Hessen, das taube Land

Matthias Grünewald - Leidender Mann aus "Die Versuchung des Heiligen Antonius" (Quelle: Wikimedia Commons)

Unser Kommentator Jaulund hat sich mit einer Packung Antidepressiva gestärkt und sich Gedanken über den Beginn von Koalitionsverhandlungen in Hessen gemacht:

Wo soll das denn noch hingehen mit den Grünen? Früher wollten sie die Welt, jetzt wollen sie nur noch ihre Bezüge retten. Wo sind die Idealisten? Die Romantiker? Wer kettet sich heute noch an Atomkraftwerke oder an hilflose Bäume? Stattdessen wollen die Grünen gemeinsame Sache machen mit denen, die am liebsten selber die Kettensäge schwingen, um noch ein paar Startbahnen zu asphaltieren. Wie soll man sich denn da fühlen, wenn man sich den Grünen zugehörig fühlt? Da geht eine Kettensäge mitten durchs Herz.

Aber wir brauchen sie doch so dringend! Die Pole schmelzen. Die Eisbären sitzen depressiv auf ihren schrumpfenden Eisschollen. Die Meere werden immer saurer. Wer kümmert sich denn noch um die kleinen Krebse, deren Panzer in dem zur Säure gewordenem Meerwasser aufgelöst wird. Leise hört man ihre Stimmchen von unten. Doch sie kommen nicht in den oberen Etagen an, da wo die Grünen gerade dabei sind die geschlachtete Beute zu verteilen.

Und in das Fiepsen der Krebse mischt sich das lautlose Schreien der gefällten Bäume rund um den Flughafen Frankfurt. Ihr Kreischen, wenn sie niedergehen. Eine Kakophonie des Grauens erhebt sich über Hessen. Das Land – ein einziger Schmerzensschrei!

Über das Land hinweg brüllt es: Verrat, Verrat! Doch die Verdammten hören nicht, schwanken machtgeblendet ihrem Untergang entgegen, bereit ihre Seelen an Volker Bouffier zu verkaufen, diesem Mann, den selbst der Teufel selbst fürchtet und den Zugang in die Hölle verwehrt hat. Warum sonst würde er noch auf dieser Erde weilen.

Würden die Grünen in den Spiegel sehen würde sie die Fratze der FDP sehen, die ihnen – ausgezehrt und abgemergelt, nur das rohe Fleisch hängt ihnen noch vom politischen Skelett herab – versucht sie zu warnen. Doch aus Wiesbaden klingt der Sirenengesang des Volker Bouffier herüber. Sein Sopran erhebt sich wohltönend in die Nacht und die Grünen wanken weiter ihrem Ziel in dieser kalten Novembernacht entgegen, dorthin wo die Träume mit Kettensägen geschlachtet werden.

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