Annexion, die [anɛˈksɪ̯oːn]

Vasily Surikov - Cossacks in a boat (Quelle: Wikipaintings)

Die Annexion ist ein Akt der Liebe durch unterbeschäftigte Despoten. Sobald der Despot sich langweilt, erinnert er sich an längst abgedriftete Landstriche und beginnt eine unstillbare Sehnsucht nach ihnen zu entwickeln. Als Beweis seiner Liebe umgarnt der Despot den Landstrich und beschenkt ihn – seinem Naturell als Despot entsprechend – mit Waffen und Soldaten.

Dies führt nicht selten zu Mißverständnissen bei anderen Regierenden, besonders bei Nicht-Despoten. Das Verhalten dieser äußerst seltenen Spezies – in Demokratien gilt sie als ausgestorben – wird hingegen noch heute imitiert, besonders wenn es um Revierstreitigkeiten geht.

Deutliche Symptome von Revierstreitigkeiten sind Sanktionen, auch bekannt als politische Maßnahmen mit einschränkender Wirkung, wobei sich die einschränkende Wirkung vorzugweise auf die Sanktion selber bezieht. Ein anderes Symptom ist Krieg, die bevorzugte Freizeitbeschäftigung von Despoten, die deren Langeweile mit choreografierten, musikalischen Liebesschwüren an den Despoten durch sterbende Untertanen bekämpft.

Deswegen kann die Annexion als Ouvertüre eines noch zu komponierenden Gesamtkunstwerkes betrachtet werden, deren Darbietung gleichermaßen Despoten, wie auch die an der Übertragung beteiligten Sender erfreut. Besetzungslisten können aktuellen Landkarten oder den Börsenkursen entnommen werden.

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