Der Pirat und die Frau

Die Beiträge zum Weltfrauentag fallen sehr unterschiedlich aus: Der für seine Frauen-Affinität bekannte deutsche Autohersteller BMW befördert erstmals eine Frau in den Vorstand, obwohl Familien- und Frauenministerin Schröder eine Frauenquote gerade heute mal wieder vehement ablehnt und die Piratenpartei beschäftigt sich mal wieder mit ihrem Lieblingsthema: Sich selbst.

Wie allgemein (das heißt spezifisch hier: in internet-affinen Kreisen) bekannt findet in der Piratenpartei eine Diskussion über den Themenkomplex Feminismus, Post-Gender, Geschlechterrollen und -quoten statt, nachdem weibliche Piraten sich über ihre Rolle in der Partei beklagt hatten. Nun hat eine Partei-interne Gruppe, die sich selber Kegelklub nennt, den Weltfrauentag zum Anlass genommen die Ergebnisse einer Umfrage zu veröffentlichen, die sich mit dem Themenkomplex befasst.

Die Umfrage des Kegelklubs ist allerdings eigentlich nicht nur wegen ihre Relevanz über für die partei-interne Geschlechterdebatte der Piratenpartei interessant – auch wenn die klassischen Medien gerne so tun als ob das eine Debatte von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung sei – sondern vor allem weil sich darin viele, viele Daten finden, die allgemein etwas über die Piraten aussagen.
Der Kegelklub erhebt mit der Umfrage ausdrücklich den Anspruch dass diese repräsentativ ist. Befragt wurde über 1200 „eher männliche“, „eher weibliche“ Mitglieder, sowie „transsexuelle Eichhörnchen“.

Das führt zu einigen interessanten Erkenntnissen, von denen hier ein paar Beispiele genannt werden sollen:

– Die Piratenpartei hat mehr transsexuelle Eichhörnchen (rund 2,28%) als Mitglieder als trans- oder intersexuelle Menschen (0,2%).

– 17% aller Piratenparteimitglieder leben in Berlin. Nichts bekannt ist über ihren Konsum von Club Mate, etwaige Vorlieben für 80er-Jahre-Brillen und ob sie eigentlich aus Schwaben stammen… Das wäre zumindest eine Erklärung warum in Baden-Württemberg nur 12% aller Piraten leben, obwohl Baden-Württemberg dreimal mehr Einwohner hat als Berlin.

– „Eher männliche“ Piraten arbeiten vorzugsweise in der IT-Branche, „eher weibliche“ Piraten in den Geisteswissenschaften, Bildung und „Sonstiges“. Übereinstimmungen mit kolportieren gender-spezifischen Entscheidungen für Studiengängen sind rein zufällig und unbeabsichtigt.

– „Eher männliche“ Piraten interessieren sich vor allem für die Themen Internet, Politik und Technik; „eher weibliche“ Piraten für Internet, Politik und Literatur. Oder anders ausgedrückt: Männliche Piraten sind Fanboys von Bill Gates oder Steve Jobs, weibliche Piraten sind Fangirls von Cory Doctorow.

– Die Diskussionkultur innerhalb der Piraten demotiviert nicht nur 52% der „eher weiblichen“, sondern auch 44% der „eher männlichen“ Mitglieder. Damit liegt die Debattenkultur innerhalb der Piratenpartei nur knapp hinter den Negativrekorden der Wikipedia.

– Twitter ist das bevorzugte Kommunikationsmittel der Partei. Damit wurde erfolgreich der Beweis erbracht, dass man der Partei nicht den Vorwurf machen kann gegen den Kapitalimus amerikanischer Prägung zu sein.

Wir fassen also zusammen: Der typische Pirat ein „eher männlicher“ Berliner aus der IT-Branche, der sich für das Internet, Technik und Politik interessiert; sich in Debatten vorzugsweise daneben benimmt, dies bei anderen aber Scheisse findet und dies über Twitter kund tut.
Kann mir jetzt bitte jemand erklären, wieso sich jemand wundert dass dieser Typ ein Problem im Umgang mit Frauen hat?

Über den Umgang transsexueller Eichhörnchen mit Frauen soll demnächst eine separate Umfrage stattfinden.

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