Cybersecurity auf der Münchner Sicherheitskonferenz

Philip de Laszlo - Hofbräuhaus (Quelle: Wikipaintings)

Der sicherlich ungewöhnlichste Sprecher auf der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz ist Salih Sahan, Besitzer eines Handyladens in München-Pasing. Die Einladung zur Sicherheitskonferenz kam auch für ihn überraschend. „Ich mußte erst einmal nachgucken, was das überhaupt ist,“ gesteht er offen und lacht dabei.

Salih Sahan ist sicherlich kein üblicher Teilnehmer der exklusiven Konferenz, auf der sich vor allem Politiker und Strategen aus Militär und Sicherheitsdiensten treffen, um über mögliche Gefahren und Chancen der Weltpolitik zu sprechen. Umgeben von Absolventen großer Hochschulen ist der gelernte Elektrotechniker Sahan ein Exot. „Eigentlich wollte ich auf die Uni,“ sagte er. „Aber dann habe ich lieber den Laden aufgemacht. Das ist was Solides.“

Jetzt verkauft er vor allem gebrauchte iPhones („gehen sehr gut“) und gebraucht Android-Smartphones („sind eher Ladenhüter“) und berät seine Kunden bei deren Einrichtung. Gerade der persönliche Service ist es der Sahan bei seinen Kunden beliebt macht. „Ja, da wird schon mal zu Weihnachten ein iPad verschenkt und die Oma weiß garnicht wie sie das einschalten soll. Dann kommt sie halt zu mir,“ lacht er.

Wahrscheinlich ist gerade dies der Grund warum er als Sprecher auf die Sicherheitskonferenz eingeladen wurde. Sein Fachwissen ist gefragt und hat die Aufmerksamkeit der diskreten Veranstalter auf sich gezogen. Jetzt wird seine Präsentation zu „Security-Tools für Dein Smartphone“ mit Spannung erwartet. Auch Sahan ist aufgeregt. „Naja, das ist schon etwas einschüchternd, wenn da der französische Präsident oder Innenminister de Mazière im Publikum sitzt.“ Doch sein breites Grinsen zeigt, dass Sahan nicht zuletzt seinem Charme als geübter Handyhändler vertraut.

Dabei möchte er doch politisch neutral bleiben. Zwar hat er sich durchaus gefragt, warum gerade er eingeladen wurde, aber Sahan möchte das nicht kommentieren. „Wahrscheinlich wegen NSA und so,“ gibt er zu, möchte das aber nicht weiter ausführen, um keine diplomatischen Verstimmungen zu provozieren. „Ich bin vor allem Geschäftsmann,“ sagt er von sich.

Der Gedanke, dass sein Laden in München-Pasing allerdings von seinem Renommé profitieren wird, kommt ihm allerdings nicht. „Man muß realistisch bleiben. Sicherlich wird nicht der Seehofer zu mir kommen und sein Handy bei mir kaufen. Aber ein CSU-Kreisvorsitzender war schon mal da.“

Sahans Bescheidenheit ist erfrischend und wird sicherlich einer der Impulse sein, die er auf der Konferenz einbringen kann. Zu den Chancen mit seinem persönlichen Engagement die die Konferenz dominierende kritische Sicherheitslage im Nahen Osten zu beeinflußen, wollte er sich dementsprechend nicht äußern.

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