Recruiting the future

Edmund Blair Leighton - Accolade (Quelle: en.Wikipedia.org)

Der Recruiting-Spezialist Norbert Krüger stöhnt leise wenn man ihn auf steuerhinterziehende Kulturstaatssekretäre und elefantenjagende Tierschützer anspricht. Dennoch macht Krüger nicht den Eindruck als ob es ihm schlecht ginge. „Natürlich fragt man heute in den Gesprächen, ob irgendwo Sexphotos oder -videos kursieren. Das gehört dazu.“

Social Media insgesamt macht es der Recruitingbranche nicht einfach, wobei allerdings Details aus dem Sexleben inzwischen keine allzu großen Hürden darstellen. „Das Verhältnis dazu ändert sich. Auch wenn das vielleicht noch nicht in jeder Chefetage angekommen ist.“ Trotzdem hat sich durch die zunehmenden Vernetzung die Recruiting-Branche insgesamt stark verändert. Nach Auskunft von Krüger und anderen Kollegen geht es garnicht mehr darum, dass Kandidaten eine weiße Weste haben.

„Es geht erst einmal, immer um die Frage, ob ein Kandidat zu einem Unternehmen paßt.“ Dafür muß Krüger nicht nur auf seine Kandidaten achten, sondern vor allem auch auf die Führungskräfte des avisierten Unternehmens. „Die Chefebene ist sehr wichtig. Wenn man weiß, dass der Geschäftsführer einer Firma Pornoparties in Budapest bucht, dann muß man darauf achten, dass der Kandidat da auch mithalten kann. Sonst paßt er nicht zu der Firma. Das kann sehr komplex sein, vor allem wenn noch Drogenkonsum hinzukommt oder der Kandidat in Haft war.“

Deshalb hat die Branche inzwischen ihre eigenen Methoden erarbeitet, um mit den Herausforderungen umzugehen. „Momentan sortieren wir das einfach nach Branchen,“ erklärt Krüger kühl. „Jede Branche hat ihre Eigenheiten.“ Inzwischen haben Krügers Akten immer entsprechende Vermerke: „Partybilder mit Koks“, „Kifferurlaub in Jamaika“ oder „Bekennder Swinger“ stehen inzwischen bei jedem mit dabei. „Das mit dem Koks beispielsweise ist bei einer Bank oder in der Werbung gar kein Problem. Aber Swinger kann man hingegen nicht an eine Bank vermitteln. Das wirkt billig.“

Im Falle von steuerhinterziehende Kulturstaatssekretäres und elefantenjagenden Tierschützer fällt Krüger deswegen ein hartes Urteil: „Da hat jemand bei der Branchensuche nicht sauber gearbeitet.“ Wie man damit den richtigen Kandidaten für die richtige Firma findet, bleibt allerdings Krügers Erfolgsgeheimnis. Darauf angesprochen lächelt der Recrutiter in sich hinein und man kann sich sicher sein: Aank seiner Arbeit werden Deutschland so schnell die Führungskräfte nicht ausgehen.

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