Keine Gnade für den Gottesmann

John Constable - Salisbury Cathedral From the Meadows (Quelle: Wikipaintings)

Zu den Nachrichten und Kontroversen um den Limburger Bischof Tebartz-van Elst ein Kommentar von unserem Mitarbeiter Rhintosseross, der sich intensiv mit dem Fall auseinandergesetzt hat:

Wir müssen einfach einmal die Kirche im Dorf lassen. Oder in diesem Fall den Bischof. Wobei Limburg eher eine Stadt ist.

Der unter Anklage stehende Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist weiter unter Beschuss und man muß dem Mann einfach einmal eine Ruhepause gönnen. Das ist einfach menschlich. Wenn jemand wie er ständig unter Beobachtung steht, dann ist es kein Wunder, dass mißtrauisch gegenüber der Presse und nicht offen ist. Auch wenn der Spiegel recht haben mag, dass der Bischof das Geld für seinen Sitz veruntreut hat, dann ist das noch lange kein Grund nicht menschlich mit dem Kirchenmann umzugehen!

Doch von allen Seiten droht ihm Ungemach, vor allem aus den eigenen Reihen: Die Nachricht wurde längst von dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz nach Rom getragen. Das der Papst nun eine Klage vor dem Hamburger Landgericht eingereicht hat, ist allerdings ein unerhörter Vorgang und stellt die Frage, ob im Vatikan noch die Regeln der Demokratie gelten?!

In einem normalen Verfahren gilt die Unschuldsvermutung bis zum Beweis des Gegenteils und man muß sich gerade in diesem Fall die Frage stellen was das Gegenteil eigentlich ist: Ist es die Amtsenthebung, die Zerstörung einer menschlichen Existenz? Wie muß sich ein Mann fühlen, der von seinen Mitmenschen derart verfolgt wird? Was bedeutet es als Häretiker aus der eigenen Kirche ausgeschlossen zu werden? Welche Strafe ist denn angemessen für einen Mann, der bisher nur seine religiöse Pflicht getan hat?

Auch nichtgläubige Menschen können in diesem Fall einen Blick in die Bibel riskieren, um jene Maßstäbe zu finden, die ein Bischof für sich beanspruchen kann: Nur ein Sünder kann den ersten Stein werfen!

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