Keine Sonderbehandlung für Banker in Mordfall

Nach London hat nun auch Frankfurt am Main seinen Banker-Skandal. Allerdings einen ganz anderer Natur: Der am Freitag abend kurzfristig von der Polizei festgehaltene Joe K., Mitarbeiter der auch in London in den Libor-Skandal verwickelten Deutschen Bank, ist dort wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Nach Aussagen der Staatsanwaltschaft gibt es keinen Anhaltspunkt, dass Joe K. tatsächlich seine Freundin ermordet haben soll. „Die Tatsache, dass besagte Person mit einem Messer auf dem sich das Blut des Opfers befand am Tatort angetroffen wurde, stellt noch keinen Anhaltspunkt für einen hinreichenden Tatverdacht dar,“ erklärte die Staatsanwaltschaft in einer Pressekonferenz. „Wir dürfen uns nicht zu voreiligen Schlüssen hinreissen lassen und haben deswegen eine Untersuchungskommission eingerichtet, die nach allen Seiten hin ermitteln wird.“

Für Unmut in der Bevölkerung sorgen allerdings inzwischen öffentliche Aussagen von K., der über die laufenden Ermittlungen verärgert ist. Wie er über die Rechtsabteilung seines Arbeitgebers mitteilen ließ, hat K. kein Verständnis warum die Vollstreckung des Testaments des Opfers zur die Untersuchung ausgesetzt wird. „Am Tatort war ein Testament, wo ich als Haupterbe eingesetzt war. Was bildet sich Polizei und Staatsanwaltschaft ein, mir meinen rechtmäßigen Besitz vorzuenthalten?“ so K. wörtlich in einer Stellungnahme.

Nachdem es nun Bewegungen in Justiz und Politik gibt, um K. eine schnellere Vollstreckung des Testaments zu ermöglichen, weisen die Behörden eine Sonderbehandlung des Bankers weit von sich. „K. wird trotz seiner Anstellung bei der Deutschen Bank wie ein normaler Bürger behandelt,“ hieß es in der Pressekonferenz von Polizei und Staatsanwaltschaft. „Der Verdächtige hatte beispielsweise in der Mordnacht seinen Porsche vor dem Haus des Opfers gesetzeswidrig vor einer Feuerwehreinfahrt geparkt. Dafür wurde er mit einem Strafzettel hart bestraft.“

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