Mittelmeerdiät

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Die New York Times hat sie gerade wieder entdeckt: Die Mittelmeer-Diät.
Sie soll nicht nur das Leben verlängern, nein, sie soll die Menschen gesünder und glücklicher machen. Menschen im Mittelmeerraum leiden seltener unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, auch Rheuma und andere Gelenkerkrankungen kennt man nur aus dem hohen Norden, während der rüstige Rentner an der Adria sich gemütlich die Zeit nimmt und bis ins hohe Alter sich dem Spielen einer lokalen Boccia-Varianten hingibt.

Nichts könnte ferner von der Realität sein: Herzinfarkte, chronischer Bluthochdruck und Zähneknirschen bis auf das blutige Zahnfleisch hinunter ist die Realität Italiens und wenn dieses mediterranste aller mediterranen Länder, dass nicht nur im Norden und Süden, sondern auch im Osten und Westen Mittelmeer hat, an Kreislauferkrankungen leidet, wie sieht es dann mit den anderen aus?

Sicherlich, aktuelle Ereignisse an der Wahlurne mögen bei dem Zustand der Volksgesundheit auch eine Rolle spielen und auch die Zurschaustellung äußerster Virilität unter den obersten Politikern (die Ex-Ministerpräsidenten Berlusconi und Monti bringen es gemeinsam auf fast 150 Jahre) mag dafür sprechen, dass die Grundlagen der Mittelmeerdiät solide sind.

Aber dennoch bleibt die Frage offen, was sich die Menschen in Italien eigentlich zu Gemüte führen. Wovon ernähren Sie sich wirklich? Manch einer aus dem Norden fragt sich, ob es vielleicht die Ernährung ist, die dazu geführt hat, dass viele Italiener in ihren Wahlkabinen deliriert haben.

Dabei ist ja nicht gesagt, dass die Italiener tatsächlich ihre eigenen Nahrungsmittel genießen. Rezepte aus anderen Ländern könnten durchaus dazu geführt haben, dass sie vom rechten Weg abgekommen sind. Obwohl fraglich ist, ob der Ur-Weg denn wirklich durch den Olivenhain in das Elysium der sonnenbeschienenen, ewigen Jugend geführt hätte.

Zumindest auf der Straße italienischer Städte findet sich die Fast-Food-Wahrheit in Form ausländischer Ketten, die auch der letzten, familienbetriebenen Osteria den Garaus machen. Selbst die Schmiergeldzahlungen an die Behörden und die Schutzgelder an die Mafia schützen nicht vor den fettgetränkten, geschmacksverstärkten Produkten der Lebensmittelindustrie, die mit Dumpingpreisen den Dumpinglöhne schrumpfender Industrien entgegen kommt.

Die Pasta bleibt bei diesen Rezepten aus dem Norden nicht selten ein unverdaulicher Klumpen, der im Hals stecken bleibt und zum Erstickungstod führt. Nicht ohne, dass der potentielle oder tatsächliche Konsument dieser ganz speziellen Mittelmeerdiät, nicht noch vor seinem ökonomisch wünschenswerten Frühableben zuvor noch ein Kreuzchen auf dem Wahlzettel gemacht hätte.
Die Zeit nimmt man sich an der Mittelmeerküste!

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