Grüne Gefahr

Tief im Schwäbischen, dort wo die Welt noch in Ordnung ist, bürgerliche Tugenden und Vollbeschäftigung noch zum Alltag gehören, also in den Vororten von Stuttgart, dort haben die Menschen ein besonderes Verhältnis zur Politik: Man steht für einander ein, hört sich gegenseitig zu und bringt erst einmal sein eigenes Haus in Ordnung und erinnert den Nachbarn freundlich an die Kehrwoche.

Dort arbeitet Werner Winkler, Ortsverbandsvorsitzender der Grünen im Landkreis Waiblingen. Ein tapferer Parteisoldat, der für die grün-rote Regierung nebenan in Stuttgart streitet und nun für Verwirrung in der Bundespolitik sorgt.

Denn war bisher noch eine Ernennung der Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2013 per Akklamation vorgesehen, zwingt die Kandidatur Winklers für die Spitzenkandidatur die Grünen zu einer Urwahl. Berechtigterweise ist man in Berlin irritiert.

So wurde etwa Spitzenkandidat-in-spe Jürgen Trittin wurde von der Ankündigung kalt erwischt. Er war gerade mit der Vorbereitung seiner Wahlkampagne „Jürgen ist der neue Joschka“ beschäftigt und mußte diese nun unterbrechen, um Krisenmanagement zu betreiben. „Natürlich freue ich mich über dies basis-demokratische Initiative Werner Winklers,“ zischte er durch seine Zähne. „Aber dieser Mann hat sich offensichtlich keine Gedanken darüber gemacht, welche Umweltbelastung aus so einer Urwahl entstehen. Ganze Wälder werden für die Wahlunterlagen abgeholzt werden müssen. Und erst die Umweltbelastung durch die zu entsorgenden, unausgezählten Stimmzettel…“

Die andere Spitzenkandidatin-in-spe, äußerte sich im privaten Kreis weniger versöhnlich: „Dieser Mann ist eine Gefahr für die Ökodiktatur!“ schäumte sie.

Angeblich soll bereits ein partei-internes Sonderkommando per Bahn auf dem Weg nach Waiblingen sein, um Werner Winkler dingfest zu machen und einem Schauprozess wegen „un-ökologischer Umtriebe“ zuzuführen. Wegen Verspätungen im Bahnbetrieb – unter anderem wegen der fortlaufenden Bauarbeiten für „Stuttgart 21“, ist mit einer deutlichen Verspätung der Bahn zu rechnen, weswegen sich eine Lösung der partei-internen Krise weiter verzögert.

 

Ref: Interview der Süddeutschen Zeitung mit Werner Winkler

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