Gegen die Unterdrückung durch erzwungene Solidarität!

Francisco Goya - Tribunal de la Inquisición o Auto de fe de la Inquisición (Quelle: Wikipainting)

Nachdem es die Demonstration „Freiheit statt Angst“ geschafft hat am Wochenende in Berlin mehr als 10.000 Menschen zusammenzubringen, haben diverse Gruppierungen festgestellt, dass es mit Einklang und Solidarität einfach zu weit geht. Die bloße Vorstellung, dass andere Menschen gleiche Ziele verfolgen könnten ist erschreckend und beunruhigend. Vor allem wenn diese Menschen eine andere Meinung haben. Dem Solidaritätsstau, der sich in der Vielzahl an einladenden politischen Gruppen bei Veranstaltungen wie „Freiheit statt Angst“ niederschlägt, muß vorgebeugt werden! Sonst droht ein Erreichen gemeinsamer Ziele, das der Bewegung an sich schadet! Denn was wäre eine Bewegung, wenn sie all ihre Ziele umgesetzt würden?

So haben sich nun einige Gruppen bereiterklärt, mit der Durchsetzung der Ziele nicht mehr einverstanden zu sein! Dies ist ein mutiger und entschlosener Schritt um die zielorientierte Diktatur versammelter gesellschaftlicher Randgruppen zu verhindern. Dafür gilt es Dank und Anerkennung auszusprechen, vor allem wenn andere an diesem Vorgehen Kritik äußern.

Dabei sind die vorgebrachten Gründe natürlich nebensächlich: Ob den Anwesenden nicht genug Feministen dabei waren; man kategorisch nicht gegen die Invasion der Intimsphäre durch die NSA demonstrieren kann, weil es Sexismus gibt; man irgendwie Probleme damit hat, dass andere Leute ideologisch nicht ganz wetterfest sind

Die Verhinderung der Unterdrückung durch erzwungene Solidarität ist natürlich nur ein vorgeschobener Grund, die das wahre, noble Ziel verschleiern: Verhindern, dass die Bewegung durch das Erreichen gemeinsamer Ziele zu einem Ende kommt.

Wir sollten uns dies immer wieder in Erinnerung rufen, wenn wir auf jemandem stoßen, der heldenhafterweise zu dem Boykott einer freiwilligen Veranstaltung aufruft. Sie tun dies nicht, weil sie Partikularinteressen verfolgen oder angesichts der Masse ihre Interpretationshoheit gefährdet sehen. Sie tun dies für uns, damit wir auch morgen noch morgen für unsere Ziele kämpfen können.

Deswegen: Danke!

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