Gott weiterhin im Umfragetief

Georges de la Tour - St. Francis in Extasy (Quelle: Wikipaintings)

Nachdem in Folge von Allerheiligen eine Umfrage mit teils dramatischen Ergebnissen zu Gottes Umfragewerten publik geworden ist, haben wir bei dem verantwortlichen Institut versucht Details zu erfahren. Bereits auf dem Weg dorthin fiel uns auf, dass derzeit mehr Anzeichen des heidnischen Halloween zu finden sind, als von Allerheiligen, dem Feiertag für die menschlichen Botschafter zwischen Gott und seinen Untertanen. Doch selbst sie scheinen derzeit sich keiner allzu großen Beliebheit zu erfreuen. Ein allgemeines Image-Problem der göttlichen Ordnung?

Wie das Meinungsforschungsinstitut Embach in seiner Umfrage festgestellt hatte, ist die Glaubwürdigkeit des langjährigen kosmischen Herrschers und Erschaffers schwer erschüttert. Nur noch 36% der Deutschen gaben an, dass sie Vertrauen in Gott hätten. Auch die Zuverlässigkeit des großen göttlichen Plans findet kaum noch Zustimmung. „Die göttliche Vorsehung ist ein Konzept mit dem nur noch wenige Menschen heutzutage etwas anfangen können,“ erklärt Dr. Spohia Elicka von Embach. „Die meisten Menschen sehen einfach nicht, dass die göttliche Vorsehung ihr Leben beeinflußt. Weder im positiven, wie im negativen.“

Auch in anderen Bereichen sehen die Umfragewerte für Gott nicht sehr viel besser aus. Angelehnt an klassische Umfragen zu Politikern haben die Forscher von Embach auch die Meinung der Deutschen zu Gottes Einstellung zu Themen wie Innere und Äußere Sicherheit, Umweltschutz, Familien- und Verkehrspolitik erhoben. Überall ergab sich, dass die Deutschen nicht bereit diese Aufgabe Gottes Obhut zu überlassen. Nur im Bereich der Gesundheitsvorsorge gab es ein paar Abweichungen.

Dennoch war ein Sprecher Gottes auf Erden von der Umfrage sichtlich überrascht, verneinte auf Nachfrage allerdings, dass man wegen der schlechten Umfragewerte in die Gegenoffensive gehen wolle. „Nein, wir planen sicherlich keine Marketingkampagne!“ so der Bischof Hans Teskel von der Diözeses Ebenurbach und Kömmerling. „Gottes Wort ist ewig, es gibt keinen Grund an seiner Macht zu zweifeln.“

Das Forschungsinstitut kann derartige Zuversicht in die göttliche Strategie nicht teilen. „Wir sehen einen weiteren dramatischen Vertrauensverlust in der Zukunft,“ so Dr. Elicka. „Solange Gott sich der direkten Kontaktaufnahme zu entzieht und weiterhin vom Leben der Menschen himmlich entrückt agiert, wird es nicht zu einem persönlichen Verhältnis zwischen dem Schöpfer der Erde und seiner Schöpfung kommen.“ Nur eine dramatische Kehrwende könnte die Umfragewerte Gottes wieder ins Lot bringen.

Der Bischof von Ebenurbach und Kömmerling will dies allerdings nicht bestätigen: „Nein, Gott wird bestimmt nicht mit einem Wunder auf eine Umfrage reagieren… Wovon reden Sie eigentlich? Was soll das überhaupt?“

Als wir Dr. Elicka auf diese Reaktion ansprechen, seufzt die sonst für Parteipolitik zuständige Meinungsforschungsexpertin nur: „Natürlich stellt die irdische Hierarchie und ihre Vertreter auch eine Schwäche in der göttlichen Organisation der Dinge dar.“

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4 Antworten zu Gott weiterhin im Umfragetief

  1. Frau Körb schreibt:

    Nachdem ich mehrfach das Vergnügen hatte, unverhofft auf Herrn Gott persönlich zu treffen (s.d.), kann ich Ihnen versichern, dass er auf Demonstrationsmittel der soziopathologischen Gesellschaftskultur einen feuchten Fuzzi gibt und ich bin mir sicher, dass er in dem letzten Tagen unter den fremdgläubigen Anhängern des bettelnden Volkes versteckt wieder einmal genüßlich kleine Kinder verschreckt hat.
    Um eine persönliche Reaktion auf die Umfragewerte zu erhalten, empfehle ich Ihrem Außenteam die Nase hoch in den Herbststurm zu recken, hat doch Gottes Fusel nicht nur erhebliche Umdrehungen, sondern auch einen sehr- sagen wir markanten Geruch. Versuchen Sie es beim Kanzleramt, da treibt er sich gern herum.
    Mit herzlichen Grüßen
    Frau Körb

    • kaminkatze schreibt:

      Sehr geehrte Frau Körb,

      Vielen Dank für die Informationen. Wir haben schon mehrfach versucht Gott telefonisch zu erreichen, allerdings damit bisher keinen Erfolg. Solange er sich beim Kanzleramt herumtreibt ist das natürlich auch kein Wunder. Sein Aufenthaltsort ist allerdings schon etwas überraschend. Wir waren bisher davon ausgegangen, dass Merkel von allen guten Geistern verlassen ist. Aber offensichtlich ist das nicht der Fall. Wir werden weiter recherchieren!

      • Frau Körb schreibt:

        Als streng gläubigige Ostiantin gibt Frau Merkel sich sicherlich weder mit Herrn Gott persönlich, noch mit Geistern der anderen Art ab und zufrieden, sondern auch ihr Hirn wurde ordentlich gewaschen und mit dem fehlenden Schutz durch Sinnspruchmantras (Sie erinnern sich an die im Sommer näher erläuterten Verdachtsmomente bezüglich der Verwendbarkeit und fachgerechten Entsorgung von Sinnspruchkarten?) der produktiven Tätigkeit der Arbeiterklasse übergeben, siehe: http://www.inkognito.de/kueche-und-fruehstueck/dies-das/12141/angie-zitruspresse.
        Mit allerherzlichen Grüßen und einer immerwährenden Danksagung an Ihre Existenz, die beweist, dass Herr Gott a) nicht tot ist bzw. sein Hirn nicht dauerhaft durch den Genuss fuselhaltiger Spiritualitäten ruiniert hat und b) ich nicht allein in diesem Mehr der Dummheit treiben muss!
        Frau Körb

      • kaminkatze schreibt:

        Sehr geehrte Frau Körb,

        Vielen Dank für das Lob. Wir betrachten die Schöpfung des Satirikers durch Gott allerdings intern gerne als Ironie: Ein Wesen zu schaffen, dass einerseits alles durch schaut (oder zumindest daran glaubt), sich allerdings nur in Scherzen äußern kann… Das ist schon eine ganze besondere Art der Grausamkeit.

        Wir wollen allerdings Gott keine Vorwurf machen. Das er inzwischen Alkoholiker ist zeigt, dass es auch er durchaus nicht mit der Lage der Welt zufrieden ist. Dies immerhin beweist, dass auch Gott nur ein Mensch ist. Wenn man das so sagen darf.

        Es ist bloß zu hoffen, dass Gott sich nicht einem der Berliner Weihnachtsmärkte nähert. Erstens könnte dies ihm den letzten Glauben in seine Schöpfung rauben und zweitens sich in seinen Leberwerten niederschlagen.

        Wir hoffen, dass auch Sie diese Orte zu meiden verstehen und Sie uns deswegen noch lange erhalten bleiben.

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