Das Recht auf Applaus

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In diesen düsteren Tagen in denen der Frühling schwer über Deutschland hängt, die Sonne jeden Tag länger auf dem Land lastet und die milden Temperaturen das Leben schier unerträglich machen, wenden sich große Geister gerne der Literatur zu, um den Seiten ihre Sorgen und Ängste anzuvertrauen. Und fürwahr, es gibt viele Dinge um die man sich sorgen und vor denen man sich ängstigen muß. Wo man in Deutschland auch hingeht wird man von Andersdenkenden angegriffen und zu einer individuellen Lebensgestaltung genötigt. Doch am Allerschlimmsten ist die Aberkennung auf das Recht auf Applaus.

Jahrhundertelang haben die Menschen für Meinungsfreiheit gekämpft. Ganze Generationen sind auf den Schafott oder am Galgen der Obrigkeit verendet, mußten zusehen wie ihre Bücher verbrannt und ihre Familien verbannt wurden. Doch wenn man in die Geschichte zurückschaut, dann kann man erkennen, dass diese Menschen rehabilitiert wurden, durch das in unseren Breiten inzwischen allgemein anerkannte Recht auf freie Meinungsäußerung.

Doch gerade in dieser für Deutschland schweren Zeit reicht dieses Recht nicht mehr aus. Um die Leiden der modernen Gesellschaft zu bekämpfen, ja um sie überhaupt benennen zu können, benötigt man nicht nur das Recht auf Meinungsfreiheit, sondern das Recht auf Applaus. Wenn der Aufklärer mit seinen Thesen an die Öffentlichkeit tritt, dann muß ihm applaudiert werden. Für dieses Recht streiten deutsche Pioniere in vollständiger Selbstaufgabe und unter größten finanziellen Opfern. Namen wie Thilo SarrazinSibylle Lewitscharoff und Akif Pirinçci stechen dabei heldenhaft hervor.

Diese Vorkämpfer für das Recht auf Applaus treten tagtäglich den Kampf aufs Neue an, indem sie immer wieder aufs Neue den ihn zustehenden Applaus einfordern. Denn Applaus steht jedem zu, doch er wird viel zu oft mit geradezu krimineller Energie von einer korrupten Gesellschaft vorenthalten. Noch fehlt der Welt die Erkenntnis und vor allem der politische Wille sich mit dem Thema der Applausverweigerung auseinander zu setzen. Doch wie einst die Vorkämpfer der Meinungsfreiheit werden auch diese Pioniere eines Tages als das erkannt werden, was sie sind: Politische Märtyrer im Kampf für ein Menschenrecht.

Doch durch die Leistung dieser Menschen wird der Tag kommen, an dem jeder Mensch an die Öffentlichkeit treten kann und – ganz egal was er äußert – ihm wird schallender, erhebender Applaus entgegen kommen. Die Menschen werden ihn oder sie feiern, wie es sich geziemt. Und sei die Äußerung nur ein kleiner, feucht knatternder Pups.

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