Reisen mit der GDEB

Die Gesamtdeutsche Eisenbahn AG (GDEB AG) betreibt eine Schnellbahnstrecke in Obersachen, zwischen Westrauken und Halflingen.

Ich bin schon immer gerne Zug gefahren, doch seit einiger Zeit habe ich begonnen meine Fahrten so zu planen, dass sie den Streckenabschnitt der GDEB einschließt. Dafür muß ich zwar in Särglingen einmal mehr umsteigen, allerdings nehme ich dies gerne in Kauf.

Wie die anderen deutschen Bahnen auch hat die GDEB bereits seit einigen Jahren das Rauchen in ihren Zügen grundsätzlich verboten. Dementsprechend suchen auch bei der GDEB die Raucher auf den Toiletten Zuflucht. Allerdings hat die GDEB nach Kundenprotesten dagegen besondere Maßnahmen ergriffen.

Wie ich feststellen mußte, genügt die minimale Rauchentwicklunge bei einer Laptopfehlfunktion um die sensiblen Rauchmelder auf den Toiletten zu alarmieren.

Während ich verzweifelt versuchte eine Festplatte zu löschen, wurde ich schlagartig in rotes Alarmlicht getaucht und eine höfliche, aber bestimmte Frauenstimme informierte mich: „Sehr geehrter Fahrgast, Sie verstoßen gegen das strikte Rauchverbot in unseren Zügen. Gemäß Beförderungsbedingungen ist die GDEB bei Verstoß gegen dieselben nicht zum Weitertransport verpflichtet. Bitte stellen Sie sofort das Rauchen ein. Vielen Dank!“

Als normalerweise ordnungshöriger Bürger versuchte ich mit Angstschweiß auf der Stirn so schnell wie möglich die Rauchentwicklung in meinem Laptop zu stoppen, was mir zumindest ansatzweise gelang. Dennoch bekam ich folgende Durchsage zu hören: „Sehr geehrter Fahrgast, trotz freundlicher Aufforderung haben sie das Rauchen in einem Zug der GDEB nicht eingestellt. Bitte bereiten Sie sich auf ihr Entfernung aus dem Zug vor. Sie haben noch 20 Sekunden Zeit der Aufforderung zur Einstellung des Rauchens doch noch Folge zu leisten.“

Darauf begann die freundliche Frauenstimme einen gnadenlosen Countdown: „Zwanzig, neunzehn, achtzehn,…“

Hastig zerrte ich meinen Laptop unter dem Wasserhahn hervor und verließ mit dem tropfenden Gerät fluchtartig die Toilette. Wie ich mich später informiert habe, hätte ich andernfalls die folgende Durchsage gehört: „Sehr geehrter Fahrgast. Die GDEB bedauert Sie wegen anhaltenden Rauchens aus dem Zug entfernen zu müssen. Die Luken werden sich jetzt öffnen.“

Darauf beginnt sich unter lautem Quietschen die Außenseite der Toilette beiseite zu schieben, während der kleine Innenraum vom Zugwind des Schnellzuges erfaßt wird.

„Wir bedauern die Unannehmlichkeiten und hoffe sie nach ihrer Genesung wieder am Bord eines Zuges der GDEB begrüßen zu dürfen. Nichts für ungut und guten Flug!“

Da der Innenraum keinelei Halt bietet, wird der Fahrgast an dieser Stelle aus der Toilette gesaugt und fliegt in hohem Bogen an den Fenstern des Zuges vorbei.

Es ist ein ausgesprochen angenehmes Gefühl in das Gesicht der Verzweifelten zu lachen, die noch versuchen sich an einem Fenster festzuhalten, nur um dann hinfortgerissen zu werden.

Wie mir die GDEB versicht hat, haben diese Maßnahmen keinerlei Auswirkungen auf den Betriebsablauf.

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