Müll aus Doha

rohre

Aus gegebenen Anlass, ein Gastkommentar von Dr. Eichhorn, zum Thema… äh… „Müll aus Doha“?

Fossile Brennstoffe sind, unter Berücksichtigung, aber vor allem in Anbetracht, obwohl auch deren Endlichkeit intellektuell erfaßt wurde, der Reflektion kohenstoffhaltiger Moleküle in der Atmosphäre, der internen politischen Entwicklungen der de-facto-Lieferanten, zugleich Ursache und Wirkung der Diskussionen in Doha. Dabei wird ihre Verwendung jenseits der energetischen Transformation zu mechanischen Bewegung, zu Unrecht außer Acht gelassen.

Dies ist insgesamt ein Symptom und zugleich Ausdruck des diskursiven Intellektstaus, ausgedrückt in dem geistigen Frontalismus des monokursalen Austausches von Argumenten, der treffend die Hilflosigkeit der faktisch-gestützten, naturwissenschaftlichen Vernunft gegenüber der ästhetisch-reduktionistischen Rhethorik im PR-Design zu Beginn des 21 Jahrhunderts umschreibt. Die postmoderne Verwerfung des Positivismus als Leitgedanke der historischen Evolution, unter Berücksichtigung des soziologischen und sozialen Volens der Gemeinschaft gestalterisch tätig zu sein, wird zunehmend die brimborialistische Folie einer medialen Verpackungsindustrie, die sich des Corpus politicus bemächtigt hat.

Die Verpackungsindustrie, als politschen Akteur einerseits und Metapher andererseits, umreißt ihrerseits ihr Tun mit dem Leitmotiv des „Cellophan für alle!“, einem inhaltlichen Rekurs, der sich formal der Mittel des 18. Jahrhunderts bedient, geboren aus dem prärevolutionärem Ständedenken, das als Ausrichtung der inneren Abläufe verstanden werden muß. Während die Bastille noch steht, erscheint ein Verteilen von Cellophan-Rollen an die Massen, durchaus als geeignetes Mittel der gesellschaftlichen Harmonisierung im chinesischen Sinne.

Im Zeitalter der thermoplastischen Reproduzierbarkeit von Waffen erscheint das Verteilen von Plastik für die Massen allerdings wie eine Invokation der Terreur, derer sich die Potentaten der Anrainerstaaten des Persischen Golfs als Lieferanten des Plastik-bildenden Grundbausteins Öl angesichts der polistischen Verwerfungen, unter Betrachtung des sozialen, theologischen und ethnischen Dissens in ihren Gesellschaften, bewußt sein sollten, deren Zusammenhang allerdings in der intellektuellen Verkürzung der politischen Kreativität bei einer addiktiven Ästhetik medialer Präsentation nicht gegeben ist.

Die Bastille des im Diskurs gefangenen Verstandes erstickt also nicht im Kohlendioxid, sondern wird begraben unter der anschwellenden Flut der plastischen, plastizinen Verfügbarkeit von Erdöl-raffinierten synthethischen Polymeren, die in der Hand eines mit dem Plastikkuchen nicht mehr zu befriedigten Dritten Standes, den Zerfall der Gesellschaft zum Great Pacific Garbage Patch vorzeichnet.

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