Ein Märchen von der Angst…

Es war einmal…

In einem fernen Land sollte ein Pakt ausgehandelt werden. Schreckliches wurde darüber berichtet: Geister und Gespenster sollten ihn aushandeln, Blut sollte fließen, schaurige Riten an dunklen Orten ausgeführt werden… Alle wußten, dass er existiert, doch niemand wußte, wer ihn eigentlich verhandelt und warum. Mal wurde von bösen Schmugglern gesprochen, denen das Handwerk gelegt werden sollte; mal von dreisten Banditen; mal von der Unterdrückung von Leibeigenen…

Einfach Bauern fürchteten sich ob dieser Gerüchte und als ein Dieb einen Entwurf des Paktes stahl, glaubten viele dass die Tinte auf den Seiten getrocknetes Blut sei. Panik breitete sich aus unter den Bauern und die Könige der Länder sahen sich gezwungen zu beruhigen.

Als der Pakt schließlich veröffentlicht wurde, wurde er hastig von Botschaftern unterzeichnet und in alle Länder getragen. Doch bereits auf dem Weg wurden die Botschafter von Bauern überfallen: „Warum so eilig?“ riefen sie, während sie die Botschafter von den Pferden rissen.

Nun bekamen es auch die Räte der Länder mit der Angst zu tun. Sie fürchteten die Vergeltung der Bauern und wollten nicht mehr über den Pakt abstimmen. In dunklen Gassen trieben Männer mit Masken derweil ihre Scherze mit der Angst und verbreiteten Gerüchte über Dämonen und teuflische Pakte…

Nur im Rat der Länder ließ man sich nicht beirren. Dort entschied der Kreis der Müller dem Pakt zuzustimmen, obwohl sie eigentlich nichts damit zu tun hatten. „Warum die Müller?“ fragten sich die Bauern. War es nicht der oberste Handelsgildenmeister, der soviel Wert auf den Vertrag legte? Doch warum hatte er nicht unterzeichnet? Warum war er nicht da gewesen? Und war es nicht die oberste Gerichtsdienerin, die Zweifel anmeldete und das Gericht befragen wollte?

Doch der Handelsgildenmeister bestand darauf: „Die Räte müssen zustimmen! Die Welt erwartet es von uns.“

So machten sich die Räte auf den Weg zur Abstimmung, doch ihr Weg wurde begleitet vom Klang der Sensen und Sicheln, die geschärft wurden. „Wohin des Wegs?“ fragten die Bauern. „Habt ihr es eilig auf dem Weg in die Hölle?“
Sie beschleunigten ihre Schritte und sprachen zueinander: „Vielleicht brauchen wir nicht auf ein Gericht zu warten, vielleicht geht das schneller irgendwie weg…“

Fortsetzung folgt.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Ausland, Medien, Politik, Wirtschaft abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s