Mehr Koffein für unsere Zeit

Lovis Corinth - Porträt des Malers Benno Becker (mit Kaffee) (Quelle: Wikimedia Commons)

Die Koffeinlieferengpässe der letzten Zeit werfen ein Schlaglicht auf eine andauernde Krise des Wirtschaftsstandort Deutschlands. Die zunehmende Abhängigkeit der Deutschen Volkswirtschaft vom Koffein hat sich in den letzten Jahren dramatisch verschärft. Bereits mit dem ersten Koffeinlieferengpaß im Oktober 2012 war ein spürbarer Rückgang der Wirtschaftsleistung zu beobachten. Dabei war diese erste Krise nur durch den Ausfall in der Logistikkette eines einzigen Kaffeelieferanten zurückzuführen.

Seitdem existiert innerhalb der Deutschen Wirtschaftspolitik erstmals ein Bewußtsein für die Bedeutung des Koffeins für die Wirtschaftsleistung. Ganze Segmente der Deutschen Industrie sind inzwischen ohne Koffeinnachschub nicht mehr funktionsfähig. Als im März 2013 ein amerikanischer Hersteller koffeinhaltiger Softdrinks aufgrund einer Umstrukturierung den Deutschen Markt kurzfristig nicht mehr belieferte, führte dies zur panisch verlassenen Büros zwischen München und Kiel. Mitarbeiter waren reihenweise unfähig vor 10:30 einer geregelte Tätigkeit nachzugehen und diese 8 Stunden sitzend durchzuhalten. Andere Firmen konnten sich nur durch teure Alternativgetränke und der Notanschaffung von Kaffeeautomaten vor dem geistigen Totalausfall der Belegschaft retten.

Auch die Bundesregierung scheint den Ernst der Lage inzwischen begriffen zu haben. In einer ihrer letzten Amtshandlungen hatte die schwarz-gelbe Regierung Merkel II das Koffein noch in den Rang eines strategisch wichtigen Wirtschaftsgutes erhoben. Doch bereits zu diesem Zeitpunkt war absehbar, dass diese Maßnahme an sich nicht ausreichen würde, um Deutschlands Bedarf auf dem weltweiten Koffeinmarkt zu garantieren. Deutschland muß dort inzwischen mit Schwellenländern wie China und Brasilien konkurrieren, die ebenfalls den Koffeinnachschub für ihre wachsende Anzahl an Büroarbeitern sicherzustellen.

In Wildbad Kreuth innerhalb der CSU erhobene Forderungen, dass Deutschland den Koffeinnachschub im Zweifelsfalle auch mit militärischen Mitteln sicherstellen müsse, finden momentan noch keine Mehrheit bei den Koalitionspartnern in Berlin. „Es kann nicht sein, dass erst bei einer Kabinettssitzung der Kaffee alle ist, bevor die Regierung etwas unternimmt,“ heißt es dazu in einer Studie des industrienahmen Institut für ganztägliche Produktivität.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Alltag, Politik abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s