Untergang der Schweiz

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Vorbemerkung: Die bisherige Berichterstattung über unseren südlichen Anrainerstaat ist bisher zu kurz gekommen. Dieses Manko soll mit einem kritischen, preußischen Blick auf aktuelle Vorgänge geschlossen werden. Aufgrund unseres Mangels an Schweiz-Korrespondenten und sonstiger Kompetenz wurden Wissenslücken über dieses exotische Volk im fernen Süden mit dem Werbematerial eines Schokoladenherstellers geschlossen.

Die Schweizer sind ein gemütliches Volk: Nach einem ausgedehnten Käsefrühstück und der gemutlichen Lektüre einer Zeitung, die über Viehabtriebe und Aktienkursanstieg berichtet, beginnt der Tag mit einem Verdauungspaziergang der über mindestens 3 Alpenpässe führt. Danach begibt sich der durchschnittliche Schweizer in eine Bank, wo er für ein paar Stunden dem Geld anderer Leute beim Wachsen zuschaut. Dann gönnt er sich einen Kaffee oder Tee, gemeinsam mit einem lokalen Gebäck und geht auf dem Heimweg noch einmal Schwimmen in einem Bergsee, bevor er – nicht ohne einem Umweg an einer Kuhweide vorbei – sich nach Hause begibt. Es sind diese Kleinigkeiten, die das Leben des Schweizers so wertvoll machen.

Umso verstörender ist es für den Schweizer, dass sich Leute gegen dieses Leben wehren. Ja, eine aus dem Ausland zurückgekehrte Bande von Exil-Schweizern hat nichts anderes im Sinn diesen Tagesablauf zu stören, indem sie mit ihren Drittwagen an den Kuhweiden vorbeibrettern und statt in einem Bergsee in der Adria schwimmen! Dies an sich stört den Schweizer nicht. Aber diese Bande will einfach nicht aus den Schlagzeilen herauskommen und stört die dem Schweizer heilige Morgenlektüre damit empfindlich. Deswegen dachten sich die Schweizer den Kerlen mal eine ordentliche finanzielle Backpfeife zu verpassen. Deren Verbündete sehen nun natürlich den Untergang des Abendlandes (oder zumindest der Schweiz) voraus, was die Anrainerstaaten der Schweiz, die schon immer freien Zugang zum Mittelmeer verlangt haben, nicht allzu sehr stören würde.

Aber der Schweizer macht es sich und den anderen nicht so leicht: Im gleichen Zug wie er zum Leidwesen der Banken die zukünftigen Kontoeinzahlungen von Spitzenmanager begrenzt hat, hat er sich auch gegen einheitliche Familienpolitik ausgesprochen. Zumindest ein nicht zu unterschätzender Teil der harmonieversessenen Schweizer hat das getan, womit das Anliegen gescheitert ist. Für Ausländer verständlich ausgedrückt: Heidi muß in vielen Kantonen erst einmal auf der Alm bleiben und kann nicht mit einem Krippenplatz rechnen. [Hinweis: Damit erfüllt dieser Artikel die in der Schweizberichterstattung rechtlich obligatorische Heidi-Nennung.]

Doch noch ahnt der Schweizer nicht welche Probleme dies mit sich bringen wird: Beschließt er denn seinen Morgenspaziergang mit seinem Kind zu machen, so werden in vielen Kantonen nun an der Grenze Kinderpolizisten stehen, die die Kinder „zwangs-verkrippen“; während bereits beim nächsten Bergsee (und damit im nächsten Kanton, deren Grenzen sich traditionell nach den Bergseeufern richten) ein Beamter die „Eigenverantwortung der Familien stärkt“ indem er dem Wanderer ein Kind mitgibt. Da sich das eigene Kind bereits in einem anderen Kanton in einer Krippe befindet, handelt es sich beim zweiten Kind dementsprechend zwangsläufig um ein fremdes Kind, was am dritten Bergsee zu Schwierigkeiten und einer Verhaftung werden Entführung führt.

Kurz gesagt: Die Schweizer haben sich das Leben unnötig schwierig gemacht. Während die Welt untergeht, müssen Sie sich mit unzähligen Entführungsfällen herumschlagen und ihre Kinder wiederfinden, die entweder a) „zwangs-verkrippt“ oder b) entführt worden sind.

Abschließend bleibt festzustellen, dass die Schweizer ein ausgesprochen faszinierendes Volk sind, dem man mehr Aufmerksamkeit schenken sollte, bevor sie wegen Kindermangel und finanzieller Apokalypse untergehen.

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