Lektionen aus dem Gartenbau

Carl Blechen: Grotte im Park der Villa d'Este bei Rom (Quelle: Wikimedia Commons)

Die im Frühling notwendige Gartenarbeit führt nicht nur zur Beschäftigung mit den derzeit wachsenden, aber erst viel später blühenden Pflanzen, sondern vor allem auch mit dem Unkraut. Einerseits beschäftigen sich Experten des menschlichen Gartenbaus mit deren Verpflanzung, wobei sie beinahe das Glashaus zerstören. Andererseits obliegt es einer Gruppe von großpolitischen Gartenbauarchitekten sich mit der Botanik an sich zu beschäftigen und zu Fragen, ob in den Biotopen nicht der eine oder andere invasive Archäophyten sich breitgemacht hat.

Obwohl auch die Botanik nicht auf jedes seltsame Gewächs eine Antwort bleibt, so kann sie doch zumindest katalogisieren und hat dabei im Kleingarten der Deutschen Sicherheitsbehörden so machen dunklen Keller, und in den dunklen Kellern mehr Leichen als Gartenzwerge gefunden. Dennoch sollte man die Gartenzwerge nicht unterschätzen, deren Tarnkappen nur beim Schreddern zum Einsatz kommen und die im Lichte unter Amnesie leiden, so daß sie bestenfalls als Sicherheitsdeko stupide herumstehen können. Vor allem geistig verhinderte Oberzwerge, deren Erscheinen im Baumkreis bestenfalls nur der Förderung des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms dienen konnten, haben dabei das Format von Pressblumen gezeigt, weswegen ihre Wiederverwendung bestenfalls mithilfe von großen Mengen an Klebstoff möglich ist, damit sie überhaupt auf eine Position festzulegen sind. Ihr Formatversagen unterminiert derart ihren Nutzen, dass für sie wohl nur der Komposthaufen der Geschichte übrig bleibt.

Nicht, dass es an kompostierbaren Material mangeln würde. Alleine schon die Geruchsprobe wird von derart vielen behördlich ausgewiesenen Anbauflächen nicht bestanden, dass man Großtransporter zu ihrem Abtransport benötigte, wenn deren Anschaffung nicht an dem zur Widerwilligkeit herangezogenen Kostenfaktor scheitern würde. Allerdings ist nicht alles was stinkt kompostierbar. Es geht dabei nicht nur um die Toxizität brauner Verfallsprodukte, sondern auch um potentielle Ätzwirkung, deren Landschaftsschaden – abgesehen von tiefen Kratern und Leichengruben – großflächig verteilter, dünnflüssiger Scheiße ähnelt.

Natürlich bieten das viele äußerst Pflichtbewußte, besonders die bereits angesprochenen Sicherheitszwerge, als biologisch-dynamische Ernährungsalternative an: Kontrollierter Eigenanbau. Die anschließend unvermeidliche Anwesenheit der Lebensmittelkontrolle im eigenen Garten sorgt dann für instinktive Verteidigungsreflexe mit Hacke und Motorsäge.

Natürlich ist die vorläufige Unterbringung von Hacke und Motorsäge im politisch neutralen Schuppen ein erster Erfolg. Den omnipräsenten Gestank allerdings als Zeichen einer erfolgreichen Düngung zu interpretieren, während sich die politisch Verantwortlichen eine alles untergrabende Schlammschlacht im Wahlpool liefern, wird sicherlich nicht dazu führen, dass in der folgenden Ernteperiode sinnvolle Erträge vorweisbar wären: Mögliche Keimlinge sind nicht nur gefährdet unterzugehen, sondern können jederzeit von stahlverstärkten Stiefeln zertreten werden.

Der Ausschuss biologisch abbaubarer Unkrautvernichter in der Pergola schafft noch keinen Errosionsschutz.

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