Holt Eure Toten ab!

Claude Joseph Vernet - Naufrage (Quelle: Wikimedia Commons)

Unser Mitarbeiter Harmadillo hat in seinem Urlaub in der Toskana einen Kommentar zu dem Schiffsunglück vor Lampedusa geschrieben. Wir entschuldigen uns von vorne herein und bedauern die mangelnde Pietät ausdrücklich…

Nachdem vor Lampedusa 133 Menschen tot aus dem Meer gefischt worden sind, jammern die Gutmenschen wieder: „Tragisch! Das wollten wir doch nicht! Sowas darf nicht passieren…“

Bullshit! Tote im Mittelmeer sind eingeplant und werden korrekt statistisch erfasst. Dass das Menschenmaterial beim Transport ersäuft ist Teil des Systems und das System funktioniert einwandfrei. Abschreckung an den Außengrenzen heißt nicht, dass man bloß etwas mit dem Finger wedelt.

Also warum jetzt dieses Gejammere und diese plötzliche Theater, dass man sowas nicht erwartet hätte? Warum müssen wir unseren Bundespfarrer Gauck dabei zugucken, wie er die Hände ringt, anstatt das wir konstatieren, dass die Außengrenzen genau so geschützt wird, wie wir uns das wünschen. Zugegeben der Wasserleichen sind nicht schön anzuschauen, aber wir haben auch nicht verlangt, dass sich jemand vor unserer Haustür ertränkt. Wer sich in so ein Boot setzt ist bereit sein Leben aufs Spiel zu setzen und manchmal verliert man dieses Spiel.

Müssen wir deswegen schlecht schlafen? Nein, im Gegenteil! Wir können feststellen, dass kriminelle Aktivitäten Menschenleben kosten und diese kriminellen Aktivitäten spielen sich außerhalb unserer Landesgrenzen ab. Genau so soll es sein!

Wenn wir von Lampedusa reden, dann reden wir von einem perfekt funktionierenden Grenzkontrollen. Dann reden wir von dem Schutz vor Kriminalität. Wer sich damit unwohl fühlt, darf jetzt gerne ein bißchen Entwicklungshilfe fordern und wird sich dann mit seiner Amnesie in 4 Wochen wieder ruhig aufs Ohr legen. Die anderen dürfen weiterhin ihr Gutmenschentum ausstellen, indem sie Grenzer als Mörder betrachten und die EU als Tötungsmaschine, während sie selber von dieser EU profitieren.

Wenn es wirklich eine Verpflichtung aus dieser angeblichen Katastrophe gibt, dann allerhöchstens die, dass wir nach Lampedusa fahren müssen, um unsere Toten abzuholen.

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10 Antworten zu Holt Eure Toten ab!

  1. Frau Körb schreibt:

    Verehrter Herr Harmadillo,
    Ihr Wort in Ehren, nur vergessen Sie den Schutz der Gemeinschaft vor gemeinen Krankheiten, die von diesen gemeingefährlichen Negern eingeschleppt werden, was ja allgemein bekannt ist. Dass mit dem Kentern des Bootes auch noch die diesjährige Grippewelle losgebrochen wurde, ist mehr als ein Ding der Unmöglichkeit und ich bitte Ihre Redaktion herzlich, weiterhin über Sie und mit Ihnen den Schutz der Gemeinschaft anzuprangern und an allen möglichen Ecken zu unterstützen! Freiheit der Geheimpolizei, den Industriebossen und anderen Schmarotzern, jawohl, ich sage Freiheit für alle, ist doch die Freiheit des Einen das Kielwasser des Anderen. Oder war es das Heck?
    Mit gemeinschaftswahnsinnenden Grüßen
    Frau Körb

    • kaminkatze schreibt:

      Sehr geehrte Frau Körb,

      Unser Mitarbeiter Harmadillo ist derzeit indisponiert. Wir versuchen allerdings an seiner statt ein entsprechendes Maß an Misanthropie aufzubringen, um ihnen passend zu antworten:

      Dementsprechend stimmen wir ihnen vorbehaltlos zu.

      • Frau Körb schreibt:

        Ich danke Ihnen! Es tut so gut, gemeinsam bei einem gepflegten kleinen Hosentaschenrassisten das Werden und Vergehen der Nichtschwimmer zu betrachten. Vielleicht sollte ich Sie auf einen Besuch in das nagelneue Heimatministerium der fränkischen Geheimpolizei einladen!

        Vermutlich war der diesjährige Federweiße mit eben diesen Pocket-sarrazins gestreckt, was die Gründung des Ministeriums für Heimat und Sicherheit erklären würde.
        Ich mache mich kundig und grüße bis dahin herzlich
        Ihre Frau Körb

      • kaminkatze schreibt:

        Sehr geehrte Frau Körb,

        Es ist gut zu hören, dass Sie der Gründung des Ministeriums für Heimat und Sicherheit beigewohnt haben und damit wenigstens eine Person einen kritischen Blick darauf geworfen hat. Man kann ja garnicht wissen, wohin die Orwell’sche Tradition so ein Ministerium führen wird, aber es gibt natürlich einige historische Vorbilder. Besonders in Franken und in Nürnberg sind ja noch einige Bauten jener Vorbilder zu finden…

        Wir hoffen, dass Ihrem scharfen Blick nichts entgangen ist.

