Lieder für Sandy

Während sich die Behörden und Sicherheitskräfte an der Ostküste der USA auf das Eintreffen des Tropensturms Sandy vorbereiten, sind auch viele ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Nachbarn helfen sich gegenseitig dabei die Häuser sturmsicher zu machen, Einkäufe werden zusammengelegt und auch in Schulen oder bei wohltätigen Organisation finden sich viele in diesen Stunden ein, um ihre Arbeitskraft anzubieten.

Eine besonders aktive Gruppe sind derzeit die „Lord’s Mercy Singers“. Dieser ganz besondere Chor weist eine lange Geschichte auf und darauf ist ihr Leiter Terry Sanford auch sichtlich stolz: „Wir haben bereits zu Zeiten des Bürgerkrieges gesungen,“ teilt er jedem mit, der sich für ihn und seine Mitsänger interessiert. Während der Chor an normalen Tagen eher in Kirchen oder bei wohltätigen Veranstaltungen auftritt und die Besucher dort mit geistlichen Liedgut erfreut, so haben die Sänger doch eine ganz andere Vorstellung von ihrer Aufgabe.

In Zeiten wie diesen, wo – derzeit noch weit draußen auf dem Meer – sich ein Sturm aufbaut oder eine andere Naturkatastrophe droht, sehen es die „Lord’s Mercy Singers“ es als ihre Aufgabe an, aktiv zu werden, nicht nur um den Menschen um sie herum Mut zu machen. Deswegen bereitet sich derzeit der gesamte knapp 50köpfige Chor darauf vor an die Küste von Virginia zu fahren, wo der Sturm besonders stark wüten soll.

Dort wollen sich die Mitglieder des Chors trotz – oder gerade wegen des Tobens der Elemente an die Küste stellen und dem Sturm mit geistlichen Liedern trotzen. „Gott ist mit uns,“ meint Terry Sanford dazu. „Wir haben uns eine schöne Stelle in einem Hafen ausgesucht. Wunderbare Akustik, ganz wunderbare Akustik! Dort wird man unsere Stimmen hören,“ schwärmt er, während er und seine Mitstreiter derzeit noch in einer Mehrzweckhalle in Tennessee üben.

„Doch das wichtigste ist…,“ und der gelegentlich als Laienpastor arbeitende Sanford wird still und lächelt dabei. „…Gott wird uns hören. Gott wird uns erhören! Und uns die Kraft geben diese Sturm, diesen teuflischen Sturm zurückzudrängen und den USA abzuwenden!“ „Hallelujah!“ ruft ein begeistertes Mitglied des Chores bei diesen Worten und erschreckt uns damit ein bißchen.

Doch ist die Aktion nicht riskant? Sanford lächelt mit dem Lächeln eines Mannes, der sich göttlicher Unterstützung sicher ist. „Wir haben auch bei Hurricane Katrina gesungen. Und ja, zwei unserer Mitglieder sind vom Sturm und den Überschwemmungen aufs Meer hinausgetragen worden. Aber nach 48 Stunden hatten wir es geschafft. Gott hatte uns erhört.“ „Hallelujah!“ ruft wieder einer der Chormitglieder im Hintergrund.

Doch die „Lord’s Mercy Singers“ müssen weiter Proben. Mit Vertonungen von Psalmen und natürlich mit amerikanischen Klassikern wie „God bless America“ werden sie noch in der kommenden Nacht aufbrechen, um sich in die Schlacht gegen den Sturm zu stellen. Wir verabschieden uns höflich und fahren schnell weiter, um dem kommenden Sturm zu entgehen.

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