Turbogiraffe Episode 320 – Supermärkte und atomare Feuer

Es ist an dieser Stelle etwas zu schwierig zu erklären, wie ich mich an einem violett leuchtenden atomaren Feuer auf dem Kristallmond Tullulex 14 wiedergefunden hatte. Nur soviel: Die Gartenbauanlagen der Seriden würden bald wieder erblühen.

Bei mir war ein Verkäufer aus einem kalopsischen Supermarkt, der – im Gegensatz zu mir – sogar auf einen Raumanzug verzichten konnte, trotz des atomaren Feuers und der säurehaltigen Atmosphäre. „Ein kalopsischer Supermarkt härte so gegen einiges ab,“ meinte er nur lapidar nachdem wir uns vorgestellt hatten.

Wir saßen so beieinander, während ich darauf wartete, dass mich die Schallortung von ZEV 40-25 ihre Kalibrierung abgeschlossen hatte. Ich erzählte ihm etwas von meinen Reisen und ich mußte zu meinem Erschrecken feststellen, dass meine Erlebnisse (ja, selbst die Begnung im Orbit um V404 Cyg) nichts im Vergleich zum Alltag in einem kalopsischen Supermarkt darstellte.

„Nein, dass die Ware bei Kassieren mich zu beissen versucht und mich dabei mich mit ihren Infektionen töten möchte, daran gewöhnt manch sich schnell, wenn man die Probezeit überlebt,“ antwortete er mir. Eigentlich war er ja ein „es“, aber er nahm es damit nicht so genau: „Man erwartet einfach keine Höflichkeit von Kunden mehr.“

Er trank zwischendurch immer etwas quasi-periodischen Fruchtsaft und bot mir auch etwas an. Ich mußte wegen meines Raumanzuges aber ablehnen. „Siehst Du,“ meinte er zu mir. „Der Job hat auch seine guten Seiten: Sowas brauche ich garnicht mehr.“

Während des Wartens machte er gar keinen unglücklichen Eindruck. Wir lachten als er mir in Details die Herstellung friolanischen Weins erklärte und ich ihn über meine Erlebnisse in einem Kaufhaus auf Lebtos I erzählte, wo ich verzweifelt versucht hatte mir einen Ersatztransistor für mein Interdimensionales Funkgerät (IDF) zu besorgen, die Verkäufer aber darauf bestanden hatte, dass ich eine Schau der neusten Sockenmode über mich ergehen lasse.

„Das witzigste…,“ sagte er kurz bevor ich mich verabschieden mußte. „Das witzigste ist immer noch, wenn die Kunden sich bei mir verabschieden und mir einen schönen Tag wünschen. Wenn die wüßten, wie ein schöner Tag bei mir aussieht… So einen schönen Tag kann man garnicht haben.“

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