Hypoallergische Symptome im Kontakt mit ideologisch geprägten Materialien

Honoré Daumier - Le malade imaginaire (Quelle: Wikimedia Commons)

Unser Medizinexperte, Dr. Eichhorn, hat uns auf eine aktuelle Studie hingewiesen, die sich mit der Gesundheit unserer Politiker befaßt. Die Studienergebnisse sind beunruhigend:

Mediziner beschreiben ein neues Phänomen, dass sich in unserer Gesellschaft bisher unbemerkt ausgebreitet hat: Bringt man Politiker mit ideologischen oder visionären Werken zusammen, so entwickeln diese eine Reihe teils ausgesprochen beunruhigender Symptome. Es wurden sowohl Hautausschläge, Hustenanfälle, Schreikrämpfe, Schwellungen, wie auch Schnappatmung festgestellt. Diese Symptome können teilweise ausgesprochen bedrohliche Ausmaße annehmen.

So wird von einem Landesminister berichtet, bei dem bereits im Vorfeld eines Besuch einer öffentlichen Bibliothek Hautausschläge festgestellt worden waren. Gegen ausdrücklichen medizinischen Rat entschied sich der Politiker dennoch die Bibliothek zu besuchen. Bei der Besichtigung zeigte sich schnell Atemnot und Kurzatmigkeit des Politikers. Während einem anschließenden Bürgergespräch in den gleichen Räumlichkeiten verfiel der Minister schließlich in tiefe Ohnmacht, was allerdings erst einmal niemandem auffiel. Erst nach Beendigung des für den Minister organisierten Sektempfangs wurde festgestellt, dass dieser bereits mehrere Stunden nicht mehr zu sich gekommen war. Er wurde auf schnellstem Wege ins Krankenhaus gebracht und dort mit hohen Dosen vielversprechender Wahlprognosen behandelt, bevor er wieder Lebenszeichen zeigte.

Im Nachhinein wurde festgestellt, dass die Bibliothek mit einer umfangreichen und gut sortierten Sektion „Politik und Philosophie“ geradezu kontaminiert war. Der betroffene Minister ist inzwischen wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden, wird aber den Rest seines Lebens Abstand von moralisch-ethischen Grundsätzen halten müssen.

Auch wenn dies ein besonders krasses Beispiel ist, so konnte eine unabhängige Untersuchung einer Deutschen Hochschule mit Vertreter der deutschlandweiten Parteinachwuchsorganisationen nachweisen, dass bereits junge Nachwuchspolitiker allergisch auf Karl Marx‘ „Das Kapital“ reagieren. Erstaunlicherweise unabhängig von ihrer ideologischen Ausrichtung. Ähnliche Ergebnisse zeigten sich im Kontakt mit Milton Friedmans „Essays in Positive Economics“, Naomi Kleins „No Logo“, Hitlers „Mein Kampf“, der „Bibel“ und dem Roman „1984“ von George Orwell. Obwohl die Symptome und die Heftigkeit der Reaktion schwankten, registrierten die Wissenschaftler dennoch vor allem ein klar averses Verhalten gegenüber den genannten Materialien.

Ursprung und Auslöser dieser medizinischen Symptome ist bisher noch nicht eindeutig geklärt. Vor allem nachdem sich Theorien nicht bestätigen ließen, die ein derartiges Verhalten nur gegenüber dem Patienten ideologisch gegensätzlichem Material erklärten. Zumindest in den letzten Jahren ist festzustellen, dass Inhalt und Ausrichtung der ideologischen Werke nicht ausschlaggebend ist.

Währendessen bleibt die Ursache des Phänomens bisher vollkommen im Unklaren: Kinesiologische Ursachen durch ein Übermaß an Verrenkungen konnten bisher ebenso wenig ausgeschlossen werden, wie eine Fehlernährung durch ein Übermaß an PR-Materialien. Die medizinischen Fakultäten legen deswegen einen besonderen Augenmerk auf die kommenden Bundestagswahlen und hoffen im Umfeld derselben neue Versuchspersonen ausfindig machen zu können.

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