Endgültige Warheiten zur Sache Augstein

reichsadler1

Umfangreiche investigative Recherchen unserer nicht-existenten Redaktion im halbseidenen Verlegermilieu haben einzigartige, bisher nicht bekannte Fakten über die Kontroverse um Jakob Augstein enthüllt. 
Hier ist ein erster Ausschnitt aus unserer Untersuchung, von diesen Ereignissen wissen wir inzwischen – dank geheimer Quellen – dass sie sich genau so abgespielt haben:

Eines Abends im Dezember saß Verleger Jakob Augstein mit einem Glas ausgezeichnetem chilenischem Rotwein in seinem Berliner Penthouse und hatte ein Problem: Seine Zeitung „Der Freitag“ verkaufte sich nicht so wie es betriebswirtschaftlich sinnvoll wäre. Und auch die viel gelobte Online-Strategie hatte nicht die Gewinne gemacht, die man sich erhofft hatte.

Vor dem Fenster graute die Berliner Nacht, während Augstein zu sich selber dachte: „Großartig dieser Chardonnaix. Aber irgendwas muß ich mal mit meiner Zeitung machen, ich kann ja nicht noch mehr Leute entlassen. Ich könnte meinen Freund Henryk anrufen… Ja, das könnte ich tun. Vielleicht liegt der gerade nicht zugekokst in der Ecke und kann helfen…“

Also griff Augstein zu seinem iPhone und rief seinen Freund Henryk an. Dieser war ausnahmsweise nicht mit Koksen beschäftigt, sondern war gerade dabei mit einem Wattebäuschchen die blanke Haut seiner Sekretärin vom Speichel zu befreien, die vorher versucht hatte seine Wutrede gegen die Intoleranz der mehrheitsdeutschen Lethargiegesellschaft mit zu stenografieren. „Jakob, mein kleiner Streicher!“ rief der Henryk freudig und auch eilig, während er sein Hemd aufknöpfte. „Mach Dir mal keine Sorgen. Wir bringen Dich mal wieder ganz groß raus. Ich habe Freunde in LA…“

Und so klingelte es einige Tage später in Los Angeles beim Simon-Wiesenthal-Center. Es war der Henryk, der anrief: „Ihr mußt was machen, Leute. Mein Freund, der Jakob, muß dringend mal wieder in die Schlagzeilen. Könnt ihr da was machen?“
„Hm…,“ antwortete ihm nachdenklich Dean Cooper, Mitleiter des Museum of Tolerance. „Wir veröffentlichen nächsten Monat so eine Liste. Vielleicht können wir Deinen Freund darauf unterbringen.“
„Fantastisch,“ antwortete der Henryk. „Ich freue mich darauf.“

Nun vor einigen Tagen rief Jakob Augstein wieder bei Henryk an: „Henryk, das Simon-Wiesenthal-Center führt mich als Anti-Semiten,“ teilte er fassungslos mit. Seiner Stimme war anzumerken, dass er schon etwas mehr Rotwein getrunken hatte.
„Aber das wolltest Du doch,“ antwortete ihm der Henryk. „Ich habe sie extra darum gebeten Dich da unterzubringen.“
„Aber doch nicht als Antisemiten!“
„Aber als Pro-Semiten hätten wir Dich nicht unterbringen können. Außerdem nehme ich schon den Platz des einzigen Pro-Semiten in Deutschland ein.“
„Hm… Ich verstehe. Ich wollte Dir das nicht streitig machen.“
„Warte doch erst einmal ab, wie die Verkaufszahlen sind, Jakob. Du wirst sehen, es rentiert sich Anti-Semit zu sein. Wenn Du willst kann ich auch noch ein Buch über Dich schreiben. Das wird sich super verkaufen.“
„Nun, gut, dann warte ich erst einmal ab.“
„Ach, noch etwas, Jakob…“
„Ja?“
„Du schuldest mir jetzt etwas. Ich habe extra meine Kontake und meine unfehlbare Reputation für Dich genutzt..“
Jakob Augstein atmete tief durch. Er wußte, er mußte um seinen ausgezeichnet sortierten Weinkeller fürchten. „Ja, Henryk, ich schulde Dir etwas,“ sagte er leise und beendete das Gespräch.

Langsam ließ er sich in einen Sessel gleiten. Vor dem Panoramafenster war das Berliner Wetter grau wie eh und je.
Er mußte ein Weg finden, da wieder herauszukommen, dachte er bei sich und kippte hastig den Rest seines Merlot hinunter.

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