Logorhea und Logophilie

Jan Steen - A Village Wedding (Quelle: Wikipaintings)

„Dentifrice, dentifrice…“ stöhnte sie unter ihm.

Am nächsten Morgen im Flugzeug fand er endlich die Gelegenheit in seinem immer griffbereiten Lexikon nachzusehen. „Dentifrice“ hieß „Zahnpasta“. Die Verwunderung ging nicht aus seinem Kopf.

Selbst als er mit Mathilda in Buenos Aires im Bett war, wunderte er sich immer noch darüber. Dasselbe mit Lu Xia und Lehalla.

Bei einer Zwischenlandung in Stockholm, wo er demnächst für einen Kongress dolmetschen sollte, hatte er ein Business Lunch mit einem Freund, der früher Psychologie studiert hatte: „Logorhea,“ diagnostizierte er. „Das Äußern sinnloser Wörter in Momenten starker Erregung.“

Beim Weiterflug nach London dachte er weiter darüber nach. Dort angekommen und nachdem die Übersetzer nicht mehr benötigt wurden, arrangierte er einen Umweg über Paris. Er mußte sie wiedersehen. Er wollte wissen, welche Worte sie diesmal äußern würde.

„Amidon, décalotter, croissance interne.“

Obwohl es niemand für möglich gehalten hatte, dass er jemals heiraten würde, fand die Trauung 8 Monate später stand. Ihr erstes Kind hieß „Multi-Usage“.

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