Urheberrechtskommunisten gegen Urheberrechtsfaschisten

In Berlin spitzt sich die Sicherheitslage weiter zu, nachdem die verfeindeten Gruppierungen der Urheberrechtsfaschisten und der Urheberrechtskommunisten ihren Kampf inzwischen auf die Straße getragen haben. Die Sicherheitskräfte vor Ort sind inzwischen überfordert und geraten immer öfter zwischen die Fronten.

So kam es am Samstagabend zu einer Machtdemonstration der Urheberrechtsfaschisten, die einen Fackelzug von der Siegessäule, zum Brandenburger Tor bis zum Alexanderplatz abhielt, nur um anschließend in der von ihnen eingenommenen O2-World eine große Abschlussveranstaltung zu halten.

Als herausragendster Redner trat ein bekannter deutscher Rockmusiker auf. „Der deutsche Künstler läßt sich nicht länger ins Gesicht pissen!“ schrie er dem begeisterten Publikum entgegen. „Das deutsche Volk will nicht länger von Verbrechern und Piraten bedroht werden! Deswegen werden wir dem moralischen Verfall unseres Vaterlandes ein Ende bereiten. In jeder Straße wird ein Schutzmann stehen! An jeder Ecke eine Videokamera! Überall im Netz ein Deep Packet Inspector!“

Die Rede wurde von lauten „Heil“-Rufen begleitet, bevor man gemeinsam „Die Fahnen hoch, die Reihen fest geschlossen“ anstimmte.

Die Veranstaltung war eine Reaktion auf die Erstürmung und anschließende Zerstörung des GEMA-Palastes durch die Urheberrechtskommunisten. Diese hatten in der vorherigen Nacht versammelt und Angst und Schrecken verbreitet. Der von den Urheberrechtskommunisten eingerichtete Informationsdienst NKWD hatte Künstler ausfindig gemacht. Ihre Wohnungen wurden daraufhin gestürmt und ihr Besitz „zwangskollektiviert“. Wer sich zu Wehr setzte wurde verprügelt oder in ein Gulag zur Umerziehung verschleppt.

In einer Rede des geheimen Anführers der Urheberrechtskommunisten, der nur als „Der Blogger“ bekannt ist verkündete in einer über die als Propagandaplattform bekannte Videoanbieter Youtube verbreiteten Botschaft: „Das internationale Online-Anonymat wird nicht ruhen, bis wir uns vom Joch der Urheber befreit haben! Wir werden für die Freiheit kämpfen und das internationale Offline-Proletariat wird sich uns begeistert anschließen. Sollen die Despoten zittern und sich vor dem Tag fürchten an dem wird dem Kapitalismus ein Ende bereiten werden.“ Anschließend zeigte das Video Bilder von revolutionären Bombenanschläge zu den Klängen der Internationalen.

Als Reaktion auf die Ausschreitungen wurden in Berlin noch einmal die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Nach Äußerungen aus der Nähe der Regierung wird auch die Ausrufung des medialen Ausnahmezustandes oder die Einrichtung einer Ausgangs- und Kulturkonsumsperre nicht mehr ausgeschlossen.

Selbst an scheinbar friedlichen Orten in der Provinz bleiben Zusammenstöße der verfeindeten Gruppen nicht aus: Im Hunsrück mußte eine (qua definition faschistische) Band bei einem Propagandaauftritt von Sicherheitskräften und Polizei vor als Konzertbesucher verkleideten Urheberrechtskommunisten geschützt werden. Es kam zu Sach- und Personenschäden in Form von zerschmetterten Gitarren und Dehydrierung.

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