Neuland!

John Vanderlyn - Columbus Landing at Guanahani (Quelle:  Wikimedia Commons)

Am 19ten Juni erreichte die Crew endlich das Land. Ausgezehrt von der langen Überfahrt in dem sich die Segelschiffe durch widrige Winde in das Unbekannte vorgewagt hatten, um das sagenumwobene Land des Cyber zu finden. Mit Freunde hatte die Mannschaft aufgenommen als der Ausguck tatsächlich und unerwartet digitales Land ausgemacht hatte. Die Mannschaft ließ die schweren hölzernen Schiffe ankern und man bestieg die Beiboote, um an Land zu gehen.

Kaum hatten die Ruderer die kleinen Boote in den Sand des Cyberlandes gesetzt, sprang die Kapitänin heraus. „Wir haben Neuland erreicht!“ rief sie aus und verdutzte damit die auf dem Strand anwesenden Pauschaltouristen, die sich versammelt hatten, um dem merkwürdigen Schauspiel, der ankommenden Segelschiffe zuzusehen.

Kapitänin Merkel ließ sich von ihrem Ersten Maat das Deutsche Banner geben und rammte es in den Boden. „Endlich ist Deutschland angekommen,“ rief sie aus und ihre Mannschaft jubelte ihr zu. Um sie herum hatten viele der Touristen inzwischen ihre Smartphones gezückt und begannen Fotos zu schießen: Zuhause würde ihnen sonst niemand glauben, dass sie an ihrem Strand Menschen in altertümlichen Kostümen gelandet waren.

In der Zwischenzeit belehrte die Kapitänin ihre Mannschaft: „Wir müssen auf der Hut sein. Diese Land ist bisher unerforscht. Niemand weiß welche Bedrohungen uns hier erwarten. Dieses unentdeckte Land bietet unseren Feinden und Gegnern überall Unterschlupf!“

In der Zwischenzeit hatte sich ein kleiner Junge in einer Spongebob-Badehose sich ihr genähert und beäugte das Schwert auf das sich die Kapitänin stützte. „Ich habe auch so eins zuhause,“ unterbrach er sie.

Die Kapitänin sah den Jungen verwirrt an. Dann machte sie eine hilflose Handbewegung, die ihm wohl sein Verschwinden signalisieren sollte. Stattdessen näherte sich der Junge noch weiter dem Schwert und begann mit dessen Troddeln zu spielen. Die Kapitänin versuchte ihn weiter wegzuscheuchen, doch der Junge zeigte sich davon unbeeindruckt.

„Vielleicht kann ich helfen,“ meinte eine tiefe Stimme und plötzlich beugte sich ein elegant gekleideter Mann mit dunklem Teint und weißen Haar zu dem Jungen. „Geh rasch nach Hause, sonst lass ich Dich für 15 Jahre auf einer Karibikinsel einbuchten,“ sagte er leise und der Junge sah ihn erschrocken an. Doch der Mann beachtete ihn nicht weiter und wendete sich stattdessen an die Kapitänin.

„Ich sehe sie sind neu hier,“ sagte der Mann mit eine, breiten Lächeln. „Darf ich mich vorstellen: Mein Name ist Obama, ich bin der Manager hier.“ Er stand vor ihr und streckte seine Hand aus. Die Kapitänin betrachtete für einen Moment den Mann, der in Begleitung weiterer im dunklen Smoking erschienen war.

„Manager?“ Die Kapitänin schüttelte ihm die Hand. „Wieso gehört das alles ihnen? Dies ist unentdecktes Neuland!?“

Obama lächelte großzügig. „Nein, nein! Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich habe ja nicht gesagt, dass mir all das hier gehört. Sie haben völlig Recht, dass dies Neuland ist. Die Freiheit ist hier grenzenlos!“ Er ließ seine Hand über den Strand gleiten, an den unzähligen Touristen auf ihren Badetüchern, den Beach-Volleyball-Ständen, den Ecken mit den Surfern, die Buden mit den Eis- und Getränkeverkäufern und was sich sonst noch alles auf den Meilen um Meilen der Küste versammelt hatte. „Ich habe nur… die Strandordnung gemacht.“ Er lächelte. „Aus Sicherheitsgründen. Deswegen müssen Sie hier auch nichts befürchten. Wenn Sie möchten, verkaufe ich Ihnen aber gerne einen Strandführer. Wären Sie daran interessiert?“

Die Kapitänin sah zu ihrem Ersten Maat. „Oh, das erscheint mir sehr nützlich. Vielleicht können Ihre und meine Leute sich miteinander austauschen.“

„Aber natürlich,“ entgegnete Obama. „Ich teile gerne mein Wissen mit Ihnen.“ Er griff sie charmant am Arm und begann die noch etwas verdutzte Kapitänin zwischen all den Touristen und Badetüchern hindurch zu führen. „Zum Beispiel mit der Strandgebühr, da müßten wir mal drüber reden…“

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