Der große Pragmatiker ist tot

Edwin Lord Weeks - The last voyage (Quelle: Wikipaintings)

Der große Pragmatiker ist tot. Nachdem das Leben zu einer unhaltbaren Position wurde, mußte ein Kompromiss gefunden werden, der das Unvermeidliche allerdings nicht dauerhaft aufschieben konnte. Der Kompromiss sah eine Verlängerung der Lebenszeit vor, die mit einer Reduktion der Arbeitszeit einhergehen sollte. Diese für den großen Pragmatiker sicherlich komfortable Lösung hatte allerdings einen entscheidenden Nachteil: Sie war unvereinbar mit dessen Lebenswirklichkeit.

Der Versuch auch hier Kompromisse zu schließen, können als kurzsichtig bezeichnet werden, hätte der große Pragmatiker doch sich daran erinnern müssen, dass diese Verhandlungen die ursprüngliche Vereinbarung unterminierten. Das Ende war deswegen leider ebenso vorhersehbar, wie unvermeidlich.

Man kann dem großen Pragmatiker vorwerfen, dass er den Kompromiss gesucht hat. Man kann ihm vorwerfen, dass er zu lange am Alten festgehalten hat, um seine eigene, etablierte Position zu bewahren. Man kann ihm ebenso vorwerfen, dass er glaubte auch die Gegensätze und die Extreme ignorieren zu können.

Doch so ist es mit den unvermeidlichen Dingen: Sie gehen auch über den sorgsam ausgehandelten Kompromiss hinweg. So müßte – wenn Ehrlichkeit über den Respekt vor den Toten ginge – als Epitaph auf dem Grab des großen Pragmatikers stehen: „Es hätte anders sein können. Aber nicht sollen.“

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