Naturbeobachtungen: Der Reaktionär

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Nur äußerst selten ist der Reaktionär in der freien Wildbahn zu beobachten, bevorzugt er doch sonst die Zurückgezogenheit seines Elfenbeinturms. Doch – sobald draußen die erste Unruhe zu spüren ist – kommt er hervor, um sich fortzupflanzen.

Nun ist der Reaktionär natürlich ein ausgesprochen seltenes und scheues Tier, dass sich nur ungerne offen zeigt. Vielfach der Familie der Salonfaschisten zugerechnet, putzt sich der Reaktionär gerne heraus, um nur dann in Erscheinung zu treten, wenn er sich eines großen Auftrittes sicher sein kann.

Doch sein derzeitiges Auftreten hat natürlich ganz andere Gründe. Abgesehen von der Nahrungssuche, die er sich durch ein frühes Ergreifen einer staatlich geförderten Lehrstelle sichert, ist es natürlich der Fortpflanzungstrieb der den Reaktionär dazu verführt sich raschelnd durch den Blätterwald zu bewegen.

Schnell legt er seine vorherige Scheu ab, sobald er seine Chance sieht. Mit stolz geschwollenem Glied (das nicht selten bis zu 50% seiner Körpermasse ausmachen kann) springt er ins Scheinwerferlicht und beginnt vor den Augen seines begattungsfähigen Publikums einen verblüffend geschichtsklitternden Balztanz. Sein lauter, stolzer Gesang ist dann weithin über das ganze Land zu hören.

Die tiefen, brünftigen Töne der Ernsthaftigkeit mischen sich mit nostalgischer Verklärung der Vergangenheit während der Reaktionär um sein Publikum herumschreitet. So betört er es nicht nur mit seinem Gesang, sondern vor allem mit dem penetranten Stallgeruch seines Gliedes, während seine riesig aufgeblasenen Hoden faszinierend verwirrende Muster auf dem Boden zeichnen, die dazu dienen sollen die Beobachter bei der Darbietung zu verwirren. Denn dem Reaktionär geht es um die Wirkung, nicht um den Inhalt in den sich manch ein Misston einschleicht.

Natürlich nimmt der Reaktionär jede Chance zur Paarung war. Er ist da nicht wählerisch von wem er eine Stimme bekommt, doch sollte ein Nebenbuhler auftauchen, so liegt dem Reaktionär daran seinen Elitestatus zu behaupten, der allein im Rechte und Privilegien zuspricht.

Sollte der Reaktionär schließlich mit dieser Masche Erfolg haben, so kommt es zur Begattung bei der sich der Reaktionär nicht wählerisch gibt. Zwar bevorzugt er unterwürfige Weibchen, doch auch Männchen begattet er gerne mit seinem Riesenglied, wobei es nicht selten zu schweren Verletzungen im Genital- und Analbereich kommt; der von den Wanzen bekannten traumatischen Insemination nicht unähnlich. Die einmal erfolgreiche Begattung führt dann zu seltsame Blüten ungarischer Art.

Derart bestätigt in seinem Status geht der Reaktion dazu über die einmal erfolgreich Begatteten in seinen Harem am Fuße des Elfenbeinturm gefangen zu nehmen, um sie für die weitere, ausgiebige Begattung oder sonstige niedere Dienste zu nutzen, während der Reaktionär sich wieder an die Spitze des Elfenbeinturms zurückzieht. Dort gönnt er sich eine ausgiebige, wohlverdiente Pause, während er sein Riesenglied bei der Lektüre ihm zustimmender Autoren der Spezies Sarrazin eingehend wienert.

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