Fluch der Karibik

Jamaika war fast schon in Sicht, als der wagemutige Freibeuter Kapitän Rösler (vielfach nur flüsternd „Der Doktor“ genannt) auf das Vordeck stieg, um seiner treuen Mannschaft für die gelungene Überfahrt zu danken. In diesem Moment meldete der Ausguck: „Land unter!“

Die Mannschaft rannte zur Reling und sah fassungslos wie eine gesamtes Land in der Ferne, unter Zischen und Fauchen unter dem Meeresspiegel versank. Bald war von Jamaika nichts mehr zu sehen. Nur noch ein Paar leere Fässer Rum, Überbleibsel aus der Zeit als man den schummrigen Hinterzimmern der jamaikanischen Tavernen noch zwielichtige Geschäfte gemacht hatte, trieben auf der Meer.

Kapitän Rösler ließ sich nicht davon beirren und sprach dennoch seiner Mannschaft Mut zu. Trotz der langen Überfahrt würde man festes Land schon noch erreichen. Die Vorräte und das Frischwasser seien ausreichend, die Winde günstig. Nicht nur die Offiziere wußten, dass weder das eine, noch das andere der Fall war. Die ersten Anzeichen der Skorbut unter den einfachen Deckmatrosen ließen sich kaum noch verbergen. Doch dies war kein Moment für Zögern…

Denn Kapitän Rösler war klar, dass er wieder einmal verraten worden war. Die Überfahrt nach Jamaika war eine der letzten offenen Routen für die Freibeuter gewesen. Der Kaperbrief der Königin sollte ihnen Sicherheit geben. Doch obwohl sie sich immer als die Verbündete der Freibeuter ausgegeben hatte, hatte sie nun ihr wahres Gesicht offenbart: Mittels ihre schwarzer Magie hatte sie Jamaika untergehen lassen, genau in dem Moment als Kapitän Rösler zu seiner Mannschaft hatte sprechen wollen.

Dem grimmigen Kapitän zerzauste der Wind das dunkle Haar, während seine zum Horizont gerichteten Augen sich verengten. Gischt der rasenden Fahrt flog an ihm vorbei. Mit all seiner Kraft fuhr seine Faust auf die Reling nieder. Das mürbe Holz seines Schiffes „Liberty“ knarrte unter der Wucht des Schlages.

Seine Hand ging zu seinem Revolver an der Seite: Er wußte, dass es ihm die grausame, öde See keine Gnade mehr geben würde. Und er würde auch keine mehr walten lassen. Nicht einmal gegenüber der Königin.

Fortsetzung folgt.

Ref: Zeit Online zum Ende der Jamaika-Koalition im Saarland

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