Wicca-Gemeinde freut sich über staatliche Anerkennung in Hamburg

Für Unruhe sorgt in Hamburg die Anerkennung des Wicca durch die dortige Landesregierung, den Hamburger Senat. Nachdem gestern bereits die islamische Glaubensgemeinschaft sich über eine Anerkennung ihrer Feiertage und die Integration in den Religionsunterricht freuen durfte, schreitet der Senat weiter voran, um auch andere Glaubensgemeinschaften besser zu integrieren.

Für die Wicca-Gemeinde gelten nun auch Samhain, Imbolc und Beltane als Feiertage, an deren ihre Mitglieder sich zu deren Feier freinehmen können. „Wir wollen damit ein Zeichen setzen,“ teilte Hamburgs Erster Bürgermeister stolz gemeinsam an der Seite von Oberdruide O’Seaclaichain und Coven-Hohepriesterin Asmada Sternennacht mit. „Wicca gehört zu Hamburg!“

Zudem sollen die Wicca-Gemeinden auch Einfluß auf den überkonfessionell gestalteten Religionsunterricht nehmen. Die dafür verantwortliche evangelische Kirche begrüßte zwar ausdrücklich „die Integration anderer Glaubensrichtungen“ in den Religionsunterricht, zeigte sich angesichts der Glaubensvorstellungen des Wicca allerdings etwas „befremdet“ über deren Anliegen. „Wir schließen die rituelle Nacktheit bei der Durchführung des Religions an Schulen ausdrücklich aus,“ teilte dazu ein Sprecher des hamburgischen Bischofs mit. Auch aus den Kreisen des Bildungsministeriums gab es dazu kritische Äußerungen, die allerdings kein offizieller Vertreter nach der feierlichen Bekanntgabe des Staatsvertrages öffentlich wiederholen wollte.

Dennoch scheint es an den Schulen eine weitgehende Bereitschaft zu geben sich dem Wicca zu öffnen. „Wir feiern ja schon unfreiwillig Hallowe’en mit, da können wir gerne Samhain draus machen,“ sagte im Vorfeld der Direktor des Lessing-Gymnasiums im Hamburger Stadtteil St. Georg. Dies führte allerdings zu Verstimmungen, da sich die Wicca-Gemeinde von einer Gleichsetzung des Samhain mit dem kommerziellen Hallowe’en „spirituell befleckt fühlte“. Erst eine im Senat durchgeführte Reinigungszeremonie, inklusive einem gemeinsamen Tanzes um ein mit Misteln entfachten Feuers konnte den Zwischenfall bereinigen.

Unstimmigkeiten gibt es allerdings noch um einige Details der Umsetzung des Staatsvertrages, die aus der traditionellen Konkurrenz der druidisch-paganistischen und der hexerischen Ausrichtung des Glaubens. Deshalb konnte bisher keine Einigung über die Errichtung eines Steinkreises in der Hamburger Parkanlage Planten un Blomen gefunden werden. Derzeit sucht der Hamburger Senat noch nach einem Exorzisten, um die deswegen von den beiden Gruppen gegenseitig ausgesprochenen Flüche aus dem Hamburger Rathaus zu entfernen.

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