Einheitsbewegung gegen die Frauenquote

Die zu erwartende Ablehnung der Frauenquote durch die Stimmenmehrheit der Regierungskoalition von CDU/CSU und FDP im Bundestag hat nicht nur zu Ablehnung geführt. Einige gesellschaftliche Gruppen begrüßen das zu erwartende Ergebnis ausdrücklich. Zwei von ihnen wollten heute in Berlin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz ihre weitere Strategie vorstellen. Doch das Treffen endete im Eklat.

Die erste Gruppe ist der „Verband zum Erhalt des klassischen Unternehmertums“ (VEKU), der durch seinen Vorsitzenden Ernst-Wolfram von Schlüter (59) repräsentiert wurde. Schlüter war ein langjähriger Manager großer deutscher Firmen und zuletzt bei einem Chemieunternehmen beschäftigt. Er ist in fünfter Ehe mit einer 24jährigen BWL-Studentin verheiratet.

Die andere Gruppe ist die „Gemeinschaft katholischer Frauen“ (GKF), eine neue Ausgründung der „Deutschen katholischen Gesellschaft“, die wiederum als Abspaltung des „Katholisch-Deutschen Traditionsvereins“ entstanden ist. Vertreten wurde die durch ihre Vorsitzende Ulla Maria Wollschlager, verwitwete Rombach aus Biberach im Schwarzwald.

Zuerst verlief der gemeinsame Auftritt harmonisch. Den beiden Vorsitzenden war die Freude über die abzusehende Niederlage von Ursula von der Leyens Initiative im Bundesrat deutlich anzusehen. VEKU-Vorsitzender von Schlüter bezeichnete die Frauenquote als „die geistige Verwirrung einer interventionistischen, markt-feindlichen Agenda.“ GKF-Vorsitzende Wollschlager bekräftige dies und betonte, dass von Schlüter ihr deutlich vermittelt habe, dass mit der Regelung traditionelle, erfolgreiche Strukturen in den Führungsetagen zerstört würden. Insbesondere das Vertrauensverhältnis zwischen Führungskräften und weiblichen Angestellten würde „vergiftet“, so dass eine persönliche Annäherung „nicht mehr möglich sei“. Dem konnte von Schlüter nur heftig nickend zustimmen.

Gleichermaßen stimmte von Schlüter zu als Wollschlager die „traditionelle Familie“ lobte. Allerdings rutschte er bereits nervös auf dem Stuhl herum, als die GKF-Vorsitzende von den notwendigen christlichen Grundlagen für das gesellschaftliche, wie auch wirtschaftliche Leben sprach.

Zum Eklat kam es allerdings erst später. Eigentlich war die Pressekonferenz auch schon vorüber (auf Frage von Journalisten wurde nicht eingegangen), als von Schlüter sich dazu hinreißen ließ, anzumerken dass es notwendig sei „die unsichtbare Hand des Marktes“ die Frauenquote regeln zu lassen.

„Sie meinen damit Gott,“ warf daraufhin Ulla Maria Wollschlager ein und lächelte ihren Partner an.

Von Schlüter lächelte gequält zurück. „Nein, ich meine die Kräfte des Marktes, die aus dem Vertrauen in die Voraussicht der Marktteilnehmer eine Balance erlangen.“

„Sie sollten auf Gott vertrauen, nicht auf den Markt,“ belehrte ihn die GFK-Vorsitzende.

Schlüter lächelte an dieser Stelle immer noch, beugte sich vor und hielt dabei eine Hand vor sein Mikrophon, so dass nicht genau hörbar war, was er Wollschlager antwortete. Unabhängig voneinander wollen anwesende Journalisten die Worte „Fähigkeit zu rationalen Entscheidungen“ herausgehört haben.

Wollschlager reagierte daraufhin zutiefst verärgert. Ordner ließen die Mikrophone abschalten und das Streitgespräch zwischen Wollschlager und von Schlüter ging im Geschrei ebenfalls anwesender Mitglieder beider Verbände unter, die auf die Bühne stürmten.

Schließlich wurden die Journalisten von Mitarbeitern einer Sicherheitsfirma „zu ihrem eigenen Schutz“ aus dem Saal gedrängt, während zuletzt zu sehen war wie die 24jährige Ehefrau von Ernst-Wolfram von Schlüter sich mit dem Schrei „durchgeknallte Christentussi“ auf Ulla Maria Wollschlager stürzte, nachdem diese sie als „Hure“ bezeichnet haben soll.

Von Seiten der Bundesregierung war indess keine Stellungnahme zu den Streitigkeiten der sie unterstützenden Gruppierungen zu bekommen.

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