Deutschland dankt der NSA

Jacob Jordaens - The tribute the Caliph Harun al-Rashid to Charlemagne (Quelle: Wikipaintings)

Der amerikanische Geheimdienst NSA spioniert die Deutschen mit dem PRISM-Programm aus. Und Innenminister Friedrich hat gesagt, dass die Deutschen dafür dankbar sein sollen. Nachdem wir bereits im Rahmen des PRISM-Programmes das meistüberwachte Volk Europas sind, können wir schon garnicht dankbar genug sein, dass Milliarden unserer Internetkontakte überwacht werden. Dazu werden nun ein paar weitere Milliarden hinzukommen.

Denn nun wurde enthüllt, dass der britische Geheimdienst GCHQ die gesamte Internetkommunikation direkt an den Unterseekabeln abgreift und der britische Premierminister Cameron ist dafür sehr dankbar. Sicherlich sollen auch wir Deutschen dafür bald sehr dankbar sein.

Doch dies führt uns in ein Dilemma: Wir haben bereits den USA und der NSA noch garnicht richtig gedankt und da kommt bereits der nächste Grund für Dankbarkeit auf uns zu. Um dem Eindruck zu entgegnen, das wir undankbare Gesellen sind, ist es wichtig, dass wir jetzt schnell erfahren, wie wir unsere Dankbarkeit zum Ausdruck bringen können.

Reicht es, wenn wir einfach eine Email oder eine Facebook-Nachricht schreiben, die wir irgendwohin schicken, weil wir sowieso davon ausgehen, dass sie abgefangen wird? Oder doch lieber ein Telefongespräch? Aber ist das ausreichend, um damit all den fleißigen Mitarbeitern der Geheimdienste persönlich danken? Und was ist mit deren Subunternehmern, wie etwa Booz Allen Hamilton, bei denen Whistleblower Edward Snowden arbeitete? Wie können wir diesen danken? Wie können wir den Strafverfolgungsbehörden und den nachgeschalteten Regierungsstellen danken?

Die Überwachung unserer Kommunikation stellt den Bürger damit vor ein schweres moralisches Dilemma, aus dem er oder sie nicht einfach entkommen kann. Dennoch können wir uns der moralischen Verantwortung nicht entziehen.

Wir sollte direkte, konkrete Maßnahmen ergreifen und von unseren Politikern verlangen, dass sie uns unterstützend zur Seite stehen: Nur wenn wir Adresse und persönliche Informationen über unsere Überwacher haben, besteht eine Chance, dass wir unserer Pflicht als Bürger nachkommen können, um uns persönlich an sie zu wenden und ihnen unsere Dankbarkeit zu zeigen!

Und nein, angesichts ihrer heroischen Tätigkeit für das öffentliche Wohlergehen können wir falsche Bescheidenheit nicht akzeptieren. Wir müssen dankbar sein!

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