Gentlemen eilen zur Hilfe

Antonio Mancini - Old Woman Drinking Tea (Quelle: Artmuseum.cn)

560 mutige Autoren haben sich heute schützend vor die Demokratie gestellt, die wehrlos am Boden liegt. Die Autoren sind Anhänger altmodischen Idealen wie Selbstbestimmung und individueller Freiheit. Deswegen sollte man nicht allzu viele Hoffnungen in ihr törichtes Unterfangen haben, die neu gewonnene Macht der Exekutive durch Argumente umzulenken.

Die nostalgischen Vorstellung einer Zeit in der eine Debatte die Gestalt des Staates bestimmt hat, ist auch in Deutschland zunehmend aus der Mode gekommen. Was natürlich nicht bedeutet, dass einige Menschen nicht noch dieser vergangenen Epoche nachtrauern würden. Retro-Schick hat durchaus seinen Charme und ist vor allem in Museen auch gerne gesehen. Auch einige der Autoren gehören dorthin, wie auch ihre Literaturnobelpreise, deren Bedeutung für eine Diskussion natürlich vollkommen gegenüber Behörden verblaßt.

Wenn also die Damen und Herren sich dementsprechend in alter Manier und mit ebensolchem Gestus herausputzen, um dann einer angeblich schützenswerten Kreatur zur Hilfe zu kommen, liegt natürlich der Impuls nahe sich über dieses anachronistiscche Gebarenen zu amüsieren. Die Gesetze der Höflichkeit gebieten dass nicht zu tun. Man sollte diesen alten Menschen vordergründig ihre Würde lassen und heimlich überwachen, ob sie in ihrer literarischen Inkontinenz nicht ins Bett gemacht haben.

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