Langzeitfolgen des Dopings

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Lance Armstrong, der Held des Radsports, hat sich bei Oprah Winfrey im Selbstmitleid gesuhlt und hofft nun schnell auf öffentliche Vergebung, damit er etwas von seinen Millionen behalten kann und ihm nicht alles von Gerichten und Anwälten wieder abgenommen wird.

Dabei wäre es nur fair, wenn Lance Armstrong etwas von dem Geld an die Opfer seines Ruhms weitergibt. Und damit sind nicht die anderen Fahrer gemeint, die bei jeder Tour de France nur seinen Arsch zu sehen bekommen haben. Nein, die Jan Ullrichs dieser Welt sind ja auch alle gedopt gewesen…
Es geht hier um uns! Um die einfachen Menschen, die tagtäglich im Straßenverkehr mit den Armstrong-geschulten Doping-Radlern konfrontiert werden. Die den Straßenverkehr als Kampf verstehen!

Das fängt an bei den Epo-Schleichern. Männern meist jenseits der 50, die sich nach Armstrongs Vorbild auf die Straße gestürzt haben und sich fest vorgenommen haben bei der nächsten Tour de France dabei zu sein. Ihr hochroter Kopf ist das deutlichste Zeichen des Epo-Dopings, das zu einer radikalen Vermehrung der roten Blutkörperchen führt. Sie haben uns alle schon überall den Weg versperrt. Und sie werden es immer weiter tun, weil die liebe Polizei sich keine Mühe macht, diese Männer aus dem Verkehr zu ziehen und ihrem Doping-Dasein ein Ende zu bereiten.

Noch schlimmer sind natürlich die Testosteron-Doper: Agressiv und rücksichtslos stürzen sie sich auf die Straße, wagen es trotz ihrer unterlegenen Montur die Auseinandersetzung mit Möchtegern-Formel 1-Fahrern zu suchen. Schlimmer als ihre Fahrweise sind nur ihre vom Ehrgeiz und Überanstrengung verzerrten Visagen, wenn sie mit meckerndem Lachen an einem vorbeiziehen, über die rote Ampel preschen. Sie sind auch drei Unfälle später nicht aufzuhalten.

Dazu kommen natürlich noch an jeder Straßenkreuzung die Kampfradlerinnen, denn meistens handelt es sich um Frauen. Die zwar nur 4 km/h zu fahren vermag, die sich aber – aufgeputscht durch Bio-Doping und Eigenbluttherapie – sich an der Ampel trotzdem vor alle anderen Fahrradfahrer, ebenso wie Autofahrer drängelt. Um dann, wenn die Ampel grün wird mit gemütlichen 4 km/h weiterzuradeln, nicht ohne dabei verächtlich die gezwungermaßen hinter ihr her kriechenden Fahrer zu begaffen, wie es sonst nur am Mont Ventoux der Fall ist.

Nein, Lance Armstrong mag sich jetzt hier quotenwirksam herausreden wollen und sich mit der eigenen Ehrlichkeit aufputschen. Aber letztendlich sind wir es die mit den Langzeitfolgen gedopter Fahrradfahrer noch jahrelang zu kämpfen haben werden. Es gibt keine Aussicht darauf, dass man demnächst wieder über einen Fahrradweg wird fahren können, ohne sich dabei einen Platten zu holen, weil sich mal wieder eine blutverschmierte Spritze in den Reifen gebohrt hat.

Ja, Lance Armstrong ist fein raus, während unsereiner sich mit den Langzeitfolgen auseinandersetzen darf. Deswegen habe ich wirklich keine Bedenken ihm in seinen Zwangsruhestand ein ganz herzliches „Fuck you!“ hinterher zu schicken.

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