Demnächst im Kino: Edward Snowden

auzolle_cinematographe

Obwohl das Schicksal des inzwischen von der Bildfläche verschwundenen NSA-Whistleblowers Edward Snowden die perfekte Vorlage für einen Filmstoff ist, scheint es momentan unwahrscheinlich, dass Hollywood sich der Geschichte annimmt.

So bleibt es an den Filmindustrien der restlichen Welt überlassen sich an eine Umsetzung zu wagen…

Die Bollywood-Version würde sich durch die ausgefeilten Tanzchoreografien auf den großen Flughäfen der Welt auszeichnen. Diese Fassung würde eine Spieldauer nicht unter 5 Stunden erreichen.

Die Dänische Version würde von Lars von Trier inszeniert werden. Sie wäre vollkommen kryptisch, gefilmt in einem Pappmachéset, voller verstörender Bildeinfälle, unglaublich anti-amerikanisch und trotzdem voller Hollywood-Superstars, die sich nachher darüber beklagen würden, wie schrecklich Lars von Trier zu ihnen war. Außerdem würde Edward Snowden von Meryl Streep gespielt werden, weil… Ja, wieso denn nicht?

Die Französische Adaption würde sich um Edward Snowdens moralische Skrupel vor seiner Abreise nach Hong Kong drehen. Sie würde Diskussionen mit namhaften Philosophen, Hardcore-Sex und unmotivierte Action-Sequenzen enthalten. Am Schluß würde Edward Snowden in einer Villa an der Côte d’Azur über die Vergänglichkeit des Lebens nachdenken.

In der Englischen Version wäre Edward Snowden ein einfaches Arbeiterkind, dass sich mit harter Arbeit in die Sphären der Reichen und Mächtigen hocharbeitet. Doch dort, im Kreise des NSA, würde er die moralische Verlogenheit dieser Schichten erleben und einen letzten Versuch unternehmen die letzten Überreste seiner moralischen Integrität zu retten, indem er mit dem Bus nach Hong Kong fährt. Dabei würde er Songs von The Smiths hören.

Die Deutsche Version würde von Uwe Boll mit Till Schweiger in der Hauptrolle inszeniert werden. Der Held der Geschichte, Ed Snow, würde sich an der Zombiehorde rächen, die seine Familie ermordet hat. Weder die NSA, noch PRISM würden jemals im Film erwähnt werden.

Roberto Benigni würde die Hauptrolle in der Italienischen Fassung spielen, die ausschließlich auf einem Flughafen spielt. Benigni, in der Rolle eines trotteligen Handlungsreisenden, der durch Zufall in den Besitz geheimer Unterlagen gelangt, würde von Geheimagenten in Sonnenbrillen und schwarzen Anzügen gejagt werden. Trotz seiner Trotteligkeit würde er die NSA-Agenten überlisten, ein atemberaubend schönes Modell verführen und zum Schluß mit ihr auf eine Karibikinsel fliegen.

Die Brasilianische Version wäre kein Film, sondern eine Telenovela mit 500 Episoden. Edward Snowden wäre eine arme Frau, die NSA ein reicher Mann und die gestohlenen Unterlagen ein Baby.

Die Hong Kong-Verfilmung wäre ein düsterer Thriller über einen zum Sterben verdammten Mann, der den Tod seiner Familie rächen will. In den Neon-beleuchteten Straßen von Hong Kong würde er die Agenten der NSA auf ästhetischste Art und Weise umbringen, bevor er selber von einer verirrten Kugel tödlich getroffen wird. Er würde in den Armen seiner großen Liebe sterben und sie daran erinnern, dass er ein schlechter Mensch gewesen ist.

Pedro Almodovar würde die Spanische Umsetzung realisieren, in der Edward Snowden ein heterosexueller Mann ist, der mit seinen homosexuellen Neigungen ringt und darüber zum Verräter wird. Er würde von einer Auftragskiller verfolgt, der ein Transvestit ist und der Kopf der NSA wäre Snowdens voyeuristisch veranlagter Vater, der den finalen Showdown und Tod seines Sohnes über einen gigantischen Monitor verfolgt.

In der Finnischen Version wäre Edward Snowden ein verzweifelter, gebrochener Mann, der sein Leid im Alkohol ertränkt. Ebenso wie die NSA-Agenten, die ihn jagen und töten müssen. Zum Schluß würde sie gemeinsam an einem Tisch sitzen, in der Mitte eine Flasche Wodka, vereint in dem Bestreben das Unvermeidliche hinauszuzögern.

Die japanische Version würde Cyborgninjas und rosa Kätzchen beinhalten. Edward Snowden würde in der Mitte des Films zu Super Edward Snowden mutieren und den finalen Kampf gegen den geheimen Riesenroboter der NSA ausfechten. Außerdem würde Tokyo von einer Atombombe verwüstet werden.

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