Präsident Santorum in Europa

Ein Gastbeitrag von Harmadillo:

Ist Ihnen auch schon das Schweigen der europäischen Medien zu Rick Santorum, dem republikanischen US-Präsidentschaftskandidatenanwärter, aufgefallen, der gerade wieder zwei Vorwahlen gewonnen hat?

Natürlich wurde en passant mal hämisch angemerkt, dass Rick Santorum ein Google-Problem hat, aber ansonsten schweigen die Medien in Europa zu Rick Santorum. Zu dem Multimillionär Mitt Romney und dem beißwütigen Polittier Newt Gingrich gibt es reichlich Berichte. Auch der Exzentriker Ron Paul bekommt seinen Platz an der Sonne.

Aber zu dem christlich, wert-konservativen Rick Santorum fällt niemandem in Europa etwas ein. Es fehlt auch der Maßstab an dem man jemanden wie ihn messen könnte. Sicherlich würde die europäischen Linken heulen, wenn er Präsident werden sollte. Nur um sich andererseits hämisch zu freuen, dass die USA ihr „wahres Gesicht“ zeigen. Soweit geht es mit der linken Solidarität dann doch nicht.
Aber wichtig ist hierbei vor allem, dass es jemanden wie Rick Santorum in Europa einfach nicht gibt: Einen bekennt gläubigen Christen, der an die Macht des Gebets glaubt, für den die Bibel der Leitfaden des Handels ist und der überhaupt über einen Wertekanon verfügt.

Denn was für Werte gibt es denn in Europa seitdem der Liberalismus alles hinweggefegt hat und das politische Parkett einer Ideenwüste gleibt über den nur gelegentlich ein trockener Steppenläufer eines Vorschlags gefegt wird? Natürlich werden sie in Sonntagsreden immer wieder beschworen, doch versagen sie bereits wenn es um die Umsetzung im eigenen Leben von Politikern geht, wie ein Bundespräsident Wulff beweist. Dass man Fünfe mal gerne gerade sein läßt, ist inzwischen der Standardmodus der Gesellschaft. Sich auf Werte zu besinnen, sie gegebenenfalls auch offensiv zu vertreten grenzt an eine Ungeheuerlichkeit.

Ein Präsident Santorum wäre deswegen ein eigenartiger Besucher in Europa. Man mag sich jetzt schon fragen, wie seine Gastgeber auf ihn reagieren und wie sie im Vergleich abschneiden würden. Der Unterschied zwischen dem Opportunisten Christian Wulff und Rick Santorum könnte nicht größer sein. Oder sollen wir Wulff etwa mit Guido Westerwelle vergleichen?

Der Opportunismus, wahlweise verkleidet als Pragmatismus oder Realismus, ist die Schattenseite des wertfreien Liberalismus und er feiert in Europa fröhliche Urstände, wenn immer Politiker vor die Mikrophone treten und herumlavieren um eine Begründung für eine Maßnahme zu finden, die in der Bevölkerung unbeliebt ist. Mit ihrem mangelnden Kompass stehen sie nicht nur auf einem im schweren Seegang schwankenden Schiff, sondern sind auch noch dabei betrunken, so sehr dreht sich alles um sie. Auch wenn der Gedanke, dass Angela Merkel bei einer Pressekonferenz sich betrunken am Mikrophon festzuhalten versucht, natürlich amüsant ist, so steht ihre verbale Einfallslosigkeit zu ihrer Effektivität in einem krassen Mißverhältnis. Womit sollte sie ihr Tun auch begründen?

Gerade deswegen würde ich mir ein Treffen zwischen Angela Merkel und Rick Santorum wünschen. Es wäre eine Herausforderung für die Grande Dame der deutschen Hegemonie in diesem schläfrigen Europa, wo man bisher noch jedes politische Großereignis verpennt hat und selbst den Zusammenbruch des südlichen Teils des gemeinsamen Bettes kaum wahrzunehmen scheint.

Aber Rick Santorum hätte sich sicherlich garnicht erst auf solche Bettgefährten eingelassen. Davor sind seine Werte.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Ausland, Politik abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s