      • Frau Körb schreibt:

        Nun, da das fränkische Land doch ein wenig bergelt, muss ich noch hinter drei von sieben eilen, um das Söder’sche Schneewittchen ausführlich in seinem Glassarg betrachten zu können.

        Ich werde natürlich den Teufel tun und die Saufnase durch einen Stolpersturz wiederzubeleben, ich kann Sie aber beruhigen: in der Abteilung Nürnberger Land beschäftigt man sich derzeit nur mit Schönheiten, die pünktlich zum ersten Advent als Goldlöckchen vom Kirchturm am Nürnberger Hauptmarkt gestoßen werden, welcher dann zum Höllenpfuhle sich verwandelt und als CHristkindLESmarkt weit über der Heimat Grenzen beschrieen werden wird.

        Orwell ist noch lange nicht in Sicht.
        Herzliche Grüße
        Frau Körb

      • kaminkatze schreibt:

        Sehr geehrte Frau Körb,

        Vielen Dank für Ihre Reisebeschreibung! Wir waren bisher immer davon überzeugt gewesen, dass der Teufel in Baden-Württemberg haust. Aber da er dort schon vor einiger Zeit zurückgetreten ist, ist es natürlich sehr interessant zu hören, dass er nach Franken umgezogen ist.

        Der Christkindlesmarkt ist natürlich ein ganz eigenes Thema, dem sich unsere Redaktion auch noch widmen wird. Unsere Mitarbeiter haben sich sicherlich schon von der Alkoholvergiftung von letzten Jahr erholt und auch die Erfrierungen an den Alkoholleichen sind kaum noch zu sehen. Wir freuen uns also!

      • Frau Körb schreibt:

        Es tut mir entsetzlich leid, Ihre Außenmitarbeiter schon wieder in Frage stellen zu wollen, aber sind Sie sicher, dass sie wirklich auf dem Höllenmarkt waren und nicht in einer kleinen geheimen Idylle – OHNE MEHRKOSTEN versteht sich! – da im letzten Winter weder viel Alkohol in den Heißgetränken, noch Temperaturen unter 0 Grad Celsius zu finden war/en, wie aus der mir vorliegenden Beschreibung meines fränkischen Informanten hervorgeht.

      • kaminkatze schreibt:

        Sehr geehrte Frau Körb,

        Das ist natürlich ein gutes Argument und sie haben damit erneut einen Fall für unsere Innenrevision angestoßen. Wir werden sie darüber auf dem Laufenden halte, ob die inkriminierten Mitarbeiter bei ihrem Besuch in unserer Folterkammer geständig waren oder nicht.

        Es ist wohl notwendig, dass die die Chefredaktion selber der Frage nach dem Alkoholgehalt in Glühwein nachgeht. Es ist unsere journalistische Pflicht!

        Mit besten journalistischen Grüßen!

      • Frau Körb schreibt:

        Lassen Sie wie immer großmütig Milde walten, taten es die Kollegen doch mit Sicherheit in guter Absicht, dem höllischen Grauen diejene Romantik zu verleihen, die wir doch alle insgeheim erträumen und selbst mit einem zehn Meter hohen Christbaum Made im Garten nebenan nicht erreichen können, werden wir doch vorher von ein wenig verärgerten Nachbarn eiskalt mit dem Schürhaken erlegt.

        Es muss vielmehr die Frage gestellt werden: wo waren Ihre Kollegen und kann man da so einfach hin, ohne Presse- oder VIP-Ausweis?

        Ich sehe schon, wir blicken rosigen Zeiten entgegen in den kommenden Wochen, gehaben Sie sich wohl und verachten Sie in Ihrer journalistischen Leidenschaft nicht die Zeichen Ihres Körpers – ist die Katze erst einmal aufgebläht, passt sie in keinen Schornstein mehr hinein!

        Mit allerherzlichsten Grüßen
        Frau Körb

      • kaminkatze schreibt:

        Sehr geehrte Frau Körb,

        Ihr detektivisches Gespür ist untrüglich und wir werden unsere Kollegen peinlichst genau befragen, wo sie waren als sie hätten arbeiten sollen. Die Presseausweise sind dabei natürlich eine gute Spur und wir werden nun mit Sicherheit an vielerlei Orten Backstage recherchieren müssen, um auf die Spur all jene Vergnügen zu überprüfen, die besagte Mitarbeiter möglicherweise widerrechtlich in Anspruch genommen haben.

        Natürlich hat man – rein menschlich – vollstes Verständnis für jeden der dem von Ihnen treffend beschriebenen Weihnachtsterror entkommen möchte. Aber selbst Weihnachten ist keine Ausrede für unerledigte Arbeit! Der Journalist an sich ist ja eigentlich ständig im Dienst und kann noch am Gabentisch eine mehrseitige Fotostory über die Aufnahme aktueller Spielwaren durch den Nachwuchs verfertigen.

        Auch wenn uns die journalistische Leidenschaft derart weiter vorantreibt, werden wir Ihren Rat nicht vergessen und hoffen, dass auch Sie – von allen Franken unbelästigt – angenehme Herbstabende verbringen können.

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