Kampf gegen die Internetsucht

Nun ist es endlich amtlich: Mit dem gerade erschienenen Drogen- und Suchtbericht 2012 der Bundesregierung steht nun fest, dass exzessive Internetnutzung eine Sucht ist. Niemand ist dafür dankbarer als der IT-Administrator, Webdesigner und Gelegenheits-Hacker Christian „haXXor87“ P. aus Berlin: „Jetzt habe ich endlich eine Antwort auf alle meine Fragen.“

Christian P. ist bereits seit Jahren bei einer Firma angestellt, wo er gewzungen ist in mühevoller Kleinarbeit die Webseiten und Serverinfrastruktur von Kunden zu administrieren. „Schon lange habe ich mich gefragt, ob mein Beruf mit meinem Problemen etwas zu tun hat,“ meint Christian P. „Doch mit dem Drogen- und Suchtbericht habe ich endlich eine Antwort.“

Seit Jahren leidet Christian P. an einer Vielzahl von Symptomen: „Ich dachte immer, dass mein Sozialleben daran scheitert, dass ich so oft nachts arbeiten muß und das daher auch meine Schlaflosigkeit kommt. Aber jetzt weiß ich, dass es das Internet ist, dass ich mir ständig in hohen Dosen geben muß.“ Trotz Warnhinweise aus seiner alltäglichen Arbeitsleben hat Christian P.s Arbeitgeber die gesundheitlichen Risiken immer heruntergespielt. „Wenn ich neben den Server saß und im Internet war, habe ich schon immer ständig trockende, schrecklich juckende Augen gehabt. Ich habe dem das gesagt, aber mein Chef sagte einfach ich solle mich nicht so anstellen. Ich hätte kapieren müssen, dass das die ersten Zeichen meiner Sucht sind.“

Wie krankhaft Christian P.s Verhalten war, erkennt er jetzt erst im Nachhinein: „Ja, wenn ich nach Hause gekommen bin, habe ich erstmal das Internet angemacht um über Spotify Musik zu hören. Ich dachte immer sowas sei normal. Oder auch einen Film herunterladen. Natürlich keine Kopien, sondern vollkommen legal,“ wie er schnell anfügt.

Doch nicht nur für Christian P.s Leben hat der Bericht ungeahnte Folgen. Der freie Programmierer schwört bereits jetzt, dass er sein Leben ändern wird, um von seiner Sucht loszukommen. „Ich habe mich schon bei Facebook abgemeldet,“ verkündet er stolz. Ein erster Schritt zu einem normalen Leben.

Doch auch für Christian P.s Arbeitgeber hat es ungeahnte Konsequenzen. „Ja, klar. Im Drogen- und Suchtbericht steht ja drin: Wenn man den Internetkonsum nicht einschränken kann, obwohl man von der schädlichen Wirkung weiß, dann ist man krank. Und für meinen Arbeitgeber mußte ich ja ständig ins Internet. Auf jeden Fall mehr als die eine Stunde, die nach dem Bericht gut für einen ist. Manchmal war ich den ganzen Tag lang online.“ Noch immer graust es dem inzwischen beurlaubten IT-Administrator bei dieser Vorstellung.

Deswegen soll jetzt der Arbeitgeber zahlen. Für Christian P. ist dies mehr als nur persönliche Wiedergutmachung. Er hofft, dass auch andere Arbeitnehmer Klage einreichen, damit niemand mehr gezwungen ist sich dem Internet auszusetzen und Deutschland wieder ein gesundes Land wird.

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