Schlüpfriges – Bitte nicht beachten!

Luigi Monteverde - Ertappt (Quelle: Wikimedia Commons)

Zu den aktuellen Enthüllungen in Sachen NSA und PRISM ein Gastkommentar von Harmadillo:

Ach, jetzt auf einmal! Jetzt auf einmal entdeckt manche Dame und mancher Herr die Demokratie. Zwei Kriege, ein paar Hundert Anti-Terror-Maßnahmen und Drohnenangriffe und eine Banken- und Fluggastdatenweitergabe später bemerkt man plötzlich, dass man doch ganz anders denkt. Da fragt man sich plötzlich, was die Amerikaner mit all den Daten machen, die man ihnen so gerne weitergegeben hat, da bekommt man plötzlich ein mulmiges Gefühl, wenn man hört, was die Geheimdienste so alles machen dürfen, da entdeckt man vor den laufenden Kameras der Presse plötzlich einen gewissen Widerwillen, wenn die Buchstaben U-S-A genannt werden.

Sogar Bundesinnenminister Hans-Peter „Wir müssen den USA dankbar sein“ Friedrich überläßt seiner Intimfeindin Sabine „Feigenblatt“ Leutheusser-Schnarrenberger die Bühne, während Bundeskanzlerin Angela „Uneingeschränkte Solidarität“ Merkel nach ihrem öffentlichen Fingerwackeln gegenüber dem US-Präsidenten weit und breit nicht zu sehen ist.

So sehr hat man es dann doch nicht mit der Terrorabwehr, oder? Das sind dann auch nur Sonntagsreden, die man umsetzt, wenn der Widerstand nicht allzu groß ist, oder man sich im Hinterzimmer diplomatisch einigen kann. Denn die Terroristen, das sind ja auch nur dann üble Gesellen wenn die Sonne scheint und es auf der Fahrt zu ihrem Bombenanschlag keine unnötigen Staus auf der Autobahn gibt.

Natürlich, wer so naiv war zu glauben, dass Überwachung nur verkehrsbehinderte Terroristen treffen würde, ist jetzt auch überrascht, dass eventuell auch EU-Organe überwacht wurden. Die notwendige Überwachung macht natürlich einen weiten Bogen um derartige Institutionen und bekommt keinesfalls mit, dass dort ein französischer Beamter seine deutsche Frau mit einer englischen Sekretärin betrügt. Derart schlüpfrige Dinge sind bitte nicht weiter zu beachten und sollen mindestens 9 Monate lang dem natürlichen Lauf der Dinge überlassen werden, ohne das sich jemand bei der EU inzwischen Gedanken über Unterhaltssubventionen zu machen braucht.

Aber nun ähnelt die Standfestigkeit unseres politischen Inventars einem Latexdildo in der Mikrowelle der Öffentlichkeit. Obwohl weder diese Kanzlerin, noch ihr Vorgängen dafür einen Latexdildo benötigen: Wenn internationalen Partnern der Sturm der Entrüstung ins Gesicht bläst, dann kann man sicher sein, dass aus Deutschland nicht nur geifernde Spucke dazukommt.

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