Wie die Bundesrepublik jahrelang gedopt war

William Howard Robinson - A Welsh Victory (Quelle: Wikimedia Commons)

Wie ein bisher noch unveröffentlichtes Gutachter der Humboldt-Universität beweist waren Politiker spätestens seit Beginn der Siebziger-Jahre systematisch und organisiert gedopt. In dem Gutachten wird detailliert aufgelistet, wie es seit dem Beginn der 1950er Jahre zu dieser Entwicklung kommen konnte, die in der Auseinandersetzung mit den Ostblockstaaten seinen Höhepunkt erreichte.

Laut dem Gutachten kamen die westdeutschen Politiker eigenständig auf diese Idee, unabhängig von Vorgängen jenseits des Eisernen Vorhangs. Die Fäden liefen dabei im damaligen Bonner Kanzleramt zusammen. Wobei Kosten und Umfang des Dopingprogramms bisher noch ungeklärt ist. Es sollten allerdings mehrere Millionen Euro in die Dopingausstattung der Bundesregierung und anderer staatlicher Behörden gefloßen sein.

Der Dopingmißbrauch zog sich damit quer durch alle politischen Parteien und Institutionen. Dabei konnten allerdings charakteristische Unterschiede festgestellt werden: Während leistungssteigernde Anabolika besonders im Bundeskanzleramt bevorzugt wurden, war der Gebrauch von Schmerzmitteln besonders unter Oppositionspolitikern (unabhängig von deren Parteizugehörigkeit) weiter verbreitet. Testosteron wurde vor allem im Umfeld von Wahlkampfveranstaltungen oder Parteitagen genutzt.

Die für das Dopingprogramm verantwortlichen Mediziner arbeiteten dabei an auch an besonders Wirkstoffkombinationen. So wurde etwa die „Adenauer-Spritze“ – angeblich für den hochbetagten Kanzler in den 50ern entwickelt worden war – in den 1970ern systematisch unter den betagten Bundestagsabgeordneten der Nachkriegszeit verwendet. Hingegen soll die „Brandt-Mixtur“ erst sehr viel später erfunden worden sein und angeblich nicht nur die allgemeine Virilität, sondern auch die Libido gesteigert haben.

Auch Minderjährigen sollen dabei Teil des Dopingprogramms geworden sein. Ihnen sollen im Vorfeld von Politikerbesuchen und Parteifototerminen mit leistungssteigernden Mittel Begeisterung für die jeweilige Veranstaltung eingeimpft worden sein.

Momentan liegt das Gutachten allerdings auf Eis. Beteiligte Wissenschaftler werfen dem verantwortlichen Innenministerium eine Verschleppungspolitik vor, die von diesem allerdings zurückgewiesen wird. „Es kann überhaupt nicht davon die Rede sein, dass sich die Bundesrepublik der gleichen Mittel bedient hat wie die DDR,“ so ein hochrangiger Mitarbeiter des Ministeriums, der nicht genannt werden möchte. „Bei uns haben die Menschen für unser freiheitlich-demokratisches Land aus Begeisterung Höchstleistungen erbracht. Diese Begeisterung kann man heute bei jeden Blick in den Bundestag sehen. So etwas lassen wir uns von ein irgendwelchen wissenschaftlichen Fakten nicht kaputt machen.“

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