Monique Rauhe ist systemrelevant

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Die Suche nach den den systemrelevanten Banken und Geldhäusern in Deutschland hat auch einige Überraschungen zu bieten. Neben bekannten Namen, wie etwa Deutsche Bank oder Commerzbank, taucht auf der Liste der Bankenaufsicht BaFin – selbst für Fachleute überraschend – auf der Liste auch 57jährige Monique Rauhe aus Bitterfeld auf.

Wir machten uns auf die Suche nach dieser mysteriösen Großbankerin, die ein bescheiden wirkendes 200 Quadratmeter-Haus im Umland ihrer Heimatstadt Bitterfeld bewohnt. Ansonsten ist nicht viel über sie herauszufinden: Geboren und aufgewachsen in der damaligen DDR, dann eine kurze Karriere als Chemie-Ingenieurin, bevor sie mit der Wende und dem Untergang der Chemie-Wirtschaft zunehmend in berufliche und wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet. Öffentlichen Unterlagen zufolge galt die Mutter von 2 inzwischen erwachsenen Söhnen spätestens seit 2005 als schwervermittelbare Langzeitarbeitslose. Dennoch soll sie system-relevant für die Deutsche Bankenwirtschaft sein?
Nicht nur uns scheint dies auf den ersten Blick merkwürdig.

Als wir bei ihr klingeln, öffnet sie selber. Sie trägt nur einen Bademantel und entschuldigt sich für ihr Aussehen. Sie sei gerade dabei ihre Fußnägel zu lackieren, da sie nach einem Sektfrühstück mit Freundinnen noch nicht zu etwas gekommen sei. Sie bietet uns ein Glas Champagner an, das wir ablehnen, um mit dem Interview beginnen zu können.
Während sie weiter ihre Fußnägel lackiert, steht sie uns freizügig Rede und Antwort.

„Nein, Geld habe ich eigentlich keines,“ erklärt sie gleich zu Beginn. „Ich habe Schulden, jede Menge Schulden.“ Und dann erklingt ihr lautes Lachen, dass den großen Salon hallt.
„Wir haben eine Untersuchung des gesamten deutschen Kreditmarktes vorgenommen. Alle unsere Ergebnisse haben eindeutig gezeigt, dass Frau Rauhe systemrelevant ist. Sie hat einfach überall Schulden. Schulden in einem Bereich, der die Existenz des gesamten Kreditmarktes in Deutschland auf eine große Probe stellt,“ meint dazu Prof. Dr. Ernst Widerkötter-Falkenreuth von der International School of Finances and the Credit Market in Bamberg-Höchstett, einer der Gutachter. „Wir selber sehr darüber erstaunt gewesen. Um vollkommen sicher zu sein, haben wir deshalb mehrfach nachgeprüft,“ ergänzt der international angesehene Wissenschaftler. „Aber es gibt keinen Zweifel: Frau Rauhe ist system-relevant. Auch wenn uns nicht klar ist, wie sie dies erreicht hat.“

Auf diese Frage reagiert Monique Rauhe nur einem Grinsen. „Man hat viel Zeit, wenn man arbeitslos ist,“ teilt sie lapidar mit, bevor sie sich noch einmal ein Glas Champagner Château Lafitte gönnt. „Es war auch nicht einfach, aber wenn man mit Collateralized Debt Obligations jongliert, dann ist das eine Leistung, die schon anerkannt werden muß. Da bin ich total einverstanden mit den Börsianern.“

Unser Gespräch wird an dieser Stelle unterbrochen, weil ein Inkasso-Unternehmer vor der Tür steht. Resolut öffnet Monique Rauhe die Tür, begrüßt einen bullig aussehen Mann indem sie ihn freudig an ihr üppiges Dekolleté drückt und bittet ihn herein. Sie gibt ihm ein Glas Champagner und holt dann ein Bündel Banknoten aus ihrer Handtasche, die sie ihm ohne Abzuzählen überreicht. „Der Rest ist für Dich, Schatzi!“

Nach unserem Besuch holen wir uns noch eine Stellungnahme von diesem Geldeintreiber ein. Ist er nicht verwundert über Monique Rauhes Gebaren? „Ach was!“ schnauft er in sein Handy. „Monique ist unsere beste Kundin! Wir gehen einmal die Woche bei ihr vorbei und kassieren ab. Das läuft wie am Schnürchen.“

Trotzdem sind wir verwirrt. Auf Nachfrage teilt Monique nur mit: „Umschuldung heißt das Zauberworkt. Wenn man erst einmal am Interbankenhandel beteiligt ist, geht das ganz einfach,“ erklärt sie während sie wieder damit fortfährt sich ihre Fußnägel zu lackieren.

Trotz ihres scheinbaren Überflußes an Geld hat Monique Rauhe dennoch auch Probleme. Die kamen beispielsweise auf, als sie das Weihnachtsgeschenk für ihren Sohn abholen wollte. „Zuerst wollte ich ihm ja ein Motorrad schenken, aber dann habe ich mir gedacht: Monique, es ist nur einmal Weihnachten! Da habe ich dann einfach einen Teil meiner Schulden als Asset-backed Security an die Goldmann-Sachsen verkauft und meinem Jüngsten einen Porsche gekauft.“

Leider kam sie damit nicht weit. „Ach, ich habe den durch die Scheibe des Autohauses gesetzt,“ lacht sie. „Und die von drei angrenzenden Gebäuden. Ist aber niemandem was passiert. Nur ein paar Leichtverletzte! Aber die Dinger sind ja auch so schnell und ich bin ja eigentlich schon lange nicht mehr gefahren, weil ich ja schon seit Jahren keinen Führerschein mehr hab.“

Aber auch dieses Problem ließ sich einfach lösen: Ein Anruf in der Magdeburger Staatskanzlei hat die rechtlichen ganz schnell beseitigt. Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen wäre sicherlich neidisch auf Monique Rauhes Geschick im Umgang mit der Politik. „Hach ja, nach all den Jahren auf dem Amt kannte ich die irgendwann alle.“

Derzeit plant Monique Rauhe im Januar eine großen Urlaub in der Karibik um der Kälte in Deutschland zu entgehen. Wie aus Sicherheitskreisen verlautete, gibt es derzeit Überlegungen in der Politik sie während ihres Auslandsaufenthaltes von deutschen Sicherheitskräften beschützen zu lassen. Monique Rauhe hat nichts dagegen: „Hoch, wenn die fesch sind…“

 

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