Der Manning-Assange-USA-Clusterfuck

Ein Gastbeitrag von Harmadillo:

Bradley Manning, mutmaßlicher Unterstützer von Wikileaks, sitzt in den USA im Militärknast. Er soll es gewesen sein, der Gigabyte-weise Informationen über militärische Operationen ins Netz gestellt hat, damit sich die Welt daran erfreuen kann wie Teenager in Hubschraubern Iraker abknallen. Natürlich war das ein Fest auch für Al-Qaida und Co., denen das Propagandamaterial frei Haus geliefert wurde, worüber sich sicher die restliche US Army freut.

Auch wenn Mannings Unterstützer herumschreien, dass seine Einzelhaft Folter ist, so darf man doch zumindest vermuten, dass Mannings ehemalige Kameraden durchaus in der Lage sind zu erkennen, dass das zu seinem Schutz passiert. Er könnte ja durchaus sein, dass Manning ansonsten Teenagern in Hubschraubern begegnet.

Während also der Prozess um Manning ins Rollen kommt und sich in legalistischem Hickhack verfängt, läßt sich Wikileaks-Mitgründer und Manning-Profiteur Assange über seine persönliches soziales Netzwerk (heißt zufälligerweise auch Wikileaks) dafür feiern, dass er eine „ach so provokative“ Fernsehsendung, wo er mit Demokratiefeinden über deren Gegner diskutieren darf, während er in einem englischen Country-Haus sitzt. Natürlich ist es zuviel verlangt, dass Julian Assage die Schmerzen von Bradley Manning und dessen Einzelhaft teilt. Immerhin würde das Assange davon abhalten mit gegen deren Willen seinen Groupies herumzuvögeln.

Dennoch hat er eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass es ihm genauso wie Manning an Intelligenz mangelt, weil beide sich so gerne feiern lassen. Sei es mit Sex (Assange) oder sei es mit ruhm-heischender Prahlerei im Internet (Manning). Deswegen erregt es meine Übelkeit, wenn sich Leute hinstellen und behaupten, dass beide Männer für ihr Engagement und ihre politische Haltung verfolgt werden. Weder bei dem einen, noch bei dem anderen ist dies der Fall: Beide werden ausschließlich – berechtigt oder unberechtigt – für ihre Dummheit verfolgt.

Und wenn sich gerade Assange so gerne hinstellt und nach dem Motto „Viel Feind, viel Ehr“ über seinen Opferstatus jammert, dann liegt das nur daran, dass seine Gegner ebenfalls viel zu dumm sind, um ihn effektiv zu verfolgen. Denn alles was das „Trio infernale“ aus Assange, Manning und der amerikanischen Regierung zusammenhält, ist ihr Dilettantismus, ihre Stümperhaftigkeit und die eigene Selbstüberschätzung.

Nirgends wird dies besser bewiesen als in dem komplett bescheuerten Umgang der US Army mit ihrem Promi-Gefangenen Manning: Mit jeder Minute in Einzelhaft, mit jeder aus der Luft gegriffenen Anschuldigung und dem arroganten Umgang mit der Verteidigung spielt sie „Team Manning“ in die Hände. Anstatt sich darauf zu konzentrieren, möglichst schnell und genau nachzuweisen welchen tatsächlichen Schaden Mannings Vorgehen verursacht hat, wieviel Blut von seinen Kameraden an Mannings Händen klebt, versuchen sie lieber seine Redefreiheit und die aller Soldaten einzuschränken, bloß um Manning mit der Todesstrafe drohen zu können. Vollkommen blind auf beiden Augen, um zu erkennen, dass einen Wikileaks-Märtyrer genau das ist, was sie nicht gebrauchen können.

Und natürlich spielen die USA damit Assange in die Hände, der sich in seinem Country-Haus sich auf seinen Superstarstatus einen runterholen kann, während Manning unter juristischem Dauerbeschuss steht.

Wann hat Wikileaks eigentlich zum letzten Mal was veröffentlicht? Ach, egal, demnächst gibt es eine neue Talkshow mit Assange…

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