Nicht-Scheiße-Montag

Josef Neugebauer - Stilleben mit Uhr (Quelle: Wikimedia Commons)

In einer völlig unerwarteten Pressekonferenz hat der heutige Montag angekündigt, „nicht Scheiße“ sein zu wollen. Die Begeisterung, die daraufhin Deutschland ergriffen hat, ist bisher kaum zu bändigen. Auf den Straßen tanzen Menschen und fallen sich gegenseitig in die Arme.

Angesteckt von dieser Ankündigung hat auch Bundeskanzlerin Merkel angekündigt, dass sie „nicht Scheiße“ sein möchte; woraufhin auch SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück nicht zurückgestehen konnte und mitteilen ließ, dass er „nicht Scheiße“ sein wolle. In einer darauffolgenden Ankündigung des Bundestags hieß es, dass die gesamte Politik versuchen würde etwas mehr „nicht Scheiße“ zu sein.

Auch die Wirtschaft konnte sich dem Trend nicht mehr entziehen: Die Deutsche Bahn und die Deutsche Telekom wollen „nicht Scheiße“ sein. Die Deutsche Bank investiert ihre Jahesgewinne in „nicht Scheiße“ und selbst die Schalterangestellten wollen zumindest „etwas weniger Scheiße“ sein. Überall, in Supermärkten, Bäckereien, Handyläden und Versandapotheken wimmelt es von Ankündigung nicht mehr Scheiße sein zu wollen. Auch im Internet wollen Facebook, Google und Apple nicht mehr Scheiße sein (allerdings hat keine der Firmen gesagt, ob sie jetzt Steuern zahlen wollen oder nicht).

Selbst das Leben der meisten Menschen kann sich dem nicht mehr entziehen: Heute morgen kam Sex vorbei und hat angekündigt nicht mehr Scheiße sein zu wollen. Meine Kaffeemaschine will nicht mehr Scheiße sein und mein Fahrrad auch nicht mehr (quietschen tut es aber immer noch). Das Frühstück will weniger Scheiße sein, Kantinenessen, durchlöcherte Strümpfe, Magenspiegelungen, Kommerz-Cornflakes und Öko-Kompostieranlagen auch. Selbst die Warteschlangen an Frauentoiletten wollen nicht mehr Scheiße sein.

Wer und was mit seinem Vorsatz durchhält werden wir am morgigen Dienstag erfahren.

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