Zur Verteidigung des BuPrä Christian Wulff

Christian Wulff ist ein Ehrenmann. Doch nun ist er eingeknickt: Er hat sich eingelassen auf die Medienhetze auf das Amt, seine Person, seine Frau und Familie und dennoch hat er die Größe gehabt sich der Öffentlichkeit zu stellen, zu bekennen und zu bereuen.

Unser BuPrä übt sein Amt mit Freuden aus und natürlich macht er sich Freunde dabei. Freunde, die ihn ebenfalls unterstützen wollen, bei seiner schweren Kindheit und seiner schweren Familie und natürlich nicht zuletzt seinem schweren Amt zu dem er ohne Karenzzeit und ohne Übergangsphase gelangt ist. Das seine Freunde ihn nicht leiden sehen wollen, ist nur zu verständlich und deswegen helfen sie ihm gerne. Was wäre das für ein Land in dem sich der BuPrä nicht mehr auf väterliche, langjährige Freunde verlassen kann? Möchten wir in so einem Land leben? Es ist nur verständlich, dass Christian Wulff das nicht möchte.

Die kritische Übergangsphase hat er nur durch die Hilfe von Freunden überstanden: Eingemietet in ein einziges, bescheidenes Zimmer in der 4272 Quadratmeter großen Villa seine Freundes Carsten hat er 14 Tage nach seiner Wahl verschnaufen können. Doch er wurde herausgerissen aus dieser wichtigen Konvaleszenzphase, pflichtbewußt brach er seinen Familienaufenthalt nach den tragischen Ereignissen auf der Loveparade in Duisburg ab: Zwei Tage nach dem tragischen von von 21 Menschen verließ er seinen Aufenthaltsort Mallorca und eilte zum frühest möglichen Zeitpunkt zurück nach Deutschland. Seitdem haben ihn die Ereignisse, das überaus anstrengende Tagesgeschäft eines BuPrä nicht mehr losgelassen.

Sogar während in vier Ländern in fünf Tagen war, nur unterstützt von seinen Mitarbeitern und der Flugbereitschaft der Bundeswehr, muß er selber zum Telefon greifen um auf Aufschub für irgendeinen Pressebericht zu bitten: Er will nicht mit der Unwahrheit in Verbindung gebracht werden, einen Vertrauensverlust erleiden. Nur ein einziger Tag Aufschub hätte dabei solch einen Unterschied gemacht.

Doch der Pressebericht kam und Christian Wulff war so gezwungen alles was er an diesem einen Tag hätte tun und sagen können, erst 10 Tage später in einer Stellungnahme zu tun und zu sagen. Die Pflicht hat ihm keine Zeit gelassen.

Doch auch danach wurden weiterhin im Internet Fantasien über seine Frau verbreitet, ihm und der Öffentlichkeit (die ein schwieriges Feld ist) keine Ruhe gegönnt. Über Weihnachten erst konnte er reflektieren und deswegen räumte er schließlich bereitwillig einen Fehler ein, der doch keiner wahr, weil es doch nur ein Aufschub war, nachdem er gebeten hatte. Es war eine so kleine Bitte, um die Christian Wulff bat, darum in die Berichterstattung aufzunehmen, dass er selber den Vertrag offengelegt hat. Denn es waren ja nicht die Recherchen von Bild, die ihn dazu zwangen, sondern sein eigener freier Wille sich zu offenbaren und diese Last von sich abzuwälzen.

Seitdem hat er keine Ruhe: Mehr als 400 Fragen (das sind vom 12. Dezember bis zum 4 Januar mehr als 17 pro Tag!) haben seinem Wissen und Gewissen keine Ruhe gelassen. Dazwischen kam er nicht einmal dazu den so wichtigen Kreditantrag bei der BW-Bank rechtzeitig einzureichen, um diesen Angelegenheit endlich aus der Welt zu schaffen.

Das Amt des BuPrä ist aus vielerlei Gründen in Deutschland schwieriger geworden und durch diese Art von Umgang mit den Dingen hat Christian Wulff dem Amt sicher gedient. Ich bin sicher, dass Christian Wulff durch eine Reihe von Aktivitäten das Amt des BuPrä wieder gestärkt hat. Das ist schmerzhaft, das ist für die Betroffenen schmerzhaft, das kann für die Familien sehr schmerzhaft sein. Doch möchte er natürlich besonnen, objektiv, neutral, mit Distanz als BuPrä agieren.

Deshalb muß jeder Verständnis haben, wenn der BuPrä, wenn Christian Wulff, daraus die Konsequenzen zieht.

Ref: https://netzpolitik.org/2012/preview-das-wulff-interview-als-audio/

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