zu den gemeinsamen Gesprächen zurückzogen und die Tür hinter ihnen geschlossen wurde, floß wenig später Blut unter ihr durch.

Die Journalisten nahmen es interessiert zur Kenntnis und berichteten nach Hause, dass “der Dialog fortgesetzt werden soll“. Zu ihrer Erleichterung wird erst demnächst entschieden, wessen Blut es gewesen ist, so dass es bis dahin noch viele Foto- und Pressetermine geben wird, in denen mit dem Standardrepertoire der diplomatischen Gesten gelogen werden kann, bevor dann mit dem Standardrepertoire des geleugneten Krieges Fakten geschaffen werden.

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Wowereit ist zurückgetreten, die Stadt brennt

Eduard Gaertner - Berlin, Unter den Linden mit Oper (Quelle: Wikimedia Commons)

Nun ist es also passiert: Klaus Wowereit, Berlins Antwort auf alle Fragen, die eigentlich nie jemand stellen wollte, ist zurückgetreten. Eine Antwort für die Stadt ist das nicht. Der Fragenkatalog ist seit Jahren immer länger geworden und Klaus Wowereit hat ihn mit dem Enthusiasmus eines Steuerhinterziehers bei der gerichtlich verordneten Sozialarbeit abgefertigt. Ja, seine Arbeitsverweigerung grenzte zum Schluß an einen Streik.

Ein Schelm, wer dabei an Ayn Rands Unternehmer-Gehen-In-Den-Streik-Dystopie “Atlas Shrugged” denkt. Doch Ayn Rand hat auch ein Buch namens “The Virtue of Selfishness” geschrieben, das Klaus Wowereit seinem Nachfolger als Antrittssgeschenk überreichen sollte. Es wird jenem unvermeidlichen SPD-Karrieristen sehr genau erklären, warum er sein Amt und die Stadt in dem Zustand vorfinden wird, in dem sie derzeit vorzufinden ist.

Ansonsten wird Klaus Wowereits Nachfolger – dank mangelnden Chuzpes und dem auf von Rentnern bevölkerten Berliner SPD-Wahlkreisveranstaltungen getesteten Charimas – sicherlich bei der nächsten Wahl für dessen Verfehlungen abgestraft werden, nachdem die Eröffnung des Flughafen BER inzwischen auf 2075 verschoben wurde, alle Berliner S-Bahn im Winter zeitgleich aus den Schienen gesprungen sind und wegen Überschuldung der Stadtkasse der Fernsehturm verpfändet werden mußte.

Klaus Wowereit wird es sich dann an einem Strand gemütlich gemacht haben und nur noch gelegentlich per Limousine in die Stadt kommen, die ihn zu dem einen oder andere gut dotierten Aufsichtsratsposten fährt. Und die Menschen auf der Straße werden ihm zuwinken und sich an die gute, alte Zeit unter “Wowi” zurückerinnern.

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Kein Asyl für den Irak

Francisco Goya - The Third of May 1808 (Execution of the Defenders of Madrid) (Quelle: Wikiart)

Wie der Bundesinnenminister de Mazière heute angekündigt hat, will Deutschland keine Flüchtlinge aus dem Irak aufnehmen. Stattdessen würden Waffen geschickt, um “Bedingungen zu schaffen, dass die Menschen im Land bleiben könnten.” Aus demselben Grund würden auch die Lieferung von Baggern an den Irak erwogen, damit die anfallenden Leichen schnell beseitigt werden könnten. “Es geht uns um eine langfristige Lösung im Irak,” betonte der Minister.

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Streik und Bardarbunga

Joseph Wright - An Eruption of Vesuvius (Quelle: Wikiart)

Nachdem es nicht zu einer Übereinkunft zwischen der Pilotengewerkschaft Cockpit und den Arbeitgebern über eine Übergangsrente gekommen ist, kündigen die Piloten nun Streik an.

Allerdings könnte es wegen des zeitgleichen Ausbruchs des isländischen Vulkans Bardarbunga und der deswegen zu erwartenden Asche sowieso zu einem Flugausfall über Europa kommen.

Auf Nachfragen, ob der Vulkanausbruch den Pilotenstreik beeinflußen würden, reagierte man bei der Pilotengewerkschaft verschnupft: “Wir werden dann streiken, wenn es auch Flüge zum Bestreiken gibt.”

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Quintessenz

Paul Cézanne - The murder (Quelle: Wikiart)

Zur Veröffentlichung des Berichtes des NSU-Untersuchungsausschusses des Thüringer Landtags ein Kommentar von Harmadillo:

Die Quintessenz des Berichtes läßt sich mit ein paar Worten zusammenfassen: Beamte des Verfassungsschutzes und des Thüringer Landeskriminalamtes waren der Meinung, dass es dem Staat nützt, wenn Nazis in Deutschland Menschen umbringen.

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Harte Herzen

Pieter Bruegel - Peasant Wedding (Quelle: Wikiart)

Lasst uns unsere Herzen härten,
es stehen Menschen vor der Tür.
Das die zu uns hinüber kommen,
was können wir denn schon dafür?

Zugegeben wir haben den Abend zuvor
mit Grillen verbracht.
Der Gesang unserer Feier klang
durch die Straße, durch die Nacht.

Die Vorstellung, die wollen jetzt auch feiern,
macht ganz benommen.
Weiß Gott, wie konnte es soweit kommen?

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