Deutsche Panzer auf der Krim

Vasily Vereshchagin - Cannon (Quelle: Wikipaintings)

Der moderne Deutsche hat gerade eben noch lange geschlafen, da erwacht er am nächsten Morgen und ist schon in der Ukraine einmarschiert. Das hat er so nicht erwartet. Er schüttelt sich, reibt sich die Augen und sieht sich noch einmal um: Nein, die Augen trügen nicht. Der Deutsche befindet sich an der Spitze einer russischen Panzerkolonne, die die gerade die Grenze zur Ukraine überschreitet. Die russischen Soldaten grüßen ihn, winken ihm zu und rufen ihm aufmunternde Worte zu dem großen Abenteuer zu.

Der Deutsche versucht den Verlauf des vorherigen Abend zu rekonstruieren: Er hat ja gerade eben noch Olympia gefeiert und dabei wohl etwas viel getrunken. Dennoch denkt der Deutsche sich: So ein Einmarsch, der passiert ja nicht aus Zufall. Doch unter ihm ruckelt der Panzer, die Ketten zermahlen den Widerstand des ukrainischen Asphalts, und die Reise geht unaufhaltsam weiter zur Krim.

Ein russischer Offizier setzt sich neben den verwirrten Deutschen im Pyjama hin und klopft ihm mächtig auf die Schultern. Der Offizier spricht etwas Deutsch und zeigt stolz auf die vorrückende Armee: „Dein Geld! Da! Da! Und da!“ Er lacht.

Der Deutsche sieht sich um. „Was? Wieso mein Geld?“

Der Offizier lacht über den guten Witz und spricht in seinem gebrochenen Deutsch weiter. Der Deutsche braucht sich keine Sorgen zu machen, er wird schon heil wieder nach Hause kommen. Irgendjemand muß ja weiterhin russisches Öl und Gas kaufen. „Immer weiter kaufen,“ lacht der Offizier und verschwindet dann wieder im Inneren des Panzers.

Der Deutsche erschrickt sich als der Panzer knirschend über ein platt gewalztes Auto fährt. Er hat gehört, dass hier irgendwo ethnische Russe sein sollen, die den Einmarsch begrüßen, doch er sieht nur Reihen von verlassenen Häusern zwischen denen die Panzer hindurchfahren. Der Fahrtwind ist kalt und der Deutsche wünscht sich wieder in sein Bett zurück, wo die Gasheizung für wohlige Wärme gesorgt hat.

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