Gegendarstellung: ACTA

Eine Gegendarstellung von Harmadillo:

Warum eigentlich ACTA? Wer steckt das eigentlich dahinter? Wahlweise irgendwelche Kartelle der Unterhaltungsindustrie, Aktiengesellschaften, die Content-Mafia, Freimaurer oder Illuminaten.

Doch die Wahrheit ist leider eine andere. So manch einer, der sich da ereifert ist nebenbei selber Verfasser und Herausgeber von Büchern, Produzent von Musik oder Filmen. Aber natürlich sind sie alle dagegen, weil es ja irgendwelche Alternativen geben soll, Kulturflatrates in der Zukunft und so. Selbst der „Artist in Residence“ aus Wölflingen ist davon überzeugt, dass mit irgendeiner Regelung er plötzlich der Empfänger von irgendwelchen Geldern sein wird, die wie Manna vom Himmel auf ihn herabfallen (und sicherlich erschlagen) werden.

Bis es soweit ist, nimmt man noch gerne die Schecks von den Verlagen und Verwertungsgesellschaften. Man muß ja gucken, wo man bleibt und so.
Erst kommt das Fressen und dann die Moral, deswegen verzichten auf Künstler, die mit einem Outlaw-Image spielen, ungerne auf die Gelder aus Abmahnungtöpfen. Man würde ja gerne und man könnte ja… Aber nein, wenn der Batzen auf dem Tisch liegt, dann greift man erstmal zu und stellt Fragen später.

Aber wer glaubt ihr denn ist verantwortlich, dass der Geldfluß nicht ins Stocken gerät? Da steht manch einer im Zugzwang, wenn die Bands, Autoren, usw. damit drohen zur Konkurrenz zu wechseln, weil da mehr Geld zu holen ist. Das versteht manch einer durchaus richtig als Handlungsaufforderung. Das mit diesen Gelder auch auf den alle Jahre mal wieder stattfindenden Aktionärsversammlungen die eigenen Aktionäre stillhalten, ist ein schöner Nebeneffekt.

Das ACTA also niemand will ist also alles eine hübsche Lebenslüge: Wir machen ACTA, weil alle wissen, dass ACTA irgendwo einen Zapfhahn hat, aus dem eines Tages Geld herauskommen soll. Aus der Quelle will jeder trinken und solange man nicht durstig ist, prostet man gerne den Kämpfern gegen Zensur zu. Und ein paar nützliche Idioten in der Politik, die glauben dass man ehrlich sein und mit offenen Karten spielen müßte, machen die Türsteher. So bleibt die Party am Laufen.
Die Rechnung an ACTA bitte!

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