Lektion 29: Argumentationsverstärker in der politischen Debatte… und Kinder!

Ein Auszug aus der Broschüre des Komittees für Förderung der politischen Diskussionkultur 10/12:

Wie wir bereits aus unserer letzten Lektion wissen, setzt das politische Argument sich aus 4 Anteilen Betriebswirtschaft, 2 Teilen Sicherheit, 1 Anteil Moral, sowie 3 Teilen Empörung zusammen. Hierbei wird allerdings eine der spezifischen Komponenten außer Acht gelassen, die die politische Debatte in besonderem Maße bereichern: Kinder.

Kinder sind einer der beliebtesten und wirkmächtigsten Argumentationsverstärker, der auch in geringen Dosen eingesetzt größe Wirkung entfalltet. Dabei sind Kinder – wie sich inzwischen herausgestellt hat – alleine schon aus ökonomischen Gesichtspunkten heraus sehr wertvoll. Kaum jemand verfügt über ein Kind und viele Leute haben nur Erfahrungen mit Kindern, weil der Schwager eines Freundes mal eines gesehen hat. Dies steigert den Marktwert an diesem knappen Gut und wirkt sich belebend auf jede Debatte in der mit Kindern hantiert wird.

Für den praktischen Einsatz genügt es bereits ein einfaches politisches Standardargument wie in der letzten Lektion besprochen zu formulieren und dieses mit dem Zusatz „und Kinder!“ zu versehen. Hier als Beispiel ein paar tagesaktuelle Themen, bei denen sich Ihnen sicher sofort erschließt, wieviel wirkungsvoller sie mit dem Zusatz „und Kinder!“ werden.

  • Für die Rettung schuldengeplagter Staaten… und Kinder!
  • Für die Ortung von Handys… und Kindern!
  • Vorratsdatenspeicherung von Daten… und Kindern!
  • Für die Transparenz von Behörden… und Kindern!
  • Gegen römische Dekadenz unter HartzIV-Empfängern… und Kindern!

Wie sie an diesen Beispielen deutlich erkennen, sind Kindern nicht bloß ein besonders effizienter Argumentationsverstärker, sondern auch nahezu universell einsetzbar. Da besonders in der politischen Debatte nicht mit der Gegenwart oder der sonstwie zum Vergleich ziehenden Präsenz von Kindern zu rechnen ist, bedeutet dies, dass der Debattierende sich weder mit deren konkreter Natur, noch deren bekannten negativen Effekten auf die sozialen Lebensverhältnisse auseinandersetzen muß.

In einer unserer zukünftigen Broschüren werden wir noch zusätzlich auf den Effekt von Kindern im politischen Marketing zusätzlich eingehen. Wie aktuelle Beispiele ergeben haben, haben Kindern auch einen nachweisbaren Effekt auf die Popularitätswerte einzelner Politiker, weswegen sich einige Kinder angeschafft haben (so etwa „SPD-Parteivorsitzender Sigmar Gabriel… und Kinder!„).

Fürs erste ist es wichtig, dass Sie sich für kommende Debatten mit der Natur der Macht und deren Anwendung auseinandersetzen und dabei nicht aus den Augen lassen, dass deren Ausübung nicht von realitätsbedingten Unzulänglichkeiten beeinträchtigt werden darf, um die eigene Handlungsfähigkeit nicht einzuschränken…
und Kinder!

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