Der Syrische Exorzismus

Francisco Goya - Incantation (Quelle: Wikipaintings)

Der große Exorzismus der Syrienkonferenz wird wohl aufwändiger als bisher gedacht. Gerade haben sich ein paar weitere Tausend unruhiger Seelen am Konferenzort in der Schweiz eingefunden. Doch über allem liegt auch der lange Schatten des Iran, der in letzter Minute vom Bannstrahl der UN getroffen wurde und sich wieder zurückgezogen hat. Ein unruhig Riese am Rande der Welt.

Dennoch sind die westlichen Exorzisten bereit mit dem Ritual zu beginnen: Ritualgesänge und Litaneien hallen über den Genfer See. Der Große Teufel Assad soll beschworen und dann gebannt werden. Geschenke an die anderen unheiligen Allianzen sollen sie milde stimmen sich aus dieser Welt zu verziehen, kann so recht doch sonst niemand ihrer habhaft werden.

Die ganze Welt schaut auf Montreux, wo das Böse wieder unter die Erdoberfläche verbannt werden soll. Hofft und bangt, während das in Syrien geöffnete Tor zur Hölle jeden Tag weitere Unschuldige verschlingt. Werden die alt-überlieferten Zeremonien Erfolg haben? Es bleibt nur der Glaube an Wunder, während andernorts kühl kalkuliert wird, wie lange sich der Kampf noch lohnt, solange es noch etwas gibt, worum es sich zu kämpfen lohnt. Was bleibt ist die Magie der Worte gegen die kalte Ökonomie des Terrors.

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