Nachruf auf einen Pfeifenraucher

sonnenuntergang_kirche

Nicht mehr am Hindukusch, sondern in der Friedrich-Ebert-Stiftung hat Peter Struck die Freiheit zuletzt verteidigt. Ob Akten und Spenden den Staub und die Opiumfelder Afghanistans ersetzen konnte, wird er uns nicht mehr erzählen können, da Peter Struck heute einem Herzinfarkt erlegen ist.

Doch es wäre unfair den Pfeifenträger des Jahres 1995 auf seine Ämter zu reduzieren. Kaum einem anderen Politiker ist es dermaßen gut gelungen, die zwei modischen No-Gos Pfeife und Schnauzer stilbildend miteinander zu kombinieren. Peter Struck war damit allen jugendlichen Hipstern um Jahrzehnte voraus.

Doch erst zusammen mit seiner tiefen Stimme gelang es ihm mit raubeinigem Charme zum wohl attraktivsten Minister im Kabinett Schröder aufzusteigen, dem das in ihn ganz heimlich etwas verliebte Wahlvolk auch am Hindukusch an den Lippen hing. Leider wußte alle, dass sie keine Chance hatten: Seinen Lippen am nächsten war immer seine Pfeife.

Nun, so kurz vor Weihnachten, wechselte Peter Struck noch ein letztes Mal das Amt und raucht nun in weiter Ferne seine Pfeife, dessen Rauch vom Horizont noch ein Weilchen zu hinüberziehen wird.

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