Kampagne gegen Kindesentsorgung bleibt umstritten

James Tissot - The lost drachme (Quelle: Wikipaintings)

Die Fälle von Kindesentsorgungen im Supermarkt nehmen immer krassere Ausmaße an. Nun sieht sich der Fachverband des Deutschen Einzelhandels dazu gezwungen mit einer Aufklärungsproblem auf das grassierende Problem aufmerksam zu machen. Unter dem Titel: „Kinder gehören nicht in die Fleischtheke“ wurden unter anderem Plakatmotive, Broschüren, ein Internetportal und vor allem auch ein Onlinespiel vorgestellt. Auch eine Hotline soll möglichst zeitnah eingerichtet werden, damit Käufer in den Supermärkten auf Einzel- oder Verdachtsfälle hínweisen können.

Das von Fachverband eingerichtete Gremium teilte in der Pressekonferenz zur Vorstellung mit, dass die beiligten Firmen nach immer neuen Horrorgeschichten zum Handeln gezwungen waren. Geschichten wie die eines 6jährigen Jungen, der in der Eistruhe gefunden wurde oder auch der Fall eines kleinen Mädchens, dass mehrere Tage in der Gemüseabteilung eines Großmarktes unter einer Auslage für Bananen im Sonderangebot gelebt hatte.

„Wir sehen für uns eine gesellschaftliche Verantwortung. Aber wir können das Problem nicht ohne Mithilfe der Bevölkerung lösen, deswegen möchte wir unsere Mitbürger für das Thema sensibilisieren,“ so der Generalsekretär des Fachverbandes nachdem er eine Dokumentation über den krassen Fall eines Jungen vorgeführt hatte, der in einer Getränkeabteilung zwischen Sprudelwasserkästen eingeschlossen war.

Es gibt inzwischen allerdings auch Gegenstimmen und vehemente Kritiker der Kampagne. Vereinzelte Eltern werfen den Supermärkten eine Mitschuld vor. „Mein Sohn wurde erst durch ein Suchkommando der Polizei gefunden, das die 6 Kilometer Gänge im [Supermarkt-Name der Redaktion bekannt] durchforsten konnte! Und jetzt wird mir unterstellt, dass ich ihn absichtlich dort zurücklassen wollte?“ fragte eine sichtlich entnervte Melanie T., deren Fall im Juni für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Ähnlich reagierte Pinar L., die derzeit gegen eine Supermarktkette klagt: „Ich habe meine Sohn doch nicht dort zurückgelassen! Aber es hat 2 Stunden gebraucht bevor ich einen Angestellten gefunden hatte und noch einmal 2 Stunden bevor wir endlich der Schlüssel für das Hinterzimmer mit der Sprechanlage hatten. Glauben Sie, ich wollte dass mein Sohn in der Zwischenzeit eine Großpackung „Curry extra-scharf“ ißt? Haben Sie sich schonmal überlegt, was eine Mutter durchmacht, die 4 Stunden nachts neben der Toilette sitzen muß?“

Auf die Vorwürfe der Eltern wollte der Fachverband in der Pressekonferenz nicht reagieren. Man wies stattdessen auf das Kampagnenmaterial hin, dass an der Information ausgelegt wurde. Die Journalisten erreichten die Information erst nachdem sich zwischen den Regalen verirrt hatten und die Information bereits geschlossen hatte. Ein Teil der Journalisten erreichte deswegen den Ausgang nicht mehr rechtzeitig und mußte die Nacht in den Hallen des Fachverbandes des Deutschen Einzelhandels verbringen.

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